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Zoo Berlin schützt seltene Tiere : Ozelot-Junges geboren

Einfach putzig sieht das Ozelot-Junge aus, über das sich der Zoo Berlin freut. Auch aus Artenschutzgründen.

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Foto: Zoo Berlin
Das kleine Ozelot-Junge erkundet jetzt sein Lebensrevier. Das ist im Zoo nicht so groß wie in freier Wildbahn. Aber das Tier soll...

Ozelot: Wenn man dieses Wort hört, muss man unweigerlich an Pelzmäntel denken. Zum Glück ist die südamerikanische Kleinkatze heute besonders geschützt, leider gibt es aber teils Wilderer. Wer heute einen Ozelot-Mantel kaufen möchte, bekommt diesen nur gebraucht und sollte auch auf das Cites-Zertifikat achten. Solche Informationen gibt auch der Zoologische Garten Berlin seinen Besuchern. Der hat sich mit seinem neuen Direktor Andreas Knieriem besonders den Artenschutz auf die Fahne geschrieben. Knieriem, die Pfleger und auch die Besucher freuen sich jetzt besonders über Nachwuchs bei den Ozelots. Dieser Tage tapst das Jungier durchs Stroh, Muttertier Sarah verfolgt jeden Schritte. Am 26. Oktober 2015 hat das Ozelot-Weibchen ihr mittlerweile achtes Jungtier zur Welt gebracht, teilte der Zoo jetzt mit. Den Nachwuchs hielt das Muttertier bis zum Freitag nahezu geheim – nur ab und an trägt sie ihr Kleines für alle Zoo-Besucher sichtbar umher.

 Jetzt ist das Jungtier zu sehen

Doch ab sofort entdeckt es Schritt sein Lebensumfeld entdeckt – der Ozelot-Nachwuchs ist schon sieben Wochen alt und wird laut Zoo "langsam aber sicher neugierig". Das Kleine ist eine Attraktion des Zoos, für den es viele neue Pläne gibt.

„Nehmen unsere Kleinkatzen ihre Jungen so schön an, wie Sarah ihren Nachwuchs, ist der erste Pflegerkontakt erst nach acht Wochen nötig. Dann wird das Ozelot gechippt und in diesem Zusammenhang auch sein Geschlecht festgestellt." Ob das Jungtier eine Katze oder doch ein Kater ist, stehe also derzeit noch nicht fest, sagt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Er freut sich auch über Pandabären, die bald von China nach Berlin kommen sollen.

Von Vatertier Prazak getrennt

Vatertier Prazak, 1999 in Prag geboren, beobachtet seinen jüngsten Nachkommen bisher nur aus der Ferne. Schon vor der Geburt hat man Mutter Sarah und Prazak voneinander getrennt. So konnte Sarah (2006 in Dortmund geboren) ungestört die letzten Tage bis zur Geburt verbringen – und sich nun ausgiebig um das Wohl des Jungtieres zu kümmern. Insgesamt sind Ozelot-Weibchen nur elf bis zwölf Wochen trächtig. Dafür verbringen Sarah und ihr Nachwuchs die kommenden 10 Monate Seite an Seite – solange stehen die Jungtiere im Schutz der Mutter, teilte der Zoo weiter mit.

Prazak lebt seit 2008 mit seinem Ozelot-Weibchen im Zoo Berlin. Mit seinen 16 Jahren ist er "ein gestandener Kerl", formulierte Sprecherin Rieke Edelhoff – im natürlichen Lebensraum werden Ozelots rund zehn Jahre alt, in Menschenobhut kann sich die Lebenserwartung der Art sogar verdoppeln. Ozelots gehören zu den Kleinkatzen und besiedeln tropische Wälder, Mangrovenwälder, Küstensümpfe, die Savanne, das lichte Buschland sowie Gebirgswälder in Mittel- und Südamerika.

Natürliche Feinde sind auch Riesenschlangen

Ozelots gelten als bedrohte Art. Neben dem Handel mit ihren Fellen, sind sie als Haustiere begehrt. Als natürliche Feinde gelten Jaguare, Pumas, Riesenschlangen und Harpyien. Im Raubtierhaus des Zoo Berlin leben derzeit drei Ozelots – Sarah, Prazak und ihr Neugeborenes.

Pelzindustrie als Gefahr

Die Pelzmode interessierte sich erst recht spät für das Ozelotfell, ist auf Wikipedia anzulesen. In den 1920er Jahren des 20. Jahrhunderts fand es noch kaum Beachtung. Erfüllte es anfangs bloß „als Wagendecke seinen Zweck“, hieß es 1934 bereits, dass es „allein wie auch in Kombination wie etwa Biber, Nutria oder Fuchs und Waschbär“ wirkt und jetzt „die Sehnsucht der Frau als schönstes Bekleidungsstück“ bildet. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war Ozelot dann für Damenbekleidung derart gefragt, dass die Gefahr der Ausrottung bestand. Da eine Überwachung der Einhaltung von Schutzgesetzen in den unübersichtlichen Wildnissen Südamerikas fast unmöglich schien, entschloss man sich zum absoluten und offenbar erfolgreichen Handelsverbot, die Bedrohung geht heute nicht mehr von der Bejagung aus. Es ist „besonders geschützt nach Bundesnaturschutzgesetz seit 31. August 1980, Höchstschutz seit 18. Januar 1990“, ebenso sind alle anderen gefleckten südamerikanischen Kleinkatzen geschützt. Auch die Berliner Kirschnerinnung verwies darauf, dass man heute Ozelot-Mäntel nicht mehr neu bekommt, weil das Tier geschützt sei.

 


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