Berlin-Kreuzberg : Flüchtlinge besetzen Thomaskirche

Eine Gruppe von Flüchtlingen und Unterstützern hat am frühen Donnerstagabend offenbar die Thomaskirche am Bethaniendamm in Berlin-Kreuzberg besetzt.

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Einer der Flüchtlinge mit Unterstützern in der Thomaskirche am Bethaniendamm. Foto: dpa
Einer der Flüchtlinge mit Unterstützern in der Thomaskirche am Bethaniendamm.Foto: dpa

Der Konflikt um die Flüchtlinge vom Kreuzberger Oranienplatz und aus dem Hostel in der Friedrichshainer Gürtelstraße geht offenbar in die nächste Runde, diesmal mit einer Kirchenbesetzung: Am frühen Donnerstagabend wurde die St. Thomas-Kirche am Kreuzberger Mariannenplatz von einer Gruppe von Flüchtlingen und ihren Unterstützern besetzt. Dies schreiben zahlreiche Nutzer im Kurznachrichtendienst Twitter. Dort ist von 80 bis 100 Besetzern die Rede. Auch der Berliner Abgeordnete Oliver Höfinghoff (Piraten), der am Mittwoch wegen eines Angriffs auf Mitglieder der rechten Szene seine Immunität verloren hatte, ist offenbar vor Ort und berichtet per Twitter. "Stimmung in und um die Thomaskirche ist entspannt. Polizei in geringer Stärke außerhalb des Bereiche", schreibt er.

Die von Linksgruppierungen gerne genutzte Internetplattform linksunten.indymedia.org. berichtet von 120 Menschen in der Kirche. Außerdem wird auf der Plattform die Besetzung mit dem „Vertragsbruch des Berliner Senats“ gegenüber den Flüchtlingen begründet. „Bisher ist alles ruhig, Verhandlungen mit der Kirchenleitung finden statt“, heißt es.

Von der Kirchengemeinde war niemand telefonisch zu erreichen. Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass man mit Kräften an der Kirche sei, um die Lage zu sondieren. Am späten Abend hieß es, dass die Pfarrerin der Gemeinde in die Kirche gekommen sei, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen und mit den Besetzern zu reden. Vom Lagedienst der Polizei wurde erwartet, das die Situation über Nacht ruhig bleibe.

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