Berlin-Kreuzberg : Neue Unterkunft für Flüchtlinge vom Oranienplatz gefunden

Die Flüchtlinge vom Oranienplatz sollen umziehen. Demnächst wird es eine Übergangslösung geben. Nach anfänglicher Skepsis akzeptieren immer mehr Betroffene die Einigung mit dem Senat.

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Flüchtlinge am Oranienplatz. Sie erhalten demnächst eine Übergangsunterkunft.
Flüchtlinge am Oranienplatz. Sie erhalten demnächst eine Übergangsunterkunft.Foto: Davids

Für die Flüchtlinge in den Hütten und Zelten auf dem besetzten Oranienplatz wird nach Tagesspiegel-Informationen zeitnah eine Übergangsunterkunft bereitgestellt. Die rund 100 bis 120 Flüchtlinge sollen dann bis Ende des Jahres in einem ehemaligen, sanierungsbedürftigen Gästehaus in der Franz-Künstler-Straße in Kreuzberg untergebracht werden.

Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte weitere Gespräche mit Flüchtlingen geführt. Nach einer ausgehandelten Einigung mit dem Senat sagte sie, rund 80 Prozent der 467 Flüchtlinge würden hinter der Einigung, erst freiwillige Räumung, dann Einzelfallprüfung stehen. Dem Vernehmen nach unterstützen inzwischen fast alle Flüchtlingsgruppen das Einigungspapier. Als das Papier ausgearbeitet wurde, unterzeichneten dem Vernehmen nach vier von sieben Flüchtlingsvertretern die Erklärung. Doch die Gruppen sind sehr heterogen, einige Flüchtlinge akzeptierten die eigenen Vertreter nicht, andere wollten noch einmal mit der Senatorin direkt sprechen. Und einige wenige Flüchtlinge sind nicht bereit, die Erklärung zu akzeptieren: Ein so genannter Sprecher ist nach Tagesspiegel-Informationen ein politischer Aktivist und ist bereits in einem Bundesland ein anerkannter Asylbewerber.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) sucht derzeit Unterkünfte. 80 Flüchtlinge sind im Caritas-Heim in Reinickendorf untergebracht. Die Einrichtung wird bis mindestens Mai zur Verfügung stehen. 40 Plätze im ehemaligen Aufnahmelager Marienfelde sollen um weitere 80 aufgestockt werden. Weitere Plätze sollen sukzessive in den 36 Flüchtlingsunterkünften in Berlin bereit gestellt werden. Noch in dieser Woche werden die von Diakonie und Caritas gestellten Berater für die Flüchtlinge ihre Arbeit aufnehmen.

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