Bürger-Debatte zur Begegnungszone : Bergmannstraße soll "gerade Linie" behalten

Der Onlinedialog zur Begegnungszone endet am 8. März. Bislang überwiegen die negativen Kommentare. Auf jeden Fall soll die Bergmannstraße ihren Charakter nicht verlieren.

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Räder sind in der Bergmannstraße kaum noch unterzubringen, deshalb sollen sie mehr Platz bekommen.
Räder sind in der Bergmannstraße kaum noch unterzubringen, deshalb sollen sie mehr Platz bekommen.Foto: imago/Olaf Wagner

Nur keine zweite Maaßenstraße, darin sind sich Befürworter und Gegner einer Begegnungszone in der Bergmannstraße einig. Die verschwenkte Straßenführung mit kantigen Pollern legt regelmäßig den Verkehr zwischen Nollendorf- und Winterfeldtplatz lahm, wenn sich jemand traut, mal kurz zu parken. Die breite Fläche nebenan, zum Sitzen und Flanieren gedacht, bleibt derweil ungenutzt.

In der Bergmannstraße endet am Dienstag die zweite Phase der Onlinedebatte zum Projekt Begegnungszone, in der konkrete Planungsskizzen kommentiert werden können. Für drei Bereiche der Straße gibt es jeweils drei Gestaltungsvorschläge. Die meisten Kommentare sind ablehnend, was die Moderatoren der Debatte zur Klarstellung veranlasste, dass die Skizzen nicht zur Abstimmung stehen. Es sollen Argumente und Hinweise gesammelt werden, die in einen Planungsentwurf einfließen, der dann erneut diskutiert werden soll, allerdings wohl nicht mehr in einem weiteren Onlinedialog. Entscheiden müssen letztlich die Bezirksverordneten.

Protest vor der Bürgerversammlung

Am Freitagabend wurden die Planungsskizzen bei einer Bürgerversammlung diskutiert. Dabei hätten sich die meisten Teilnehmer für die Beibehaltung einer „geraden Linienführung“ der Straße ausgesprochen, sagte Hans-Peter Hubert von der Initiative Leiser Bergmannkiez. Die „Totalverweigerer“ können sich mit keiner der Varianten anfreunden, sie demonstrierten vor Beginn der Versammlung gegen eine Begegnungszone. Wie in der Maaßenstraße sind viele Gastronomen gegen den Wegfall von Parkplätzen.

In Kreuzberg ist geplant, dass sich Radfahrer und Autofahrer einen verengten Straßenraum teilen. Anders als in Schöneberg könnte aber ein Teil der in eine Aufenthaltszone umgewandelten Straßenfläche den Cafébetreibern als Außenterrasse angeboten werden. An der Kreuzung zur Markthalle können sich die meisten Kommentatoren für die Planungsvariante Kreisverkehr erwärmen. Die Fußgängerampeln würden durch Zebrastreifen ersetzt. Die Vorfahrt für den Nord-Süd-Verkehr durch Zossener und Friesenstraße würde einer Rechts-vor-links-Regelung weichen. So würden Radfahrer auf der stark frequentierten Fahrradroute zwischen Südstern und Mehringdamm nicht mehr so stark ausgebremst.

Die Planungsskizzen finden Sie unter diesem Link.

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