Christopher Street Day und mehr in Berlin : Thomas Hitzlsperger feiert beim CSD in Kreuzberg

Trotz Regens war halb Berlin am Sonnabend auf den Beinen: Rund 500.000 Menschen feierten beim CSD, viele Tausende auf der Fanmeile zur WM 2014 und bei der Fête de la Musique. Auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger demonstrierte nach seinem Selbst-Outing mit.

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Verliebt in Berlin. Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger und die Journalistin Carolin Emcke beim Kreuzberger CSD.
Verliebt in Berlin. Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger und die Journalistin Carolin Emcke beim Kreuzberger CSD.Foto: Twitter

Die Fußball-WM, der CSD, die Fête de la Musique – das war offensichtlich nicht zu viel für die Berliner. Zum Christopher Street Day kamen laut Veranstalter 500 000 Menschen, um diesmal mit gleich mehreren bunten Paraden für die Rechte von Menschen mit verschiedensten sexuellen Orientierungen zu demonstrieren. Auch auf der Fanmeile feierten mehrere zehntausend Menschen, wenn auch etwas ernüchtert durch das durchwachsene 2:2 der deutschen Mannschaft.

Hatten die Veranstalter der Fête de la Musique im Vorfeld vielleicht befürchtet, von der Ballung der Ereignisse in Berlin erdrückt zu werden, so bestätigte sich das nicht. Offenbar ergänzten sich die Veranstaltungen – trotz des kalten und regnerischen Wetters.

Die 20. Ausgabe der Fête de la Musique in Berlin lockte nach Angabe der Veranstalter tausende Menschen auf die Straßen – um den vielen kostenlosen Konzerten zu lauschen, oder einfach selbst zu musizieren. Die Stadt als großer Konzertsaal, das klappte offenbar auch in diesem Jahr trotz Fußball- und CSD-Konkurrenz. Ob Hobbymusiker oder Profis, Akustikmusik, Klassik oder deftige Beats, an den 111 offiziellen Standorten, zu denen in diesem Jahr auch der Tagesspiegel gehörte, in allen zwölf Bezirken war einiges los – die vielen Spontankonzerte nicht eingerechnet. Mit der Fête de la Musique wird seit 1982 der Beginn des Sommers gefeiert. Dank einer Ausnahmegenehmigung kann in ganz Berlin am 21.6. in der Zeit von 16 bis 22 Uhr auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Grünanlagen ohne Strom und Verstärker musiziert werden. Finanziert wird sie durch die Senatskanzlei-Kulturelle Angelegenheiten und die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Anlässlich des Christopher Street Days (CSD) gab es in Berlin am Sonnabend gleich mehrere Demonstrationen. Zum kleineren, linksalternativen CSD in der Oranienstraße in Kreuzberg kam auch Ex-Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger, der auf Twitter ein Foto mit der Journalistin Carolin Emcke postete. Emke hatte mit Hitzlsperger unter anderem das im Januar erschienene Coming-out-Interview in der Zeit geführt. Er sei auf dem Kreuzberger CSD und wolle anschließend das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ghana schauen, schrieb er in dem Tweet mit dem Hashtag #happyday.

CSD 2014 in Berlin
Klaus Wowereit ist am Samstag umgeben von schillernden Dragqueens, Regenbogen-Fahnen und Luftballons. Es gehe um Selbstverständlichkeiten, ruft Berlins schwuler Regierender Bürgermeister ins Mikrofon. Toleranz für Homo- und Transsexuelle sei eine Frage der Menschenrechte. Mit diesen Worten eröffnet Wowereit (SPD) eine der Paraden zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin.Weitere Bilder anzeigen
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21.06.2014 19:44Klaus Wowereit ist am Samstag umgeben von schillernden Dragqueens, Regenbogen-Fahnen und Luftballons. Es gehe um...

Nur wenige Meter entfernt trat am Sonnabend Sven Regeners Band Element of Crime auf - nämlich am Oranienplatz. Etwa 3000 Fans kamen zu dem Konzert, das laut Veranstalter der Fête de la Musique eine der bestbesuchten des Tages war. Etwa 15 000 Besucher kamen zum kleinen Festival im Mauerpark.

Ab 23 Uhr ging es mit der Fête de la Nuit in zwölf Locations noch bis in die Morgenstunden weiter. Genaue Besucherzahlen wollen die Veranstalter erst in zwei Wochen benennen – es kann bei den vielen Großveranstaltungen ohnehin nur geschätzt werden, wer wofür kam, oft vermischten sich die Zuschauer zu einem insgesamt friedlichen Stadtfest.

Auch die Veranstalter der Fanmeile konnten am Sonntag noch keine genauen Besucherzahlen nennen. Viele Fans waren schon Stunden vor Anpfiff im brasilianischen Fortaleza gekommen, zum sich die besten Plätze vor der 60 Quadratmeter großen Hauptleinwand am Brandenburger Tor zu sichern. Laut Veranstalter waren es trotz des schlechten Wetters mehr Menschen als beim Portugal-Spiel gewesen. Auf dem 30 000 Quadratmeter großen Gelände haben bis zu 100 000 Besucher Platz.

So zitterten die Berliner auf der Fanmeile mit der Nationalelf
Kaum anzuschauen, wie die Deutschen gehen die Ghanaer kämpfen müssen. Am Ende reicht es nur für ein Unentschieden. Und die Fans leiden mit Müller und dessen Kopf, der im letzten Moment des Spiel mit der Schulter eines ghanaischen Spielers zusammenprallte.Weitere Bilder anzeigen
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21.06.2014 22:57Kaum anzuschauen, wie die Deutschen gehen die Ghanaer kämpfen müssen. Am Ende reicht es nur für ein Unentschieden. Und die Fans...


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