Haute Kuki und die Markise : Kunststücke aus Kreuzberg

Ein bisschen bunt, ein bisschen wild und immer ein Unikat: Das Kreuzberger Label „Haute Kuki & die Markise“ stellt in Handarbeit Modeschmuck her. Ein Besuch bei den beiden Künstlern.

von
Entspannt sitzen und Gorka Maezta (30) und Stefan Goertz (39) vor ihrem Laden in der Eylauer Straße.
Entspannt sitzen und Gorka Maezta (30) und Stefan Goertz (39) vor ihrem Laden in der Eylauer Straße.Foto: Carmen Schucker

An den Wänden ihres Kreuzberger Ladens hängen alte Tennisschläger, an denen ovale und rautenförmige Ohrringe in Neonpink, Marineblau oder marmoriert hängen. Stefan Goertz und Gorka Maezta sind die beiden Berliner Schmuckmacher, die hinter „Haute Kuki & die Markise“ stecken. Ein Name, der aufhorchen lässt.

„Kuki“, das bedeutet „niedlich“ in der spanischen Umgangssprache, erklärt Goertz auf der Bank vor dem Kreuzberger Laden, der gegen die Erwartungen gar keine Markise hat. „Haute“ ist das französische Wort für „high“ oder „hoch“. „Die Markise“ schaffte es nur aus Versehen in den Namen, eigentlich dachte Stefan Goertz an Marquesa, eine adlige, elegante Frau. Sein Mann machte daraus „die Markise“. Heute soll der Name Programm für ihre Schmuck-Kollektionen sein. „Etwas verspielt, etwas Graffiti und gleichzeitig elegant: Diese Mischung macht uns aus“, sagt Stefan Goertz.

Erst Modelkarriere, dann Werbeagentur und Fernsehen

Eigentlich kam Goertz vor einigen Jahren wegen seiner Kunst von Köln nach Berlin, um seine Grafiken und Zeichnungen in der Hauptstadt zu verkaufen. Neben kleinen Ausstellungen ging er auch auf Berliner Märkte, um seine Werke zu verkaufen. Gorka Maezta begann nebenbei damit Schmuck anzufertigen. Die Erfahrung mit der Schmuckherstellung hat er von seiner Mutter aus dem Baskenland mitgebracht. In Spanien war er jahrelang in der Kunstszene unterwegs: Er arbeitete in Madrid als Model, in einer Werbeagentur und für das spanische Fernsehen.

Das erste Stück war eine Kette mit einem Dreiecksanhänger in verschiedenen Farben. Die selbst gestalteten und gefertigten kamen bei den Kunden an. „Und plötzlich ging es los“, erinnert sich Goertz. „Unser Schmuck verdrängte allmählich meine Bilder.“ Heute verkaufen sie ihre Kreationen zwischen März und Oktober auf fünf Märkten die Woche, unter anderem am Marheinekeplatz, auf dem Nowkoelln Flowmarkt und am Hackeschen Markt.

Modeschmuck als Kunstwerk

Seit einem Jahr haben die beiden eine Ladenwohnung in Kreuzberg mit Verkaufsraum, Werkstatt und privaten Zimmern gemietet. Modeschmuck, der gleichzeitig ein kleines eigenes Kunstwerk ist, das ist die Lücke, die die beiden schließen wollen. Mittlerweile stellen sie neben Ketten auch Ohrringe, Broschen, Ringe oder Manschettenknöpfe her. Hauptsächlich verwenden sie Messing, immer öfter aber auch vergoldete und versilberte Schmuckelemente, die sie bei einem Schmied nach ihren Vorstellungen anfertigen lassen. Die Acrylfarben – ob Pastelltöne oder Neonfarben – mischen und kombinieren sie selbst. Dabei kommen immer neue Variationen heraus und jedes Schmuckstück wird zu einem Unikat. Anschließend werden die ovalen oder rautenförmigen Fassungen mit Kunstharz gefüllt. Diese Kalt-Emaile-Technik soll den Anhängern ihre Tiefe geben. „Jedes Stück soll ein kleines Kunstwerk zum Tragen sein“, sagt Maezta.

Wozu Tennisschläger so gut sein können - Ohrschmuck bei Haute Kuki & die Markise.
Wozu Tennisschläger so gut sein können - Ohrschmuck bei Haute Kuki & die Markise.Foto: Carmen Schucker

Chef: Stefan Goertz (39), Gorka Maezta (30)
Branche: Schmuck-/Kunsthandwerk
Mitarbeiter: 2
Gründungsjahr: 2011
Firmensitz: Eylauer Straße 10, Kreuzberg

Vor grellgrünen Hintergrund präsentieren die beiden Künstler ihren Schmuck.
Vor grellgrünen Hintergrund präsentieren die beiden Künstler ihren Schmuck.Foto: Carmen Schucker

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben