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Reichenberger Straße : Proteste gegen Räumung in Kreuzberg

Nach längerem Streit ist am Donnerstag eine Wohnung in Berlin-Kreuzberg in Anwesenheit der Polizei geräumt worden. Die Familie hatte den Rechtsstreit verloren. Vor dem Haus wurde demonstriert.

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Zwangsräumung einer Wohnung in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg.
Zwangsräumung einer Wohnung in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg.Foto: Kietzmann

Nach längerem Streit ist am Donnerstag die Wohnung einer Familie in der Reichenberger Straße 73 in Berlin-Kreuzberg vom Gerichtsvollzieher an den Eigentümer übergeben worden. Die linke Szene, die zuvor im Internet mobil gemacht hatte, spricht von „Zwangsräumung“. Die Polizei war mit rund 110 Kräften in „Amtshilfe“ dabei. Der Einsatz verlief nach Polizeiangaben friedlich.
Die linke Szene hatte im Vorfeld zum Protest zu der so genannten Zwangsräumung der Wohnung einer fünfköpfigen Familie in der Reichenberger Straße aufgerufen. Gegen 8.30 Uhr sei der Gerichtsvollzieher in Anwesenheit von Polizeibeamte in das Gebäude gegangen, um die Wohnung an den Eigentümer zu übergeben. „Die Familie, deren Wohnung geräumt werden soll, ist bereits ausgezogen", sagte ein Polizeisprecher.
Nach Polizeiangaben hatten sich rund 30 Leute aus Solidarität mit der Familie, die Berufung gegen das Gerichtsurteil eingelegt hatte, vor dem Haus versammelt und „eine Sitzblockade veranstaltet“. Laut Polizei wurden die Personalien der Leute aufgenommen. Es sind gegen die Blockierer Strafermittlungsverfahren wegen Nötigung und Widerstand eingeleitet worden.

Anwesende wiederum sprechen von mindestens 100 Teilnehmern, die sich vor dem Haus aus Protest „gegen steigende Mieten, Zwangsumzüge und die Verdrängung“ versammelt hätten.
Die Unterstützer der Familie werfen dem Eigentümer vor, nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert zu sein. Für Ende März sei ein Treffen geplant gewesen. In der Reichenberger Straße sei versucht worden "in den vergangenen drei Jahren mindestens 11 Mietparteien aus ihren Wohnungen zu klagen oder durch Schikanen zu vertreiben", heißt es auf einer Internetseite dazu.

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