Lärmschutz in Berlin : Gegen die frühe Nachtruhe, für mehr Freiheit in Biergärten!

Um 22 Uhr muss im Freien Nachtruhe herrschen. Diese Regel geht dem Grünen-Politiker Hans Panhoff auf die Nerven. Die Umstellung auf die Sommerzeit ist ein guter Zeitpunkt, findet er, um die strengen Lärmschutzregeln mal zu diskutieren.

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Tagsüber lieben alle Biergärten, wie den hier von Café am Neuen See. Abends stören sich viele am "Lärm", der von ihnen ausgeht.
Tagsüber lieben alle Biergärten, wie den hier von Café am Neuen See. Abends stören sich viele am "Lärm", der von ihnen ausgeht.Foto: Mike Wolff

Hans Panhoff kommt selber aus einer Kleinstadt, er geht also mit gutem Beispiel voran. Lärm am späteren Abend in Biergärten oder auf Bühnen in der Innenstadt stört ihn nicht. Ihn stört, dass nicht alle so denken wie er. Und weil Panhoff als Bezirksstadtrat für Umwelt von Friedrichshain-Kreuzberg mit „Außengastronomie“ zu tun hat, verfolgt den Grünen-Politiker das Thema auch im Job. Und in der Nacht zum Sonntag verschärft sich sein Frust erheblich. In der Nacht zum Sonntag beginnt die Sommerzeit.

Die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt, wer im Biergarten sitzt, der muss für die gestohlenen 60 Minuten notfalls bitter büßen. Denn um 22 Uhr muss im Freien Nachtruhe herrschen. Diese 22-Uhr-Regel geht dem Grünen-Politiker grundsätzlich schon, auch ohne Sommerzeit, auf die Nerven, aber nun ist ein guter Zeitpunkt, findet er, „dass man mal darüber redet“. Rechtlich kann er nichts machen, Lärmschutz ist durch ein Bundesgesetz abgedeckt, aber „laut denken“ kann er und mal schauen „ob eine Debatte entsteht“.

Hans Panhoff ist Grünen-Politiker und Bezirksstadtrat für Umwelt von Kreuzberg-Friedrichshain.
Hans Panhoff ist Grünen-Politiker und Bezirksstadtrat für Umwelt von Kreuzberg-Friedrichshain.Foto: promo

Die dürfte er bald bekommen, vor allem mit jenen, die er als Problemfälle ausgemacht hat. „Da kommen Leute nach Berlin, weil die Stadt so toll ist, wollen aber Ruhe wie in einem Dorf haben“. Über eine Sonderzone in der Innenstadt könne man ja mal nachdenken, in der ein paar Dezibel mehr erlaubt sind als am Stadtrand. Oder an eine Verlängerung bis 23 Uhr.

Dieser Artikel erscheint im Kreuzberg Blog, dem hyperlokalen Online-Magazin des Tagesspiegels.

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