"Pro Deutschland" : Rechtspopulisten wollen am Oranienplatz demonstrieren

Am Sonntag will die rechtspopulistische Partei "Pro Deutschland" vor dem Flüchtlingscamp am Oranienplatz demonstrieren. Mitglieder der Partei sollen beim Verwaltungsgericht Klage auf Räumung des Platzes eingereicht haben.

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Hoffen auf eine baldige Einigung: Die Flüchtlinge vom Oranienplatz.
Hoffen auf eine baldige Einigung: Die Flüchtlinge vom Oranienplatz.Foto: dpa

Am Sonntag wollen Anhänger der rechtspopulistischen Partei „Pro Deutschland“ vor dem Flüchtlingscamp auf dem Kreuzberger Oranienplatz demonstrieren. Laut Polizei ist für die Zeit zwischen 16 und 18 Uhr eine Kundgebung angemeldet; der Veranstalter rechne lediglich mit zehn Teilnehmern. Eigenen Angaben zufolge ist aus den Reihen der Partei zudem beim Verwaltungsgericht Klage auf Räumung des Platzes eingereicht worden.

Zu Besuch im Camp am Oranienplatz
Das Flüchtlingscamp am Oranienplatz ist umstritten und politisch nur geduldet. Doch es hat auch viele Unterstützer. Zuletzt besuchten die Grünen-Politikerinnen Canan Bayram (MdA, Sprecherin der Berliner Grünen für Migrations-, Integrations- und Flüchtlingspolitik) und Barbara Lochbihler (Foto; MdEP, Grüne, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Europäischen Parlaments) die Bewohner, um sich näher über ihre Lebenssituation zu informieren.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Björn Kietzmann
28.08.2013 16:37Das Flüchtlingscamp am Oranienplatz ist umstritten und politisch nur geduldet. Doch es hat auch viele Unterstützer. Zuletzt...

Unterdessen beschäftigt sich das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit zwei Gewaltvorfällen in der von Flüchtlingen besetzten Schule in der Reichenberger Straße am Mittwoch. Unter anderem waren ein Handwerker und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes von einem Bewohner mit einem Messer bedroht worden, so dass die Polizei gerufen werden musste.

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Umfrage: Wie geht es weiter auf dem Oranienplatz?
Umfrage: Wie geht es weiter auf dem Oranienplatz?

Der Angreifer gehöre aber nicht zu den Bewohnern der Schule, sagt der Sprecher des Bezirksamts, Sascha Langenbach. Dies habe sich am Freitagnachmittag bei dem wöchentlich stattfinden Treffen von Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) mit den Bewohnern herausgestellt. „Dort leben rund 220 Menschen friedlich, und eine Handvoll Leute legt durch tiefsitzende Traumata Verhaltensweisen an den Tag, die nicht unserem sozialen Verhalten entsprechen“, sagte Langenbach. Dabei sollte auch über den Vorschlag von Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) gesprochen werden, den Flüchtlingen ein vorübergehendes Bleiberecht einzuräumen, wenn sie Camp und Schule räumen. In der Flüchtlingsszene wird dieses Angebot kontrovers diskutiert; im Senat ist es ebenfalls noch nicht abgestimmt..

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