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    Unter Nachbarn

    Das ist Max. Ein Grüner Leguan. 2006 geboren. Er sucht ein neues Zuhause. 2016 ist sein Halter verstorben, seitdem geht es ihm im Tierheim ganz gut. Er sucht allerdings erfahrene Halter, die ihm möglichst viel Platz bieten können. Ein geräumiges Zimmerterrarium mit waagerechten, kräftigen Ästen, vielen Rückzugsmöglichkeiten, Pflanzen und einem großen Teich wäre ideal. Als Bodengrund eignet sich Waldboden oder ungedüngte Blumenerde. Wer meint, Max bieten zu können, was er braucht: tierschutz-berlin.de

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-r.klages@tagesspiegel.de

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von Robert Klages tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Lichtenberg,

wie ist der Stand der Dinge in Lichtenberg? Wird das wieder eine sichere Nummer für Gesine Lötzsch und die Linkspartei? Oder schafft es Martin Pätzold von der CDU diesmal, das Direktmandat zu ergattern? Und wie viel Gefahr für die etablierten Parteien droht von rechts? Kann die AfD an ihren Erfolg bei den Landtagswahlen anknüpfen und auch bei der Bundestagswahl am 24. September für eine Überraschung sorgen? Oder wäre es schon keine Überraschung mehr? Wie steht es um Kevin Hönicke und die SPD und Hannah Neumann und die Grünen? Wie sie ausgehen wird, die Wahl, und welche Politiker*innen aus Lichtenberg in den Bundestag einziehen werden und wie die dortige Sitzverteilung der Parteien aussehen wird – vorhersagen kann man es nicht. Vor allem, da auf Statistiken so wenig Verlass ist wie auf Wettervorhersagen für Berlin. Den Sieg von Donald Trump in den USA sahen nicht Viele kommen. Statistiken und Wähler*innenumfragen sprachen dagegen. Ich habe trotzdem mal versucht, die Lage in Lichtenberg etwas zusammenzufassen. Hier nachzulesen. Auch Birgitt Eltzel hat das für Lichtenberg im Verbund mit Marzahn versucht. Hier nachzulesen. Sie hat sich in Marzahn und Hohenschönhausen umgeschaut und sieht, ähnlich wie ich: „rot oder blau“.

Die AfD könnte in Deutschland drittstärkste Kraft werden. So mein Eindruck, wenn ich mich nicht nur in Lichtenberg, sondern vor allem im Internet umschaue. Das habe ich zuletzt erfahren, als ich versucht habe, eine Falschmeldung richtig zu stellen. (Mehr dazu nochmal weiter unten in den Polizei-Meldungen.)

Da zeigt sich, wie viele Stimmen die AfD, und wie wenig beispielsweise die Grünen, erhalten könnten. Und wenn Alexander Gauland nun erneut irgendwas erzählt, die Weltkriege und die Taten der Wehrmacht müssten „neu bewertet“ werden, dann reicht ein Blick ins Internet um zu sehen, wie viele Leute diesem reaktionären Nazigelaber zustimmen. Diese Leute nehmen vermutlich nicht an Umfragen teil und gehen daher nicht mit ein in Statistiken zu den Wahlen.

Die Alternative für Deutschland ist eine rechtsextreme Partei, die versucht, völkisches Denken in Deutschland wieder hoffähig zu machen. Sie strebt ein ethnisch homogenes Deutschland an. Sie will die deutsche Geschichte revidieren.“ So kommentiert meine Tagesspiegel-Kollegin Anna Sauerbrey die jüngsten Gauland-Äußerungen. Hier nachzulesen. Leider, so mein Eindruck in letzter Zeit, teilen viele Wähler*innen diese Gauländische Ideologie: Wir leben in einem Land, das zutiefst durchzogen ist von Ausländerhass und rechtem Gedankengut. Die AfD macht diesen Faschismus wieder salonfähig und wird mit ihm in den Bundestag einziehen. Sie erzählt den Leuten, ihre rechte Ideologie sei Patriotismus und ihr Ausländerhass sei „Islamkritik“.

Wie schwer die AfD einzuschätzen ist, erklärt auch der Wahlforscher Thorsten Faas: „Eine korrekte demoskopische Einordnung der AfD gehört mit zu den schwierigsten Fragen der aktuellen politischen Situation.“ Hier nachzulesen. Doch CDU, SPD, Linke und Grüne scheinen das nicht zu merken. Ist wie beim Fußball: Wenn du dich nicht bewegst, schießt die andere Mannschaft die Tore. Die AfD spielt äußerst aggressiv, auch eindeutig unfair – aber wenn die Gegner dem Trugschluss erliegen möchte, dass immer der Fairere oder Bessere gewinnt, dann könnte ihnen, wenn auch keine Niederlage, aber doch noch einige Gegentore mehr drohen.

Wie die Lichtenberger*innen historisch abgestimmt haben – also seit 1990 – könnt ihr übrigens unter den Macher-Meldungen beobachten, wo ein Gif des Tagesspiegel-Data-Teams die lila-rot-grau wechselnden Kieze darstellt. Eine erste Analyse zur Wahl wird es auch schon bereits um 6 Uhr Montagfrüh im „Checkpoint“ von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt geben. Alle Ereignisse werden dann natürlich auf tagesspiegel.de zu verfolgen sein.

Robert Klages ist freier Mitarbeiter in der Politik-Redaktion beim Tagesspiegel. Schreibt ihm bei Anregungen, Kritik, Wünschen, Tipps bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Ansonsten ist er auch auf Facebook und Twitter und Instagram, folgt ihm auch hier gerne. Mehr zu seinen literarischen Bemühungen findet ihr auf robert-klages.de.

Tipp von Robert Klages

Wer Krimis mag, der findet in der Magdalenenstraße totsicher ein Buch. Denn dort gibt es eine Buchhandlung nur für Krimis. Name: „Totsicher. Krimibuchhandlung“. Ihr Motto: „Alles dient der Literatur-sogar Diebstahl und Mord“. Auch Online kann man schon mal durch das Sortiment und die Autor*innen stöbern. Gelegentlich finden Lesungen statt.