• Geisel quer

    Unter Nachbarn

    Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport der Stadt Berlin. Der SPD-Abgeordnete hat am 15. März sein Bürgerbüro in der Dönhoffstraße 36a in Karlshorst eröffnet. Von Montag bis Mittwoch von 10 bis 17 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr ist dieses geöffnet. Am 10. Mai nimmt Geisel persönlich Gespräche via Skype entgegen. Von 16.30 bis 17 Uhr. An diesem Tag ist er auch persönlich zwischen 17 und 19 Uhr in seinem Bürgerbüro anzutreffen. Weitere Informationen gibt es unter 33 84 72 57 oder buergerbuero@andreas-geisel.de. Geisel wurde 1966 im Oskar-Ziethen-Krankenhaus geboren und lebt mit seiner Familie in Lichtenberg. Von 2011 bis 2014 war er Bezirksbürger*innenmeister des Bezirks. 

    Das gefällt mir: Lichtenberg ist lebenswert, familienfreundlich und bunt. Immer mehr Menschen und vor allem junge Eltern mit ihren Kindern zieht es in den Bezirk. Dazu haben auch die vielen neuen Parks, Radwege und Spielplätze beigetragen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Als Bezirksbürgermeister und vorher als Stadtrat, habe ich genau daran gearbeitet. Den Bezirk familienfreundlicher und lebenswerter zu gestalten. Stellvertretend dafür steht auch die Rummelsburger Bucht. Hier ist in wenigen Jahren nicht nur ein modernes Wohngebiet, sondern auch ein einmaliges Naherholungsgebiet entstanden. Die attraktive „Südküste Lichtenbergs“ lockt in der warmen Jahreszeit nicht nur Lichtenberger an, sondern auch viele Menschen aus den angrenzenden Bezirken.

    Das gefällt mir nicht: Die neue Attraktivität unseres Bezirks bringt auch Herausforderungen mit sich. Viele Menschen zieht es hierher, aber auch die Infrastruktur muss damit Schritt halten. Wir brauchen weiterhin bezahlbare Wohnungen, eine bessere Verkehrsinfrastruktur, neue Kitas, Schulen und Spielplätze. Vor allem im Süden Lichtenbergs steigt der Bedarf an Schulplätzen rasant. Hier setze ich mich für einen neuen großen Schulcampus auf dem Gelände der HTW an der Treskowallee ein, die nach Schöneweide ziehen möchte. Mir ist klar, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich der Hochschule positiv verbunden fühlen. Mit einer Nutzung als Schulcampus haben wir aber eine gute Lösung, die den Kindern einen zentralen und gut angebundenen Schulplatz garantieren kann. Bei der Entscheidung sollten wir uns an der Zukunft orientieren. Die Stadt wächst auch ohne unser Zutun, aber unsere Verantwortung ist es, ihr Wachstum sozial gerecht zu gestalten.

    Das empfehle ich: Im Sommer ist der Orankesee in Hohenschönhausen wunderbar. Ein natürlicher See mit Ostseestrand und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Für Kulturinteressierte bietet das Kulturhaus Karlshorst auch an den kälteren Tagen im Jahr ein breites Angebot von Theatervorführung und Kunstausstellung bis Poetry Slam. Und wenn man gerade dort ist, lohnt sich ein Abstecher in den Kinderladen Allerhand. Einfach die Dönhoffstraße hinunter laufen, vorbei an meinem neuen Wahlkreisbüro, ist man in fünf Minuten da. In der lebhaften Atmosphäre umgeben von jungen Eltern und kleinen Kindern sein Mittagessen oder ein Eis zu genießen, ist wirklich eine schöne Abwechslung.
    Foto: Reiner Freese

    Sie müssen nicht Innensenator von Berlin sein, um sich hier vorstellen zu können. Wenn Sie als Nachbar*in aufgenommen werden möchten, schreiben Sie mir gerne unter leute-r.klages@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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von Robert Klages tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Lichtenberg,

eigentlich sollte man meinen, dass sich die Anwohner*innen des Kaskelkiezes freuen dürften, jetzt, da ihr Lebensraum unter Milieuschutz gestellt wurde. Viele Ansässige meinen jedoch, der Schutz käme „zu spät“- wie ich ja bereits in der letzten Newsletter-Ausgabe berichtet hatte. Auch auf Facebook beklagen sich mutmaßliche Anwohner*innen, es sei doch alles nur eine „Symbolpolitik“. Viele stört besonders, dass die anliegenden Bereiche wie der Weitlingkiez und die Frankfurter Allee Nord (FAN) nach dem Gutachten nicht unter den Milieuschutz fallen. Lichtenbergs Stadträtin für Stadtentwicklung, Birgit Monteiro (SPD), hatte den Milieuschutz für den Kaskelkiez nach einem städtebaulichen Gutachten beschlossen. Die Linken fordern nun gar ein neues Gutachten. „Man muss den Eindruck gewinnen, dass Frau Monteiro den Entwicklungen hinterher läuft. Stattdessen wäre es angebracht, proaktiv voranzugehen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Norman Wolf. „Weitere Jahre zu warten schützt die Bewohnerinnen und Bewohner im Weitlingkiez und Frankfurter Allee Nord nicht vor Verdrängung.“ Das Gutachten eines anderen Anbieters könne für Klarheit sorgen. Wie Monteiro der Kritik entgegnet, lesen Sie in den Macher-Meldungen.

Robert Klages ist freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel und wohnt Platte, kein Milieuschutz aber WBS-Schein. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Oder folgen Sie ihm auch auf Facebook und Twitter. Mit seinen eigenen Texte ist er auch literarisch aktiv. Jeden ersten Mittwoch im Monat organisiert er den dreisprachigen Literaturabend „Der Lesende Krake“ in der Neuköllner Buchhandlung Raum B in der Wildenbruchstraße 4. Jeden dritten Mittwoch im Monat ist er Teil der Leseserie „Delyrium“ in der Brotfabrik in Weißensee. Einblick in sein literarisches Schaffen gibt es unter robert-klages.de.

Robert Klages' Tipp für Sie

„Spaghetti Kebab“ in Karlhorst: Das Hotel-Restaurant „Yerevan“ in der Treskowallee 89 bietet Spezialitäten aus Armenien an. Darunter auch ein Gericht mit dem Namen „Spaghetti Kebab“, in der Speisekarte wie folgt beworben: „gekochter Hackfleisch gefühlt mit spaghetti in Tomatensouce“. Das musste ich natürlich probieren, auch für 12,90 Euro. Doch die überaus freundliche Bedienung riet mir davon ab und wollte mich überreden, den Fisch zu bestellen, der „gar nicht nach Fisch“ schmecken würde. Ich bin mir sicher, dass sie im „Yerevan“ einen exzellenten Fisch zubereiten, musste aus finanziellen Gründen aber ablehnen, denn die Preise sind doch beeindruckend. Zu beeindruckend. Bei dem „Spaghetti Kebab“ handelt es sich auch nicht um das auf der Karte angekündigte skurrile Angebot, sondern um Hackbälle, also Buletten, (also Frikadellen), mit Nudeln und Tomatensauce – wie mir die Kellnerin bei einem armenischen Weinbrand erläuterte. Ich entschied mich daher für „Tava Kebab mit Spiegelei“ – Buletten mit Spiegelei und Bulgur mit Pilzen für 8,90 Euro. Das war sehr sehr lecker und ich so satt wie vielleicht lange nicht mehr in meinem Leben. Weitere armenische Weinbrände halfen mir dabei, mich vollständig der Völlerei hinzugeben.