• Michael Duckstein

    Michael Duckstein

    , 42 Jahre alt, Straßenbauer aus dem Wohngebiet Weiße Taube in Alt-Hohenschönhausen. Verheiratet mit Sandra Duckstein. Zwei Töchter: 14 und 10 Jahre alt. Fan von Union Berlin (aktive Fanszene), Musikliebhaber ("Indie,Gothic, Mittelalter und so Zeug").

    Unter Nachbarn

    „Seit die kleine Tochter Fußball spielt (Lichtenberg 47 ) versuchen wir natürlich auch immer vor Ort zu sein und sie zu begleiten. Zusammen mit den anderen Eltern organisieren wir Turniere. Und versuchen dem Trainerteam bei der Organisation von Auswärtsfahrten etc. behilflich zu sein. Was mir an Lichtenberg gefällt, ist der sehr gute ÖPNV, der Ober- und Orankesee und das altehrwürdige Zoschke-Stadion. Nicht gefällt mir der Zustand einiger Schulen und Turnhallen.“

    Wollen Sie sich oder jemand anderen in dieser Rubrik vorstellen? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter leute-r.klages@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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von Robert Klages tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Lichtenberg,

Mettbrötchen esse ich ausschließlich auf Pressekonferenzen. Vielleicht noch auf Beerdigungen, Kommunionen oder Konfirmationen. Das ist so eine Tradition bei mir. Auf der Jahrespressekonferenz im Rathaus Lichtenberg gab es jetzt wieder Mettbrötchen. Mit noch leicht „angerauter“ Stimme vom Union-Spiel (3:1-Sieg!) sprach Bürger*innenmeister Michael Grunst (Die Linke) zur Lage im Bezirk: Lichtenberg sei „familien- und kinderfreundlich“, jedoch gehe es nicht allen gut. So leben etwa ein Drittel der Kinder von Transferleistungen und es gebe kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Aktuell sind laut Stadträtin Birgit Monteiro (SPD) etwa 13.000 Lichtenberger arbeitslos. „Die Leute brauchen schnell einen Wohnberechtigungsschein“, sagt Grunst. Doch die Verwaltung ächzt: In Lichtenberg dauert die Bearbeitung von Wohngeld- und Wohnberechtigungsscheinanträgen berlinweit am längsten, nämlich 14 bis 18 Wochen, wie aus einer Anfrage des Bezirksverordneten Henning Fahrenberg (SPD) hervorging. Stadträtin Katrin Framke (Die Linke) spricht sogar von bis zu 20 Wochen. Bis zu 50 Anträge träfen schon mal pro Tag ein. Framke macht sich stark für einen Kita-Ausbau und wird einen Streik für mehr Lohn der Erzieher*innen unterstützen. Die Sache mit den WBS-Scheinen und dem Wohngeld soll „mit Hochdruck“ verbessert werden. Um die Anträge langfristig schneller bearbeiten zu können, soll das Personal aufgestockt werden. Um das Problem kurzfristig zu lösen, wurden „Sofortmaßnahmen“ angekündigt. Demnach soll in den anderen Bezirken Verwaltungspersonal angefragt werden, in Lichtenberg auszuhelfen. Hierbei handele es sich um keinen sonderlich seltenen Vorgang, meinte Grunst. Des Weiteren wirbt die Stadträtin aktuell bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, darunter bei der Howoge, um eine Kooperation. Künftig könnten die Gesellschaften die Prüfung der Wohnberechtigung selbst übernehmen, so die Idee. Framke sieht die Ursachen für die langen Bearbeitungszeiten unter anderem bei der Rentenerhöhung 2016. Es handelte sich um die höchste Rentenanpassung seit 20 Jahren. Hierdurch wurden zahlreiche Neuberechnungen notwendig. Des Weiteren trat 2016 eine Wohngeldnovelle in Kraft. Mit ihr kam es auch zu Beginn des vorigen Jahres zu einem sprunghaften Anstieg der Anträge. Denn eine breitere Schicht an Menschen konnte erstmals solche stellen.

Viele interessante Nachrichten und allerlei Stimmen, Meinungen und Skurriles aus den Bezirken lassen sich übrigens unter dem Twitter-Account von „Tagesspiegel Leute“ finden. Oder auch unter „Tagesspiegel Berlin“ – hier bin ich derzeit am Steuer und würde mich freuen, Sie auch dort antreffen zu können.

Robert Klages ist freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel und hat in acht Jahren Berlin in fünf unterschiedlichen Bezirken gewohnt. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Auf Facebook und Twitter ist er auch, folgen Sie ihm gerne. Mit seinen eigenen Texte ist er auch literarisch aktiv. Jeden ersten Mittwoch im Monat organisiert er den dreisprachigen Literaturabend „Der Lesende Krake“ in der Neuköllner Buchhandlung Raum B in der Wildenbruchstraße 4. Jeden dritten Mittwoch im Monat ist er Teil der dreiköpfigen Leseserie „Delyrium“ in der Brotfabrik in Weißensee. Einblick in sein literarisches Schaffen gibt es unter robert-klages.de .

Robert Klages' Tipp für Sie

Tierischer Ost-West-Konflikt. Der erste diesjährige Tagesspiegel-Salon am Dienstag, 21. Februar, widmet sich der Geschichte der beiden Berliner Zoos. Darin spiegelt sich nämlich auch die Geschichte des geteilten Deutschlands. Als der Kalte Krieg Anfang der 1960er Jahre seinen Höhepunkt erreichte, begann ein tierisches Wettrüsten: Der West-Berliner Zoodirektor Heinz-Georg Klös forderte von Bürger*innenmeister Willy Brandt, die Elefantenpopulation aufzustocken – nur so könne man dem Ost-Berliner Tierpark Friedrichsfelde und dessen Direktor Heinrich Dathe die Stirn bieten. Es war eine Frage der Ehre. Der Journalist Jan Mohnhaupt, der lange für den Tagesspiegel über den Zoologischen Garten und den Tierpark geschrieben hat, lässt in seinem neuen Buch „Der Zoo der anderen“ diese Geschichte eindrucksvoll aufleben. Lesen Sie hier Auszüge aus dem Buch. Ob Brillenbär-Spende durch die Stasi, Schlagzeilen wie „Westesel gegen Ostschwein“ oder der verbale Schlagabtausch der beiden charakterstarken Direktoren – die beiden Zoos verraten mehr über das Verhältnis zwischen Ost und West als so manche Regierungserklärung. Den Tagesspiegel-Salon moderiert Annette Kögel aus der Berlin-Redaktion. Beginn ist am 21. Februar 19 Uhr im Verlag am Askanischen Platz 3 in Kreuzberg. Am Bechstein-Flügel spielt Jazzpianist Gregor Graciano. Eintritt: 18 Euro inklusive Sekt und Snack. Anmeldung unter Tel. 29021 560 oder tagesspiegel.de