• Unter Nachbarn

    Adzovi Adjogah, 37, aus Biesdorf ist ehrenamtliche Lesepatin und „Stern des Monats November“.

    Zugegeben, es mag vielen Menschen ungewöhnlich erscheinen, dass ich als Lesepatin arbeite“, sagt Adzovi Adjogah. „Ich bin unverkennbar Afrikanerin, trage auch gern unsere traditionell bunte Kleidung. Aber ich spreche perfekt deutsch.“ Das hat sie schon in ihrer Heimat Togo gelernt, wo Deutsch bis heute zweite Fremdsprache an den Schulen ist, eine Nachwirkung der Kolonialzeit. Adjogah hat Deutsch studiert und fünf Jahre an einem Gymnasium in Togo unterrichtet. Seit 2010 ist sie an der Humboldt-Universität für Literaturwissenschaft eingeschrieben und arbeitet gerade an ihrer Dissertation. Nebenbei engagiert sie sich ehrenamtlich als Lesepatin an einer Kreuzberger Grundschule – das hat sich so ergeben.

    Jeden Freitag besucht sie Kinder der ersten bis dritten Klasse, hauptsächlich mit türkischen Wurzeln, spielt mit ihnen zum Aufwärmen Bingo oder Memory, Reim- und Silbenspiele. „Ich denke, dass man eine Sprache am besten spielerisch lernt“, sagt sie „Es gibt so viele Geschichten zu teilen und mitzuerleben.“ Sie will auch das Selbstvertrauen der Kinder stärken. „Das kann ich bei den Kindern mit ausländischen Wurzeln vielleicht besser als Lesepaten, deren Muttersprache Deutsch ist.“ Für ihren vorbildlichen Einsatz, immerhin schon seit Herbst 2015, hat das Sternenfischer-Freiwilligenzentrum Adjogah jetzt zum „Stern des Monats November“ erkoren. Es liegt in Köpenick – sozusagen als Brücke zwischen Kreuzberg und Biesdorf.

    Foto: Reginald Gramatté

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

von
bis
Bitte geben Sie hier den Suchbegriff ein!
von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

kann eine Fahne die Welt verändern? Vermutlich nicht. Aber sie kann ein Zeichen setzen und uns daran erinnern, dass manches, was wir derzeit aus Hollywood oder sonst woher hören, gar nicht so weit weg ist, wie wir uns glauben machen wollen. In den nächsten zwei Wochen weht vor dem Rathaus am Alice-Salomon-Platz ein Banner, das „Nein zu Gewalt an Frauen“ propagiert – gehisst von Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle, Angehörige der Kommunalpolitik, von Verwaltung und Alice-Salomon-Hochschule und Mitgliedern des Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt. Das sagt uns diese Fahne: Wer die Welt verändern will, sollte bei sich selbst anfangen.

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

Ingo Salmens Tipp für Sie

„Marzahn gibt sich am Helene-Weigel-Platz jede Mühe, allen Marzahn-Klischees zu entsprechen“, stellt Blogger Dirk Franke fest. Er wollte die Schwimmhalle „Helmut Behrendt“ testen – und musste sie erst einmal hinter Häuserbergen suchen. Was er fand, war eine „wunderbare leicht-luftige Dachkonstruktion“, die sich auf „eines der schwimmfreundlichsten Bäder der Stadt“ gelegt hat. Besonders ansprechend fand er die 50-Meter-Bahn, wenn auch teilweise für Schulen und Vereine gesperrt, sowie die großzügigen Fensterflächen. Weniger großzügig: die Umkleiden. „Persönlicher Kontakt wird hier groß geschrieben“, spottet Franke in seinem wie immer lesenswerten Bericht. „Die Chance, in den Kabinen um eine Kurve zu laufen und dann im engen Gang Aug‘ in Aug‘ mit einem nur Zentimeter entfernten nackten Mann zu stehen, ist immens.“ Etwas „schäbig“ kamen ihm die Duschen vor. Freundlich gesprochen also ein Bad fürs Wesentliche – und das erkannte der Tester auch am Publikum: „Die Anwesenden waren schon deutlich zum Schwimmen dort und nicht zum Baden und das tendenziell auch eher gekonnt.“ Also, liebe Wasserfreunde: Wie wär’s mal wieder mit einem Besuch? Ist ja jetzt Saison – und nächstes Jahr stehen drei Monate Beckensanierung an, vermutlich ab Juni, wie mir die Bäderbetriebe mitteilten. Nur Schlagerradio müssten Sie ertragen. berlinerbaeder.de

Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.