• Lucas Ludewig Pfarrer

    Unter Nachbarn

    Lucas Ludewig, 31 Jahre, ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Marzahn, seit Anfang des Jahres arbeitet und wohnt er in der Gemeinde.

    „Das Problem mit Klischees ist nicht, dass sie nicht wahr sind, sondern dass sie nur einen Teil der Wahrheit abbilden.“ Dieser Satz war vor zwei Wochen auf der re:publica zu lesen. Und er passt auch zu meinen Erfahrungen hier in Marzahn, seit ich im Januar hergezogen bin. Und ja, in der gesellschaftlichen Breite spielt die Kirche hier in Marzahn keine große Rolle. Ich kann als Pfarrer in den Dönerimbiss oder in den Supermarkt gehen, die 300 Meter von der Kirche entfernt sind, ohne dass mich jemand kennt. Auf einem bayrischen Dorf wäre das sicher anders.

    Doch das ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Ein anderer Teil lautet, dass am Himmelfahrtstag viele Christen aus der Region morgens um zehn auf den Ahrensfelder Berg gehen, um unter freiem Himmel Gottesdienst zu feiern. Gerade an diesem langen Himmelfahrtswochenende zeigt sich, wie lebendig die christliche Gemeinde in Marzahn ist. Wir nehmen im Gemeindehaus im alten Dorf gut 80 Gäste aus ganz Deutschland auf, um ihnen in einer überfüllten Stadt einen Kirchentagsbesuch zu ermöglichen. An den Abenden sitzen wir dann ab 19 Uhr beisammen, um Andacht zu feiern und uns näher kennenzulernen. Und natürlich machen wir am Samstag bei uns auf dem Hof des Gemeindezentrums, Alt-Marzahn 61, Public Viewing, damit alle das Pokalfinale schauen können. Kommen Sie also gerne vorbei!

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

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von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

schockierende Entdeckung am Bahnhof Wuhletal: „… wenn Sie diesen Text lesen, hat jemand diese Perlschnur Wh_VH entwendet!“ Ja, Ausrufezeichen! Klebt genau so: auf der Perlschnur. Wie bitte? Mail an die BVG, ruckzuck Rückruf von Pressesprecher Jannes Schwentuchowski, der zum Glück gerade den hauseigenen Perlschnur-Experten bei sich stehen hatte. Es handelt sich, dem Foto nach zu urteilen, um eine Tafel aus dem Bahnhof Samariterstraße, die alle Haltestellen der U5 anzeigt, Fahrtrichtung Hönow. Weil die aufgezogen sind wie auf einer Kette, heißt das Perlschnur. Das Schild ist ausrangiert und dient nur noch als Träger für eine neue, laminierte Plastikkarte, Typ „Wh“ für Wuhletal und „VH“ für Vorhalle – und diese Karte hat irgendjemand stiebitzt, sodass der Hinweiszettel zum Vorschein kam. Also, wenn Sie demnächst in irgendeinem Jugendzimmer eine Perlschnur Wh_VH – ach: Schwamm drüber!

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

Ingo Salmens Tipp für Sie

Wenn ich „Blumen des Bösen“ höre, muss ich ja immer an die „Blusen des Böhmen“ denken, hintersinnigen Nonsens, wie ihn nur Robert Gernhardt fabrizieren konnte. Eine neue Ausstellung in der Pyramide setzt sich freilich mit dem Original von Charles Baudelaire auseinander. „Les Fleurs du Mal – eine Annäherung“ ist eine Ansammlung von Wucherungen, Mutationen und Texturen aus Gesteins-, Tier- und Pflanzenwelt in Collagen, Drucken, Tonarbeiten. Ein Blick hinter den schönen Schein, der übers Literarische hinausreicht. Beteiligt sind die Künstler Karl Fulle, Ellena Olsen, Andreas Poppmann und Katja Schütt. Noch bis 30. Juni zu sehen montags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr im Ausstellungszentrum Pyramide, Riesaer Straße 94. Der Eintritt ist frei.

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