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    Unter Nachbarn

    Der Historiker und Kurator Dmitrij Belkin wohnt zwar in Wilmersdorf, seine neue Ausstellung ist allerdings in Mitte. „#Babel 21. Migration und jüdische Gemeinschaft“ wird seit dem 13. September in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum gezeigt.

    Herr Belkin, wie jüdisch ist Berlin? Das kommt ganz auf die Perspektive an. Einerseits ist Berlin wieder sehr jüdisch, denken Sie etwa an unsere Hunderte ELES-Stipendiaten, die von überall in die deutsche Hauptstadt kommen – so gesehen ist Berlin gewissermaßen die jüdische Stadt des frühen 21. Jahrhunderts. An anderer Stelle wiederum ist die Stadt nicht sehr jüdisch, weil die zehntausend Gemeindemitglieder und ungefähr gleiche Zahl Juden, die nicht Mitglied der Gemeinde sind, natürlich deutlich weniger sind, als die 170 000 Juden, die einstmals, also vor Hitler und vor der Shoah, in Berlin lebten. Berlin ist schließlich überhaupt nicht jüdisch, weil auch das nichtjüdische Deutschland hier für sich selbst ausgesprochen gern Monumente und Gedenkstätten errichtet. Diese werden erstaunlicherweise mitunter auch ein Ort für Juden. Ich denke etwa an die Stolpersteine.

    Ihre jetzt eröffnete Ausstellung „Babel 21“ haben Sie der jüdischen Zuwanderung nach Deutschland gewidmet, was wollten Sie dokumentieren? Wir sind unter Anderem der Frage nachgegangen, was die jungen „Helden“ unserer Ausstellung mit der Generation ihrer Eltern und Großeltern verbindet, die in Kiew, Petersburg, Ost-Berlin, Tel Aviv, Frankfurt oder Sao Paulo geboren oder aufgewachsen sind …

    Und wie lautet die Antwort? Da wären wir dann wieder bei der Frage nach den Identitäten: Es ist dieses schwer beschreibbare Gefühl, sich als Jude in der vielfältigen Welt zu definieren und sich mit dieser Welt – und mit sich selbst – auseinanderzusetzen.

    Das ganze Interview, geführt von meinem Kollegen Johannes C. Bockenheimer, können Sie hier lesen.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute@tagesspiegel.de

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Laura Hofmann. von Laura Hofmann tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Mitte,

in 9 Tagen ist Bundestagswahl. Wer gewinnt unseren Wahlkreis? Es dürfte spannend werden. Eva Högl, 48, Spitzenkandidatin der Berliner SPD, die bereits 2009 und 2013 über das Direktmandat in den Bundestag einzog, liegt zwar in den Umfragen vorne, ihr Sieg gilt jedoch nach Meinungsforschungsinstituten als unsicher. Gefolgt wird sie von Frank Henkel (CDU). Einen Überblick zum Wahlkampf in Mitte habe ich für den Tagesspiegel hier aufgeschrieben.

Am Wahltag selber findet bekanntlich auch der Berlin-Marathon statt. Und der ist im Weg. TV-Sender warten noch auf Standortzusagen für ihre Wahlberichterstattung in der Nähe des Reichstags, berichtete meine Kollegin Sabine Beikler vor wenigen Tagen. Nun teilten Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel und Stadträtin Sabine Weißler (beide Grüne) mit: Halteverbotszonen für Übertragungswagen von TV-Sendern seien nur in sehr eingeschränktem Umfang vorhanden. Für die verfügbaren Flächen wurden vom Ordnungsamt die notwendigen Anordnungen zu Gunsten der Sender ausgesprochen. Allerdings sei absehbar, dass nicht sämtliche TV-Sender ihre Übertragungswagen in der unmittelbaren Umgebung des Reichstagsgebäudes abstellen können. Wir dürfen also gespannt sein, welche alternative Berlin-Kulisse am Wahlabend zum Zug kommt…

Laura Hofmann arbeitet in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Zuhause fühlt sie sich dort, wo der Fernsehturm nicht weit ist. Folgen Sie ihr auf Twitter, Facebook oder schreiben Sie ihr eine Mail.

Judith Langowskis Tipp für Sie

Ein Festival der Publikumslieblinge im City Kino Wedding: Zwischen Mittwoch, 20. September, und Sonntag, 24. September, zeigt das Kiezkino Filme, die auf in- und ausländischen Festivals Publikumspreise gewonnen haben. Das komplette Programm der 18 Lang- und Kurzfilme finden Sie hier. Hauptakteur des Festivals ist aber, natürlich, auch hier das Publikum: Am Sonntag um 17 Uhr wird der Gewinner des Festivals, laut Abstimmung der Zuschauer, gekürt und der Film noch einmal gezeigt.

Judith Langowski ist Redakteurin für Tagesspiegel-Leute und berichtet gelegentlich aus allen Bezirken – am liebsten aus Tempelhof-Schöneberg, weil sie dort so gerne lebt.

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