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    Unter Nachbarn

    Vor elf Jahren erschütterte ein Brandbrief der Lehrer*innen der Rütli-Schule ganz Deutschland. Die einstige Hauptschule ist mittlerweile die „Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli“, 2014 legten die ersten Schüler*innen das Abitur ab. Schulleiterin Cordula Heckmann erklärt:„Viele unserer Schüler sind die ersten in ihrer Familie, die Abitur machen, deshalb ist es uns wichtig, sie beim Übergang zum Studium oder zur Berufsausbildung zu begleiten.“ Die Kolleg*innen aus der Schulredaktion stellen einige der aktuellen Abiturient*innen vor. Ida Hupfhauer (19) etwa ist extra in der elften Klasse zu ihrer Patentante gezogen, um die Schule besuchen zu können: „Das Konzept der Schule hat mich überzeugt“, sagt sie. „Es war kein Frontalunterricht, wir hatten kleine Gruppen, in denen es sehr gemeinschaftlich zuging. Und die Leute hier, die Lehrer und die Mitschüler, sind einfach toll. Die Atmosphäre war herzlich und freundlich, die Lehrer haben sich sehr um uns gekümmert. Ich werde es vermissen.“

    Wer einen Vorschlag hat, welcher Mensch hier unbedingt vorgestellt gehört: Gerne mailen an leute-m.haarbach@tagesspiegel.de

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von Madlen Haarbach tagesspiegel
Liebe Nachbar*innen aus Neukölln,

Mitte Juni verunglückte ein 55-jähriger Radfahrer tödlich, nachdem er gegen die geöffnete Tür eines im absoluten Halteverbot parkenden Autos geprallt war. Nun hat das Bezirksamt reagiert und die gefährliche Stelle mit einer baulichen Sofortmaßnahme entschärft. An der Unfallstelle in der Hermannstraße Ecke Kienitzer Straße eröffnete Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gemeinsam mit Wieland Voskamp, Leiter des Tiefbauamts, am Dienstag eine neue Radspur auf der Fahrbahn, die ein sicheres Einfädeln auf den beginnenden Fahrradweg ermöglichen soll. Ein zusätzlich auf der Straße markiertes Dreieck soll mit zwei Pollern gegen Zuparker*innen schützen.

Mit dieser kurzfristigen Reaktion innerhalb weniger Wochen nimmt Giffey die von der Initiative Volksentscheid Fahrrad geforderten Pläne zum besseren Schutz von Radfahrer*innen vorweg. Die Initiative, für die über 100.000 Radfahrer*innen unterschrieben haben, legte vor vier Wochen ihren Entwurf für ein neues Radgesetz vor. Darin fordern sie innerhalb von sechs Monaten eine Abhilfe an tödlichen Unfallstellen. Auch der ADFC fordert seit langem politische Maßnahmen zum besseren Schutz von Radfahrer*innen, allein seit Januar 2016 zählt der Verein 20 getötete Radfahrer*innen auf den Straßen Berlins.

Heinrich Stößenreuther, Pressesprecher von Volksentscheid Fahrrad, honorierte die schnelle Reaktion des Bezirksamtes, die Vorbildwirkung für die übrigen Berliner Bezirke haben müsse. Allerdings kritisierte er die Änderung der ursprünglichen Pläne, an deren Ausarbeitung er beteiligt war: So sollte die Radfahrspur eigentlich in der Mitte der Fahrbahn starten, um nicht zu nah an parkenden Autos vorbei zu führen. So würde die neue Maßnahme nur geringfügig besseren Schutz als zuvor bieten. Zudem dokumentierte die Initiative bereits fotografisch, dass auch die neue Lösung Autofahrer keineswegs vom Zuparken des Radstreifens abhält.

Auch Madlen Haarbach ist häufig mit dem Fahrrad in Neukölln unterwegs und froh über politische Maßnahmen zum Schutz der Radfahrer*innen. Sie freut sich über Anregungen, Hinweise und Kritik bei Twitter oder an leute-m.haarbach@tagesspiegel.de.

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Susanne Kippenbergers Tipp für Sie

Kaffee und Frühstück in Neukölln gibt es in der glutenfreien und fleischlosen Variante in der No58 Speiserei am Schillerkiez (U-Bhf Boddinstraße). Vor 9 Uhr hier irgendwo einen anständigen Kaffee zu bekommen ist fast unmöglich, mit 9.30 Uhr ist der Trend-Laden in der Weisestraße 58 eines der wenigen frühen Cafés, das seine Gäste zu Flat White und Cortado (wahlweise auch mit Hafer- oder Sojamilch) begrüßt. Die frühe Öffnungszeit ist vielleicht auch der gelebten Entschleunigung hinterm Tresen geschuldet. Dafür strotzt die“Gigastulle“ für 9,50 Euro vor frischen Zutaten (Spiegelei, Avocado, Tomate, Rohmilch-Bergkäse, Kräuter, Salat). Zwischendurch ein Gemüsemuffin (4,90 Euro) und mittags eine Bowl (8 Euro) mit Ruccola, Apfel, Kirschtomaten, Radieschen, Avocado und Sprossen, bevor um 16.30 Uhr schon wieder Schluss ist (Sa+So geht´s bis 18 Uhr) – damit noch Zeit zur Entschleunigung bleibt. tagesspiegel.de
Foto: Benjamin Steil
Susanne Kippenberger ist Redakteurin beim Sonntagsmagazin des Tagesspiegels.