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Advent in Pankow : Besondere Begegnungen

In diesem Jahr ist die Vorweihnachtszeit auch mit der Angst vor Terror verbunden. Warum also nicht in Pankow bleiben? Auch dort wird viel geboten - zum Beispiel im Sonnenhof.

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Im Advent kann man zu Hause bleiben, muss man aber nicht.
Im Advent kann man zu Hause bleiben, muss man aber nicht.Foto: dpa

Die Stadt ist festlich beleuchtet, die Weihnachtsmärkte öffnen. Aber ist in diesem Jahr nicht alles anders? Die Angst vor Terroranschlägen können wohl nur wenige ganz ausblenden. Vielleicht geht es ja auch ohne großen Trubel, denn auch in Pankow gibt es Weihnachts- und Adventsmärkte - und sogar einen lebendigen Adventskalender.

Weihnachtsmärkte im Kiez

Für den Nachmittag des Nikolaustages hat der Kinderbauernhof Pinke Panke "einen etwas anderen Weihnachtsmarkt" angekündigt. Hier können Kinder auch Geschenke basteln. Als Alternative bietet sich am 6. Dezember der Markt vor der Blankenburger Dorfkirche an. In der Kirche werden gleichzeitig Adventslieder gesungen und auf dem Dorfanger Kaffee und Kuchen angeboten. Am dritten Adventswochenende gibt es in Pankow sogar ein mittelalterliches Adventsfest. "Bucher Weihnachtszauber" heißt die Veranstaltung mit Marktständen und Unterhaltungsprogramm auf dem Stadtgut Berlin-Buch. Tradition hat außerdem der Christkindlmarkt im Kinderhospiz Sonnenhof, ebenfalls am 3. Advent (Björn Schulz Stiftung, Wilhelm-Wolff-Str. 36-38), samt Tombola und festlicher Musik. Er soll auch den jungen Patienten und ihren Familien ein wenig Ablenkung und Feststimmung bescheren.

Wer es etwas größer mag, ist vielleicht auf dem Gelände der ehemaligen Willner-Brauerei (Berliner Straße 80-82) an der richtigen Adresse. Auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal des Industriedenkmals kann an allen Adventswochenenden in "Emils Weihnachtsgarten" gewandelt werden, wo Händler und Manufakturen Kunsthandwerk und andere Geschenke verkaufen. Auch ein künstlerisches Rahmenprogramm ist geplant. Und wem das alles noch nicht reicht, der kann sich schließlich immer noch ins Getümmel des Lucia Weihnachtsmarktes in der Kulturbrauerei stürzen.

Konzerte und mehr

Alle Weihnachtsmärkte des Bezirks Pankow sind über einen Link auf der Homepage des Bezirksamtes abrufbar. Auch Weihnachtskonzerte und andere Veranstaltungen im Advent sind dort aufgelistet. Beispielsweise das traditionelle Weihnachtskonzert in der Schlosskirche Buch am 10. Dezember (18 Uhr) oder das Nikolauskonzert für kleine Streicher in der Musikschule Béla Bartók am 5. Dezember (15 Uhr, Am Schlosspark 20). Bastelnachmittage für Kinder sind am 29. November in der Schabracke (Pestalozzistraße) sowie am 5. und 12. Dezember im Kulti (Majakowskiring) angekündigt.

Ein Adventskalender zum Schauen, Schmecken und Erleben

Ein ganz besonderes Adventserlebnis verspricht der lebendige Adventskalender, den die Freie evangelische Gemeinde gemeinsam mit der Interessensgemeinschaft Alt-Pankow organisiert hat. An jedem Dezemberabend öffnet sich in Pankow eine Tür, hinter der es etwas zu sehen, zu schmecken, zu hören oder zu basteln gibt. Im Museum Pankow etwa wartet ein Märchenerzähler, im Café Schönhausen werden Plätzchen gebacken, das Franziskanerkloster zeigt seine Suppenküche. Jedes Mini-Event dauert 20 bis 30 Minuten. Mal wird gesungen, mal gebastelt, mal auch nur besichtigt. "Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erlebnis mit Nachbarn und Freunden. Außerdem lernt man seinen Kiez noch besser kennen", sagt Pfarrer Timo Heimlich. Die Idee für den Kalender brachte vor einigen Jahren eine Mitarbeiterin der Gemeinde aus dem Ruhrgebiet mit. Seit 2009 öffnen sich nun auch in Pankow im Advent viele Türen. "Die Resonanz war so groß, dass wir in einigen Jahren sogar 32 Türchen hatten, an manchen Tagen also zwei parallele Veranstaltungen anbieten mussten." Mittlerweile sind es wieder 24 Türchen, so wie es sich gehört. Das Angebot am 22. Dezember dürfte vor allem jene Pankower interessieren, die ihre Geschenke stets auf den letzten Drücker besorgen: "Wir fertigen ein hochwertiges Weihnachtsgeschenk in letzter Minute."


Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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