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Café und Besucherzentrum in Pankow geplant : Schandfleck am Schloss Schönhausen verschwindet

Das alte Garagenareal am Schloss Schönhausen soll endlich umfassend saniert werden. In den kommenden Jahren sollen hier ein Besucherzentrum und ein Café entstehen.

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Das Schloss Schönhausen bekommt ein Besucherzentrum und ein festes Café.
Das Schloss Schönhausen bekommt ein Besucherzentrum und ein festes Café.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Am Schloss Schönhausen in Pankow sollen ein Besucherzentrum und ein Café entstehen. Der Senat hat dafür jetzt Fördergelder in Höhe von 5,3 Millionen Euro bewilligt. Das bestätigte die Kulturverwaltung am Mittwoch dem Tagesspiegel. Konkret soll ein Areal mit Garagen aus den 1950er Jahren und späteren Erweiterungsbauten auf dem Schlossgelände umgestaltet werden. Das Areal gehört dem Land Berlin. "Wir freuen uns, dass nun endlich die Voraussetzungen geschaffen werden, diesen Ort wieder für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen", sagte Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin Brandenburg (SPSG) dem Tagesspiegel. Mit dem Baubeginn ist nach Auskunft der Kulturverwaltung voraussichtlich 2018 zu rechnen.

Die sogenannten Nordgaragen werden nicht genutzt und sind ein Schandfleck auf dem Schlossgelände. Die DDR ließ hier neben Garagen auch ein Funktionsgebäude für das Schloss errichten, das nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Amtssitz von Präsident Wilhelm Pieck und später als Gästehaus der Regierung genutzt wurde. Heute ist die ehemalige Sommerresidenz der preußischen Königin Elisabeth Christine als Museum öffentlich zugänglich. Besucher können sowohl erhaltene Räumlichkeiten aus dem 17. und 18. Jahrhundert besichtigen wie auch das Arbeitszimmer von Pieck und Teile der Apartments für Staatsgäste der DDR.

Der Bereich der Nordgaragen, der nun für das Museum nutzbar gemacht werden soll, umfasst insgesamt rund 1200 Quadratmeter. Auch eine Tankstelle befand sich hier an der nördlichen Grundstückgrenze des Schlosses. Ein erstes Altlastengutachten war nach Auskunft Kallensees vor Jahren besser ausgefallen als erwartet. "Die Sanierung ist machbar", sagte er. Schon 2006 hatte die SPSG ein Nutzungskonzept für den Bereich der alten Garagen vorgelegt. Es müsse nun den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, hieß es am Mittwoch. Grundsätzlich werde an den Plänen aber festgehalten. Das Konzept sieht unter anderem vor, auf dem Gelände eine Reviergärtnerei unterbringen, ein Besucherzentrum, Besuchertoiletten und Gastronomie. "Im Schloss selbst sind die Verhältnisse sehr beengt, deshalb gab es seit langem den Wunsch, das Garagenareal zu nutzen." Nun könne endlich mit der konkreten Planung begonnen werden. In dem alten Konzept war auch eine Vermietung von Lager- und Abstellräumen vorgesehen.

Schon das mobile Café wird gut genutzt

Ein Teil der Gebäude, die Bebauung aus den 1950er Jahren, steht unter Denkmalschutz und wird erhalten bleiben. Im vergangenen Jahr hatte es bereits Überlegungen gegeben, im Gartenpavillon hinter dem Schloss ein Café unterzubringen, doch insbesondere die Versorgung mit Strom und Wasser gestalteten sich schwierig. Seit gut einem Jahr steht nun ein mobiler Café-Wagen am Westtor zum Schlossgelände, das an die Tschaikowskistraße grenzt. Das Freiluftcafé ist bei schönem Wetter meist sehr gut besucht.

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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