Debatte um Grünanalage in Pankow : Kein Tieraltenheim im Bürgerpark

Im vergangenen Sommer wurde in Pankow über die Umgestaltung des Bürgerparks debattiert. Nun soll erst einmal alles bleiben, wie es ist.

Der Rosengarten im Bürgerpark soll erneuert werden.
Der Rosengarten im Bürgerpark soll erneuert werden.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Pankower Bürgerpark wird sich in absehbarer Zeit nicht verändern. Auch die Ansiedlung eines Tieraltenheims ist vom Tisch. Das bestätigte der zuständige Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) auf Anfrage. Für das Tierheim soll ein anderer Standort gefunden werden. Am Mittwoch traf sich Kuhn mit dem Vorsitzenden der neu gegründeten Bürger-Park-Initiative, Christian Friedrich. Eine Anwohnerinitiative hatte im vergangenen Jahr eine Debatte über die Gestaltung des Parks angestoßen. Damals waren Pläne des Senats für die Renaturierung der Panke auf dem Parkgelände konkret geworden und auch eine Idee von Kuhns Vorgänger im Bezirksamt, Jens-Holger Kirchner (Grüne), im Park ein Altenheim für Tiere anzusiedeln. Dagegen regte sich Widerstand. Bei einer Diskussionsveranstaltung versprach Kirchner, das Vorhaben noch einmal zu überdenken und die Bürger bei der Umgestaltung des Parks einzubeziehen.

Danach wurde es still um den Bürgerpark. Inzwischen ist aber aus der Anwohnerinitiative ein Verein geworden. Er will sich für ein Gesamtkonzept bei der Umgestaltung des Parks einsetzen und hatte Bürger aufgerufen, Ideen einzureichen. Kirchner allerdings ist nicht mehr im Amt. Sein Nachfolger stellte inzwischen klar, dass der Park zunächst einmal so bleiben wird, wie er ist. In der Antwort auf eine Anfrage des SPD-Verordneten Gregor Kijora erklärte Kuhn, dass der Bezirk in diesem Jahr nur Mittel zur Herrichtung des Rosengartens zur Verfügung hat. Die groß angelegte Umgestaltung bleibt also zunächst Zukunftsmusik. Langfristig geht es dabei vor allem um die künftige Nutzung des alten Werkhofgeländes und der alten Meierei.

Nach dem Treffen mit Kuhn ist Christian Friedrich von der Bürger-Park-Initiative aber optimistisch, dass das Bezirksamt die Bürger an der weiteren Entwicklung des Parks beteiligen wird. "Das Gespräch war sehr konstruktiv. Kuhn und seine Mitarbeiter haben sich Zeit genommen und waren sehr an unseren Standpunkten interessiert", sagt er. Stadtrat Kuhn schreibt per Mail, Bezirk und Bürgerinitiative hätten sich auf eine Zusammenarbeit verständigt. Friedrich übergab Kuhn auch die Bürgerideen für den Park. Viele Vorschläge kollidierten allerdings mit dem Denkmalschutz, so Friedrich. Einige sehr konkrete Probleme sollten aber schon bald angegangen werden, sagt Friedrich. So sollen eine bessere Beleuchtung installiert und Wege im Park instandgesetzt werden.

Tierheimbetreiber sind zermürbt

Auf Tagesspiegel-Anfrage bestätigte Kuhn nun auch, dass es "keine bezirklichen Planungen gibt, ein Tieraltenheim im Bürgerpark anzusiedeln". Der Bezirk sei aber "bemüht, bei der Suche nach einem alternativen Standort für den Vogelgnadenhof behilflich zu sein". Für die beiden Betreiber des Tieraltenheims kommt das nicht überraschend. "Das war uns schon signalisiert worden", sagt Dirk Bufé. Er betreibt das Tierheim mit einem Partner bisher ehrenamtlich in einem Privathaus in Blankenburg. In dem Wohngebiet kann die Einrichtung aber nicht bleiben. Bufé hat der Streit um den Umzug zermürbt. "Wir alle wollen nicht, dass alte Tiere einfach getötet werden, aber wenn sich jemand um diese Tiere kümmert, werden ihm nur Steine in den Weg gelegt", sagt er. Der Umgang mit besonders pflegebedürftigen alten und auch mit sterbenden Tieren sei anstrengend und psychisch belastend, so Bufé. Täglich bekomme er neue Anfragen, Tiere aufzunehmen. "Doch der Platz ist nicht mehr da, wir müssen im Moment leider allen absagen." Bufé bleibt nichts anderes übrig, als weiter auf eine Lösung zu hoffen. "Damit wir endlich etwas zur Ruhe kommen können."

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben