Gerichtsurteil : Berlin erhält Kinderkrankenhaus in Weißensee zurück

Seit Jahren verfällt das ehemalige Kinderkrankenhaus in Weißensee. Der Investor setzte seine Pläne auf dem Gelände nicht um. Der Liegenschaftsfonds klagte schließlich auf Rückabwicklung des Verkaufs - mit Erfolg.

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Das Landgericht Berlin hat am Mittwoch entschieden, dass Berlin das ehemalige Kinderkrankenhaus in Weißensee zurückerhält. Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) informierte am Mittwochabend die Bezirksverordnetenversammlung über das Urteil. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Köhne kündigte an, auf dem rund 28.000 Quadratmeter großen Gelände der 1911 erbauten Klinik sollten Pläne für ein Stadtquartier mit Wohnungen und Grünflächen verwirklicht werden. Details zum Zeitplan nannte er nicht.

Leere Versprechen

Das erste Säuglings- und Kinderkrankenhaus Preußens steht unter Denkmalschutz. Es war 2005 vom Liegenschaftsfonds an ein deutsch-russisches Unternehmen verkauft worden. Das hatte angeblich vor, das Ensemble zu sanieren und in eine moderne Klinik zu verwandeln. Doch es hielt sein Versprechen nicht. Die denkmalgeschützte Anlage verfiel zusehends und ist heute kaum mehr als eine Ruine. Der Liegenschaftsfonds klagte schließlich auf Rückübertragung des Geländes.

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Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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