Nachrichten aus Pankow : Was der Sommer bringt

Die Ferien sind da, viele fahren in den Urlaub. Nach der Rückkehr wird in Pankow nicht alles so sein wie vorher. Eine kleine Übersicht zum Freuen und Ärgern.

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Im Garten des Schlosses Schönhausen sollte ein Café eröffnen. Doch das lässt weiter auf sich warten.
Im Garten des Schlosses Schönhausen sollte ein Café eröffnen. Doch das lässt weiter auf sich warten.Foto: imago

Latte Macchiato im Schlossgarten. Darauf haben sich viele Pankower gefreut. Doch das versprochene Café am Schloss Schönhausen gibt es bis heute nicht. Dabei hatte Schlossbereichsleiter Jörg Kirschstein im Frühjahr von einer kurzfristigen Umsetzung der Pläne für ein Schlosscafé gesprochen. Allerdings hatte er auch Hindernisse erwähnt - die unzureichende Strom- und Wasserversorgung im Schlossgarten zum Beispiel. Das Teehäuschen hinter dem Schloss, ein möglicher Standort, müsste zudem zunächst renoviert werden. Alternativ wurde über einen mobilen Catering-Wagen auf der Rasenfläche vor dem Schloss nachgedacht, doch auch daraus wurde erst einmal nichts. Die Zusammenarbeit mit dem ursprünglich vorgesehenen Caterer kam am Ende doch nicht zustande. Nun werde mit einem neuen Partner verhandelt, sagte Kirschstein dem Tagesspiegel. Mit anderen Worten: Das Projekt Schlosscafé ist noch nicht begraben. Der Schlossbereichsleiter zeigt sich weiter optimistisch, dass in der laufenden Sommersaison, vielleicht zum Ende der Ferien, doch noch Latte Macchiato im Schlossgarten ausgeschenkt werden kann. Nach dem Urlaub könnte sich ein Spaziergang zum Schloss also lohnen.

Ende des Ersatzverkehrs

Auch die Verkehrsmeldungen der BVG zur M1 lassen hoffen. Die aktuelle Sperrung des Linienverkehrs ab dem Pastor-Niemöller-Platz in Richtung Niederschönhausen/Schillerstraße dauert demnach nur noch bis zum 1. August, 4 Uhr. Ursprünglich sollten auf der Strecke bis zum 13. September Ersatzbusse verkehren, weil neue Gleise verlegt werden. Die Gleisbauarbeiten sollten ohnehin schon bis zum 19. Juli beendet sein, auf der Dietzgenstraße sind gleichzeitig aber die Berliner Wasserbetriebe im Einsatz. Sie hatten geplant, ihre Arbeiten im September abzuschließen, werden nun jedoch früher fertig. Damit dürfte auch der Autoverkehr in Niederschönhausen ab August deutlich weniger behindert werden. Doch andere Großbaustellen bleiben: zum Beispiel auf der Blankenburger Straße, der Pasewalker Straße und zunächst auch noch auf der Breiten Straße. Immerhin bietet sich die M1 ab August wieder als Alternative zum Auto an. Nach Rosenthal Nord fährt sie schon jetzt wieder planmäßig.

Schwimmen vor der Arbeit

Eine weitere gute Nachricht hat sich zum Ferienbeginn noch in eine schlechte verwandelt: Das Sommerbad Pankow hat seine Öffnungszeiten wieder ausgeweitet, allerdings nur abends. Nach Protesten von Kunden war auch im Gespräch, das Bad morgens wieder früher zu öffnen. Doch diese Option ist inzwischen vom Tisch. Zum diesjährigen Saisonstart hatten die Berliner Bäderbetriebe auf sogenannte Kernöffnungszeiten umgestellt. Statt wie in den vergangenen Jahren von 8 Uhr bis 20 Uhr war das Sommerbad seither von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. An heißen Tagen wurde der Badebetrieb abends kurzfristig bis 20 Uhr verlängert. Das funktionierte grundsätzlich gut, nur die Frühschwimmer blieben auf der Strecke. Sie hatten sich massiv beschwert und ihren Unmut sogar bis in die Pankower Bezirksverordnetenversammlung getragen. Dort stellten Grüne, CDU und SPD Anfang Juli einen Antrag, wonach sich das Bezirksamt bei den Bäderbetrieben für die alten Öffnungszeiten stark machen solle. Berufstätige, die oft schon vor der Arbeit ins Sommerbad gehen wollten, hätten sonst kaum eine Chance, das Schwimmbad zu nutzen. Bädersprecher Matthias Oloew hatte daraufhin frühere Öffnungszeiten in Aussicht gestellt. Am Ende entschieden die Bäderbetriebe anders. Während der Ferien bleibt das Sommerbad Pankow zwar regulär bis 20 Uhr geöffnet, morgens kann aber weiter erst ab 10 Uhr geschwommen werden.

Kiezfest auf der Florastraße

Die Ferien enden mit einem Highlight. Am 29. August findet wieder das traditionelle Kiezfest auf der Florastraße statt. Zwischen S-Bahnhof Pankow und Wollankstraße präsentieren sich ab 12 Uhr Läden und Cafés mit Ständen und besonderen Angeboten. Auch ein Kinderflohmarkt ist wieder vorgesehen. Kinder können sich kostenlos dafür anmelden. Allerdings gilt das ausschließlich für Kinder, die rund um die Florastraße leben. Das Bühnenprogramm wird derzeit geplant, einige Bühnen-Slots sind noch unbesetzt, Interessenten sind aufgerufen, sich zu bewerben. Bis 22 Uhr soll es Musik-Acts, Theateraufführungen und auch ein Live-Hörspiel geben. Erstmals wird außerdem das interkulturelle Kinderfest der Flüchtlingsinitiative "Pankow hilft" mit vielen Extraangeboten in das Kiezfest integriert.

Gute Aussichten für den Ausklang der Urlaubszeit!

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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