Steckbrief des neuen Bürgermeisters von Pankow : Über das Kosovo nach Pankow

Sören Benn von der Linkspartei löst heute Matthias Köhne (SPD) als Bezirksbürgermeister in Pankow ab. Wer ist der neue Mann im Rathaus?

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Sören Benn, neuer Chef im Rathaus. Foto: Linke/promo, Imago
Sören Benn, neuer Chef im Rathaus.Foto: Linke/promo, Imago

Die Bezirksverordnetenversammlung in Pankow hat Sören Benn (Linkspartei) am Donnerstagabend zum neuen Bezirksbürgermeister gewählt. Freitagmorgen wird er ins Amt eingeführt. Ein Steckbrief.

Zur Person: Sören Benn wurde 1968 in Neustadt an der Dosse geboren. Er ist Mitglied der Linkspartei und wurde am Donnerstagabend von der Bezirksverordnetenversammlung zum neuen Bezirksbürgermeister von Pankow gewählt.


Warum er Politik macht: Im Wahlkampf bezeichnete Benn den Kosovo-Krieg und die Hartz-IV-Gesetze als politische “Eskalationsstufen”, die ihn dazu bewogen haben, sich politisch zu engagieren.

Welche Erfahrung er mitbringt: Baufacharbeiter, Sozialarbeiter und Schauspieler - Sören Benn hat gleich drei Berufe erlernt. Für den Job als Bezirksbürgermeister kann er außerdem auf Tätigkeiten im Senat und im Abgeordnetenhaus aufbauen. Im Senat war er persönlicher Referent des früheren Wirtschaftssenators Harald Wolf, im Abgeordnetenhaus Referent für Wirtschaft und Verkehr in der Fraktion seiner Partei.

Wofür er steht: Benn will unter anderem den Autoverkehr zurückdrängen und ein bezirkliches Fahrradstraßennetz realisieren. Große Bauprojekte wie auf der Elisabeth-Aue oder am Blankenburger Pflasterweg lehnt er nicht grundsätzlich ab, er hält sie aber für überdimensioniert. Er fordert außerdem, das Land Berlin solle seine Wohnungsbaugesellschaften “stärker an die Kandare nehmen”, damit sie bezahlbaren Wohnraum deutlich unter 6,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter anbieten. Und sonst? Im Wahlkampf schlug Sören Benn vor, Flüchtlingshelfer als Quereinsteiger in den Öffentlichen Dienst zu holen. Ihre Erfahrung könne bei der Integration nützlich sein, sagte er. Mal sehen, was aus dem Vorschlag wird.

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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