Versteigerung im Bezirksamt Pankow : Ein Porsche für 50 Euro

Autoliebhaber und Händler aus dem In- und Ausland kommen am Freitag nach Pankow. Dort werden dann 270 herrenlose Autos, Wohnwagen und Mopeds versteigert. Nicht alle sind hoffnungslose Fälle.

von
Rund 270 Autos kommen am Freitag in Pankow unter den Hammer. Der Trabbi ist nicht dabei. Foto: picture alliance / zb
Rund 270 Autos kommen am Freitag in Pankow unter den Hammer. Der Trabbi ist nicht dabei.Foto: picture alliance / zb

Diesen Termin sollten sich Autoliebhaber unbedingt merken. Aber nur, wenn sie mindestens 50 Euro in der Tasche haben. Im Pankower Bezirksamt werden am Freitag etwa 270 herren- oder auch frauenlose Autos versteigert. Das Mindestgebot liegt jeweils bei 50 Euro. "Fahrzeuge ohne gültige amtliche Kennzeichen", heißen diese Autos im Behördendeutsch. Auch Papiere und Schlüssel haben sie nicht mehr. Ihre Besitzer stellten sie irgendwo im Berliner Stadtgebiet ab und kamen nie wieder. Warum die Halter ihr Auto im Stich ließen, ist im Einzelfall nicht bekannt. Jedenfalls handelt sich keineswegs nur um kaputte Rostlauben. Das für die Versteigerung verantwortliche Bezirksamt Lichtenberg hebt in der Ankündigung gleich mehrere "hochwertige und seltene Fahrzeuge" hervor. Unter den Hammer kommen demnach auch ein Hyundai iX 35, Erstzulassung 2012; ein Renault Master, Erstzulassung 2007; ein Mercedes-Benz Sprinter, Erstzulassung 2009; ein Ford Ka, Erstzulassung 2012 und ein VW Polo IV, Erstzulassung 2007. Auch ein nicht mehr ganz so ansehnlicher Porsche 928, mehrere Motorroller, verschiedene Anhänger und Wohnwagen stehen auf der Angebotsliste - und sogar eine Schwalbe. Den Porsche könnte ein Engländer in Berlin vergessen haben, es ist ein Rechtslenker.

Wer eines der Autos kaufen möchte, sollte am Freitag nicht erst auf den letzten Drücker kommen. Nur 150 Bieter können teilnehmen. Bei früheren Versteigerungen war der Andrang deutlich größer, denn auch Händler und Liebhaber aus dem Ausland haben den Termin im Blick. Die Versteigerung startet am Freitag um 13.30 Uhr im Saal der Bezirksverordnetenversammlung im Bezirksamt Pankow in der Fröbelstraße. Die Fahrzeuge können vorab im Internet und am Donnerstag und Freitagmorgen bei einer Firma in Wandlitz-Schönwalde auch direkt in Augenschein genommen werden. Die Informationen zu den einzelnen Angeboten sind allerdings dürftig. Nur bei einigen wird der Kilometerstand genannt, bei manchen wird auf Schimmel hingewiesen. Manchmal heißt es schlicht: "Motor?" Und Achtung: Probefahrten sind nicht erlaubt, nicht einmal einsteigen dürfen Interessenten in die Fundstücke. Ob man wirklich ein Schnäppchen gemacht hat, bleibt also bis zum Schluss eine Überraschung.

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

5 Kommentare

Neuester Kommentar