• Lühr

    Unter Nachbarn

    Hans-Peter Lühr, Wahl-Frohnauer, Ingenieur.

    Um was es mir geht: Als stellvertretender Vorsitzender des Frohnauer Bürgervereins liegt mir seit Jahren das Regenwassermanagement in unserer Gartensiedlung am Herzen. Seine Erfinder waren vor mehr als 100 Jahren überaus kluge Stadt- und Gartenplaner, und ihre in die Natur eingepasste Anlage drohte zu verrotten.

    Was musste getan werden? Da Frohnau mehrere Kilometer vom nächsten Flusslauf entfernt liegt, musste eine natürlich Entwässerungsmethode gefunden werden, ohne aufwändigen Bau von langen Abwasserleitungen. So wurden auf der Gemarkung 21 Teiche angelegt, in die unter Ausnutzung kleiner Geländeprofile das Regenwasser von selbst fließt.

    Warum ist das so wichtig? Noch vor wenigen Jahren wollten die Wasserbetriebe mit gewaltigem Finanzaufwand zum Beispiel am Edelhofdamm gewaltige Becken anlegen. Wir konnten auf Initiative des Bürgervereins diese kostspielige Dummheit verhindern. Heute können wir die „blauen Augen Frohnaus“ als Biotope im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung 2017 präsentieren. Wir bieten auch an jedem Wochenende Führungen an, nachzuschauen unter iga-2017-frohnau.de

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge. Bitte mailen Sie an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

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von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

Reinickendorfer Familien mit kleinen Kindern und die Kinder selbst dürfen sich betrogen fühlen: Als einziges Berliner Strandbad wird das in Tegel im kommenden Sommer geschlossen bleiben. Alles Bitten und Drängen der Bezirkspolitiker hat nichts geholfen: Die Senatsverwaltung für Umwelt hat keine, auch keine vorübergehende Betriebsgenehmigung erteilt. Der Grund: Das Strandbad Tegel braucht eine neue Abwasserleitung, die kostet etwa 450.000 Euro. Außerdem müssen die Baulichkeiten selbst renoviert werden, was mit etwa 1,4 Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte. Aber das ist alles nicht neu, sondern seit Jahren bekannt. Umgegangen wird mit dem Problem nach einer genauso bekannten wie hinterhältigen Methode: Liegen lassen. Nur löst das kein Problem, sondern verschlimmert es von Jahr zu Jahr, wie man an den nicht rechtzeitig renovierten Schulen sieht.

Was sich rund um das Strandbad Tegel abspielt, ist nur ein besonders schäbiges Beispiel für politische Hinhaltetaktik. Dieser Vorwurf trifft aber nicht nur die neue rot-rot-grüne Koalition, er galt auch schon für das rot-schwarze Bündnis davor. Das Strandbad Tegel liegt im Wasserschutzgebiet. Eine sichere Abwasserleitung ist da eine Selbstverständlichkeit. Die benachbarte Insel Scharfenberg bekam auf Kosten des Umweltsenators eine neue Abwasserleitung, das Strandbad (in der Zuständigkeit des Innen- und Sportsenators) nicht. Für die Investition gibt es keine Priorität, hieß es schon im vergangenen Jahr und heißt es jetzt wieder. Warum? Weil Reinickendorf nicht die klassische R2G-Klientel ist?

Verehrter Senat von Berlin, begreift ihr denn, egal ob SPD, Linke oder Grüne, wirklich nicht, dass ihr mit der Schließung des Strandbades Tegel genau jene Schicht trefft, die auch aus finanziellen Gründen glücklich wäre, ein Strandbad in der Nähe des Wohnortes aufsuchen zu können? Auf was wartet der Senat denn? Privat vergeben kann man das Strandbad natürlich auch nicht, wenn der neue Pächter erst einmal mit insgesamt 1,85 Millionen Euro in Vorleistung treten muss, bevor er eröffnen kann. Der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe müsste der Investition zustimmen. Das hat er nicht gemacht.

In der letzten Legislaturperiode war der CDU-Politiker Frank Henkel Vorsitzender – auch er tat nichts für das Bad. Der rührige CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen hat im vergangenen Sommer, als das Bad mit einer Sondererlaubnis verkürzt öffnen durfte, die Besucherzahlen kontrolliert: Bei gutem Wetter kamen über 1000 Besucher täglich, obwohl das Bad um 18 Uhr schließen musste – was für eine lächerliche Behördenwillkür mitten im Hochsommer! Natürlich muss die Busverbindung nach Konradshöhe so bedient werden, dass die Menschen auch das Bad erreichen können. Gerade weil der Strand so übersichtlich ist und große, alte Bäume kleine Kinder vor der massiven Sonnenstrahlung schützen, war das Strandbad bei Familien mit kleinen Kindern so beliebt.  Aber zwischen großen Sprüchen über eine familienfreundliche Politik und der Realität ist eben ein Unterschied….

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 22 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Manche Dinge muss man rechtzeitig planen, gleich, ob die Familie groß oder klein ist. Deshalb hier und heute schon der Hinweis auf das Familienfest und den Flohmarkt für Kinderbekleidung und Spielzeug in der Tietzia am Sonntag, 21. Mai. Das Familienfest ist für das Außengelände geplant, in einem bunten Rahmenprogramm für große und kleine Kinder gibt es viele Mitmachangebote, und auch das leibliche Wohl wird nicht zu kurz kommen. Kalte und warme Getränke, Würstchen und Kuchen stehen bereit. Bei schlechter Witterung finden alle Aktivitäten in der Tietzstraße 12 unter Dach statt. Wer mehr wissen will, kann anrufen, unter 432 30 02 oder sich per Email erkundigen: info@tietzia-berlin.de