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    Unter Nachbarn

    Helmut Walz, Reinickendorfer Arbeitskreis Politische Bildung, Vergangenheit, Zukunft

    Von Hause ist der 79-jährige Helmut Walz Schlosser. Seine Lehre machte er ab 1953, nach der neunjährigen Volksschulzeit, bei der Bewag. Durch zusätzliche Qualifikationen stieg er im Unternehmen auf, und widmete sich als ÖTV-Mitglied der Gewerkschaftsarbeit im Unternehmen. Dass die Mauer fiel, hat er als besonderes Glück empfunden, hatte er doch von seiner Lübarser Wohnung das Teilungsmonstrum immer vor Augen gehabt. Seit 1990 ist er Mitglied des Reinickendorfer Arbeitskreises Politische Bildung, Vergangenheit, Zukunft, und seit 2001 dessen Erster Vorsitzender.

    Die Information gerade auch Jugendlicher über die Verbrechen des Nationalsozialismus war ihm immer ein Herzensanliegen. Ins tschechische Lidice, das am 10. Juni 1942 durch deutsche Besatzungssoldaten nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich völlig zerstört worden war, fuhr er deshalb Jahr für Jahr mit Reinickendorfer Schülergruppen aus dem Bertha-von-Suttner-Gymnasium, der Gustav-Freytag-Schule sowie der Paul-Löbe-Schule. Die Nazis hatten alle männlichen Einwohner von Lidice ermordet, die Kinder wurden nach Litzmannstadt, die Frauen in das KZ Ravensbrück deportiert. Für sein nun fast 30 Jahre währendes Engagement wurde Helmut Walz jetzt mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Bande ausgezeichnet. Bürgermeister Frank Balzer (r) übergab die Ausszeichnung, unser Bild zeigt ihn, Helmut Walz (l) und dessen Frau, Trudy Brun-Walz.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

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von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

die Blaualgen im Tegeler See beunruhigen nicht nur Hundebesitzer, sondern auch Badende und vor allem Eltern von Kleinkindern. Dass nicht alle der gestorbenen Hunde, aber mehrere durch das Blaualgengift umkamen, steht erst seit wenigen Tagen fest. Bis dahin gingen sowohl Polizei als auch Tierärzte von Giftködern aus, die Hundehasser am Ufer des Sees deponiert haben. Ganz auszuschließen ist das auch jetzt noch nicht. Wofür sich das Thema aber nach meiner Meinung überhaupt nicht eignet, ist parteipolitische Instrumentalisierung.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel hat nach einem Rundgang am See unter anderem wörtlich verlautbart: „Ich bin fassungslos über die schlechte Zusammenarbeit der Behörden. Es zeigt sich erneut ein unfassbares Versagen des LAGeSo…“ Auf das Lageso schimpfen, macht sich immer gut, das kommt garantiert an, seit diese Behörde bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms lange jämmerlich versagt hat. Aber bei der Aufklärung der Todesursachen der gestorbenen Hunde sind eben auch Reinickendorfer Behörden involviert, schließlich liegt dieser Teil des Sees im Bezirk…

Ich finde, da hat Steffels Parteifreund Stephan Schmidt, der Mitglied des Abgeordnetenhauses ist, eher das richtige Gefühl gehabt. Er sagte: „Ich danke der ansässigen Tierarztpraxis bei der Unterstützung und der Suche nach den Ursachen. Hier galt Gründlichtkeit vor Schnelligkeit.“ Dass sich die 24-Stunden-Tierarztpraxis am Flughafen wirklich rührend gekümmert hat, kann ich aus eigener Beobachtung bestätigen. Dass am Ende das Lageso für die notwendigen Schutzmaßnahmen zuständig bleibt, ist unstrittig. Wenn Sie den letzten Stand der Berichterstattung im Tagesspiegel zum Thema Blaualgen noch einmal nachlesen wollen, hier ist der Link dazu: tagesspiegel.de.

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 22 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Unser Tipp für Sie

Kinderfest am 25. Juni: Der so genannte „Zentrale Festplatz“ (wie sich das schon anhört!) hat einen Vorteil und einen Nachteil. Der Vorteil: Er ist groß. Der Nachteil: Er ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ideal zu erreichen, wenn man aus Richtung Norden, also aus Reinickendorf kommt. Deshalb wäre es das beste, wenn die Kinder, die am kommenden Sonntag zum Kinderfest im Rahmen des Volksfestsommers (früher Deutsch-Französisches Volksfest) wollen, entweder von Erwachsenen oder wenigstens von älteren Geschwistern begleitet würden. Jede Menge Spaß können sie jedenfalls erwarten.  Am Eingang bekommt jedes Kind ein Armband für eine Gratiszuckerwatte, an allen Kinderkarussells gilt das Angebot 2 für eins. Geburtstagskinder bis acht Jahre bekommen an der grünen Knabberlok am Eingang ein geburtstagspaket, sie können neben den Eltern ihre drei besten Freunde/Freundinnen mitbringen. Außerdem gibt es auf der Bühne ein Kinderprogramm und ein Kinderschminken. Der Veranstalter weist darauf hin, dass er privates Sicherheitspersonal einsetzt.