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    Unter Nachbarn

    Christiane Schulz-Rother, Buchhändlerin.

    Mit und in der Tegeler Bücherstube in der Grußdorfstraße ist Christiane Schulz-Rother sozusagen aufgewachsen. Ihre Tante, Luise Möbius, gründete diese Buchhandlung 1947 in der Tegeler Berliner Straße, ein Hutgeschäft gehörte mit dazu, als zweites Standbein, denn ohne Hut ging man damals nicht aus dem Haus. Mit dem Umzug in die Buddestraße wuchs das Geschäft, aber nach der Wiedervereinigung musste die Inhaberin das Reichsbahngelände, auf dem das Geschäft lag, verlassen. Neue Ladenräume fanden sich in der Grußdorfstraße, wo sich die Buchhandlung auch heute noch  großer Beliebheit erfreut. 1991 übernahm die Nichte der Gründerin, Christiane Schulz-Rother, die Buchhandlung und betreibt sie mit einem dreiköpfigen Team. In Tegel gibt es einen Leseclub, in dem  Neuerscheinungen gelesen und bewertet werden. Die Rezensionen erscheinen dann auf der Homepage der Buchhandlung. Zweimal im Jahr gibt es Schmökerabende sowie Leseabende für Kids und zwei weitere Leseabende für Erwachsene. Zweimal im Jahr erhalten 15.000 Haushalte in der Umgebung Buchkataloge mit persönlichen Lesetipps. Äußerst beliebt sind auch die Book-Slams in Kooperation mit der Humboldtbibliothek und dem Humboldtgymnasium. Schwerpunkte im Laden selbst in der Grußdorfstraße sind Romane, Belletristik und Kinderbücher.

    Seit dem Oktober 2016 betreibt Christiane Schulz-Rother auch die Buchhandlung Haberland in Frohnau am Zeltinger Platz. Diese Traditionsbuchhandlung war 1932 von Karl Rudloff und Johannes Klapper gegründet worden, 1972 übernahm die langjährige Mitarbeiterin, Frau Haberland, von Kurt Rudloffs Frau das Geschäft, 1992 ging sie in den Ruhestand und Frau Kiesling wurde Inhaberin, auch sie bald wie ihre Vorgängerin eine feste Größe im Frohnauer Kulturleben. Für Christiane Schulz-Rother, eine gebürtige Frohnauerin, erfüllte sich mit dem Frohnauer Buchgeschäft ein lange gehegter Wunsch, zumal die Vorgängerinnen durch die Buchhändlerlehre schon lange freundschaftlich verbunden waren. In Frohnau gibt es nun eine enge kulturelle Zusammenarbeit mit dem Centre Bagatelle. Zielgruppe in Frohnau sind Familien, Alt-Eingesessene und Neu-Frohnauer gemeinsam. Anspruchsvolle literarische Romane gehen im Norden besonders gut.

    Zum Schulz-Rotherschen Bücherreich gehört auch noch die Glienicker Bücherstube. Unser Bild zeigt das Team der Frohnauer Buchhandlung, von links nach rechts: Beate Specht, Marianne Bloeck, Christiane Schulz-Rother, Thilo Schmidt und Philipp Löwe.

    Anfang November wurde in Deutschland die „Woche unabhängiger Buchhandlungen“ begangen. Aus diesem Grund stellt der Reinickendorf-Newsletter die Buchhandlungen im Bezirk vor, die noch von ihren Inhabern geführt werden. Warum? Weil der örtliche Buchhandel ein unverzichtbarer Kulturvermittler ist, den wir stärken sollten – zumal diese Buchhändler ihre Steuern komplett in Deutschland zahlen, im Gegensatz zu manchen Versandhändlern. Ich habe alle Buchhandlungen im Bezirk angeschrieben – wer noch nicht reagiert hat, dem ist noch bis Weihnachten eine Chance zur Publizität an dieser Stelle gegeben… bitte Mail an: gerd.appenzeller@tagesspiegel.de

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Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

„Das Attentat, das ein Unfall war!“ – so überschrieb der Tagesspiegel in seiner Sonntagausgabe einen Bericht über den Zwischenfall am Wilhelmsruher Damm, der am späten Freitagabend nicht nur in Wittenau helle Aufregung und anfangs sogar Panik ausgelöst hatte. Ein schwarzer Mercedes war gegen 20:10 Uhr in hohem Tempo auf dem Wilhelmsruher Damm in Richtung Märkisches Viertel unterwegs, fuhr auf den Gehweg, auf dem sich sieben Passanten in letzter Sekunde in Sicherheit bringen konnten, wendete mit quietschenden Reifen und verschwand zunächst spurlos in der Gegenrichtung. Was war das? Ein Terroranschlag fast am Jahrestag des zwölffachen Mordes mit einem gestohlenen Lastwagen auf dem Breitscheidplatz? Nein, das wohl nicht, aber Tote hätte es leicht geben können. Aufzeichnungen einer Videokamera zeigen, dass der gemietete schwarze Mercedes einem anderen Wagen ausweichen wollte, der quer über die Straße drehte. Dass der Fahrer dann verschwand, erst viel später wieder auftauchte, dass er seinen Ausweis verloren hatte, aber trotzdem offenbar einen sehr teuren Wagen mieten konnte, dass die Polizei in seiner Wohnung so viel Drogen vorfand, dass sie von gewerbsmäßigem Handel ausgeht – all das können Sie hier noch einmal nachlesen: tagesspiegel.de

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 22 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Hausarzt Dr. Carsten Lekutat heilt seine Patienten nicht nur durch Diagnose und Therapie, sondern durch seinen Humor. Am Samstag, 18. November, hält er um 19 Uhr im Ernst-Reuter-Saal seine „Sprechstunde“ ab und wird dabei nicht nur über die Vorteile des Verzichts auf Süßigkeiten referieren, sondern in einer ganzen Bühnenshow seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem Lächeln auf den Weg zu einem langen Leben führen. Leukutat, Jahrgang 1971, praktiziert tatsächlich immer noch selber, aber der Besuch der Veranstaltung am Samstagabend ist auch nicht ganz honorarfrei: Der Eintritt kostet 17 Euro. Da Lachen bekanntermaßen weit gesünder als quengeln ist, empfehle ich diesen Arzt.