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    Unter Nachbarn

    Kristin Nogai, 44, Lehrerin aus Spandau. Sie ist seit 2016 Konrektorin der Grundschule am Weinmeisterhorn (Wilhelmstadt, an den Rieselfeldern). Die Schule feiert am Sonnabend, 24. Juni, ihr 50-Jähriges Bestehen. Erwartet werden von 12 bis 16 Uhr nicht nur 370 Schüler, Eltern, Ehemalige und Nachbarn, sondern auch der Bezirkschef: Helmut Kleebank (SPD).

    Es gibt den Weinmeisterhornweg, die Grundschule am Weinmeisterhorn … woher stammt eigentlich der Name, Frau Nogai? Das haben sich die Kinder auch gefragt und recherchiert: Es gab Weinberge hier in Spandau, gepflegt von Weinmeistern. Der Name ‚Horn‘ stammt von einer Landzunge an der Havel. Vieles war ländlicher und langsamer, auch der Schulweg. Die Kinder sind zur Schule gelaufen – was wir uns auch heute wünschen. Viele Eltern bringen ihre Kinder kurz vorm Klingeln bis vors Schultor – mit dem Auto. So entsteht Hektik, auch mal eine gefährliche Situation. Aber eigentlich sind die Eltern toll: Sie haben den Schulgarten mitgestaltet und für Spielgeräte für den Spielplatz gesammelt.

    Der Bürgermeister kommt zur Geburtstagsfete. Ihr Wunsch? Ein größeres Hortgebäude – das platzt aus allen Nähten …

    Und Ihr persönlicher Spandau-Tipp? Die Waldschule in der Bürgerablage, oben in Hakenfelde  – da lernen Kinder, wie der Wald funktioniert.

    Wer will hier auch mal zu Wort kommen? Nur Mut! Was nervt in Spandau? Was muss man gesehen haben? Mail mit Foto an spandau@tagesspiegel.de.

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

wenn Sie neulich einen knallroten Kopf neben einem Polizeiauto gesehen haben – das war meiner. Und das kam so: Ich radelte gerade durch Spandau, sah Polizisten, die Fahrräder codierten, und stellte mich spontan hinzu. Der Polizist nahm dann auch mein Rad, registrierte die Rahmennummer im Polizeicomputer – und sagte dann sehr ernst: „HERR GÖRKE, IHR FAHRRAD IST ZUR FAHNDUNG AUSGESCHRIEBEN!“ Da wurde es still auf dem Platz. War ganz schön peinlich.

Knapp 1000 Fahrräder wurden im vorigen Jahr in Spandau als gestohlen gemeldet. Der CDU-Politiker Peter Trapp hat die Zahlen bei der Polizei erfragt – hier das Ranking:
1.) Spandau (380 Raddiebstähle)
2.) Falkenhagener Feld (113)
3.) Wilhelmstadt (102)
4.) Staaken (96)
5.) Hakenfelde (91)
6.) Haselhorst (63)
7.) Siemensstadt (59)
8.) Kladow (44)
9.) Gatow (6)

Mein Fahrrad taucht 2017 übrigens nicht in der Statistik auf. Ich konnte die Originalrechnung an meine Polizeiwache in der Schmidt-Knobelsdorf-Straße mailen – damit war meine Kurzkriminellenkarriere vorbei, die gesuchte Rahmennummer stimmte offenbar nicht. Wenn Sie auch mal das Abenteuer suchen: Nächster Codierungstermin der Spandauer Polizei am 5. Juli im Paul-Schneider-Haus (15-18 Uhr, Schönwalder Straße).

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Kritik, Fotos, Terminhinweise: spandau@tagesspiegel.de.

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André Görkes Tipp für Sie

Er gilt als klarster See Berlins, ist 11 Meter tief, hat zwei namenlose Inseln und war bis 1989 geteilt: der Glienicker See zwischen Potsdam und Kladow. Erinnern Sie sich? Früher durfte man nur bis zu den Bojen in der Seemitte schwimmen („Dahinter ist die DDR“, mahnte Mutter stets, „da passen die Grenzer auf“). Am anderen Ufer sah man nie schwimmende Kinder, sondern die Mauer, Grenztürme, Scheinwerfer und dahinter ab und zu einen cremefarbenen Ikarus-Bus durch Groß Glienicke rollen. Längst ist hier Leben eingekehrt, wachsen die Gemeinden zusammen. Beide Orte feiern nun auch gemeinsam das jeweilige 750-jährige Bestehen mit einer schön-erfrischenden Veranstaltung: Floßfahrten über den See.

„Brückenschlag“ heißt das Fest am Sonnabend, 24. Juni. Von 17 bis 24 Uhr fährt ein Floß hin und her. Während es in Glienicke eher trubelig wird („Sommerfest“, Feuerwerk ab 23 Uhr), ist am Kladower Ufer der Gegenpart geplant: die „Insel der Ruhe“ – mit Liegewiese, aber auch Getränken und einem Imbiss. „Dort kann man entspannen und den Ausblick genießen“, erzählt Sabine Krause, die Vorsitzende des Gewerbenetzwerkes „Havelbogen“. Ort: Uferpromenade 51 (ehemaliges Freibad Kladow) – Achtung, es gibt dort am See wirklich keine Parkplätze.

Spandauer Gezwitscher