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    Unter Nachbarn

    Sebastian Meyer, 35, DJ.

    Der letzte Rest der Post-Ruine verschwindet diese Woche (siehe Webcam). Die alte Halle dahinter – die mit dem Parkplatz auf dem Dach – hingegen bleibt noch länger stehen. Darin hat am Wochenende DJ „Fire Meyer“ aufgelegt und mit dem Kulturverein „Neue Urbane Welten“ eine große Party veranstaltet. Sebastian Meyer legt seit 2003 von Friedrichshain bis Charlottenburg auf, zuletzt viele Jahre mit seinem „Waterlily“-Projekt am Salzufer. Die DJ-Laufbahn des gebürtigen Kladowers begann im Ballhaus Spandau.

    Was er mit der Post-Ruine verbindet: „Ich muss immer an die Schalterhalle denken. Überall Plastiksitze, grelle Farben – sah aus wie am Flughafen TXL.“

    Was er in Spandau vermisst: „Der Bezirk ist Multikulti, und trotzdem gibt’s keine Clubs für junge Menschen, keine Feierkultur. Es spielt sich alles in abgeschotteten Nischen ab. Klar, gibt’s auch Elektro-Clubs – aber die bleiben im Untergrund, weil sie keine Lust auf Stress haben. Ich bin gespannt, wie sich die alte Post-Halle als Kulturort entwickelt.“

    Was sollte verbessert werden: „Jugendarbeit! In Jugendclubs lernt man andere Kulturen kennen.“

    Wo sein Lieblingsort in Spandau ist: „Ich bin leidenschaftlicher Angler, und dafür ist Spandau ein Top-Bezirk: Aber sorry, den besten Angelplatz verrät man nicht … aber Zander und Barsch gibt’s genug in Oberhavel, Unterhavel.“

    P.S. Seit heute Nacht sind die Fotos aus der Kultur-Ruine Alte Post online. Gemacht hat sie der Fotograf Pawel Bizewski.

    Und was bewegen Sie? Mail mit Foto an: spandau@tagesspiegel.de

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

wir suchen heute einen schmissigen Werbeslogan. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hat ihr Tourismus-Konzept für Berlin vorgestellt und eine Werbekampagne für „attraktive Außenbezirke“ angekündigt. Logisch, wen sie damit meinte (Neukölln jedenfalls nicht!). Prompt druckten die Tagesspiegel-Kollegen die herrlich gemeine (und geklaute) Zeile im Berlin-Teil: „Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Spandau?“ (Fotobeweis). Hier erste Vorschläge:

  • „Spandau – das Dallas von Berlin nur ohne Öl“

     (

    Tagesspiegel-Chefredakteur

    Lorenz Maroldt

    via „Checkpoint“). Passend dazu: Mittwoch, 17 Uhr, ist wieder Stänker-BVV.
  • „Döner, Falafel, wir kommen von der Havel!“ (SSV-Fanszene)
  • „Gleich hinter Ikea liegt Spandau …“ (Komiker

    Horst Evers

    und

    Benedikt Eichhorn

    – zum Mitsingen hier entlang)
  • „Ick komm aus Spandau, Alter, wat willst du?“ (Sänger

    Icke & Er

    )
  • „In Spandau regeln wir das anders“ (Sänger

    Oli P.

    , 2001 im Tagesspiegel)

Na, da ist doch was dabei, um Touristen aus New York und Neu-Isenburg nach Spandau zu locken. Und welcher Slogan fällt Ihnen ein? Und was muss man gesehen haben in Spandau (Zitadelle güldet nicht)? Thorsten Schatz, CDU, hat heute Morgen am Frühstückstisch schon mal ordentlich vorgelegt und eine Liste mit (bekannten) Sehenswürdigkeiten erstellt.

Ihre Spandau-Liste, ihr Spandau-Slogan bitte an spandau@tagesspiegel.de. Die besten veröffentlichen wir hier.

André Görke ist stellv. Berlin-Chef beim Tagesspiegel und aufgewachsen in Spandau. Hier geht’s zu unserem Tagesspiegel Spandau Twitter-Kanal, hier ist unsere Tagesspiegel Spandau Facebook-Seite, hier ist unser Tagesspiegel-E-Paper.

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Der Tipp von André Görke für Sie

In der Zitadelle öffnet eine neue Ausstellung: „Das Engländer-Lager in Ruhleben“. Die Geschichte spielt kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges: Damals begannen die Deutschen mit der Internierung britischer Zivilisten auf der Trabrennbahn in Ruhleben (da steht heute das BSR-Werk). Inhaftiert waren 4000 (!) Männer zwischen 17 und 55 Jahren, darunter viele Seeleute, die mit ihren Schiffen gerade in Deutschland vor Anker lagen. Das Lager bestand 4 Jahre bis Kriegsende 1918. Ein Jahr lang hatten Schülerinnen und Schüler des Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums (Siemensstadt) recherchiert und sind auch nach Leeds gereist, um im Archiv der dortigen Universität Originaldokumente einzusehen. Diese Ausstellung – gestaltet mit der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau in deutsch und englisch – ist demnach die erste zum „Ruhleben Camp“. Eröffnung ist am 29. November, 18 Uhr. Die Schau läuft bis April, montags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 4,50 Euro (gesamte Zitadelle).  – Quelle: Bezirksamt

Spandauer Gezwitscher