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    Unter Nachbarn

    In unserer Rubrik „Unter Nachbarn“ lassen wir immer Menschen zu Wort kommen, die in Spandau eine kleine Geschichte zu erzählen haben. Die letzten Male ging es um einen Buchautor der Siemensstadt, um einen Ehrenamtlichen der DLRG, jetzt ist ein Gastronom dran – eben jener Victor Werner, 26. Er war der Chef des „Büdnerhauses“ – und ist es in der „Kapitän’s Kajüte“ am Havelufer in Gatow.

    Das Aus fürs „Büdnerhaus“: „Wir hatten dort gehobenere Küche, die ihren Preis hat und Gäste auch aus Berlin anzog. Ich glaube, dass unser Konzept der Speisen- und Weinauswahl zu ausgefallen für Spandau war. In der Schlüterstraße oder am Gendarmenmarkt hätte man vielleicht ein größeres Umfeld. Es war letztendlich eine kaufmännische Entscheidung. Zumal der Chefkoch aus der Kajüte in den Schwarzwald gezogen ist – deshalb haben wir Küchenchef Sven Kriszio aus dem Büdnerhaus in die Kajüte geholt. Er hat die Speisenkarte in der Kajüte deutlich verändert. Unser Credo ist nicht „Fine Dining“. Es gibt Loup de mer vom Grill, aber auch ein paar Klassiker, die jeder mag, wie Spargel und Pfifferlinge. Wir leben dort auch von den Ausflugsgästen.“

    Ihre Karriere: „Meine Eltern hatten früher den Landgasthof zur Krummen Linde, kurz hinter Frohnau. Da bin ich groß geworden, habe mein Taschengeld verdient. 2010 hat mein Vater das Büdnerhaus eröffnet, zwei Jahre später sind meine Schwester und ich mit eingestiegen, 2015 kam die Kajüte hinzu. Vor gut einem Jahr schließlich habe ich beide Unternehmen übernommen.“

    Ihr Lieblingsplatz: „Ich saß neulich unten am Steg vor der Kajüte, an der Havel, 5 Uhr morgens, als es noch still war und die Sonne aufging … das war ein Lieblingsmoment in Spandau.“

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: spandau@tagesspiegel.de

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

das „Büdnerhaus“ ist eine Nummer in der Stadt. In dem Fachwerkhaus (250 Jahre alt) mit dem Sommergarten soll mal der alte Fritz übernachtet haben. Dort unten im Weinkeller schenkte die legendäre Wirtin Lilo Ruschin nach dem Krieg ihre Feuerzangenbowle aus. Bis in die 80er ging das so, Kabarett und Literatur gab’s auch, der „Historische Weinkeller“ war ein Promi-Treff an unprominenter Stelle: im Schatten des Wohnblocks an der Heerstraße Ecke Alt-Pichelsdorf. Das „Büdnerhaus“ war später eine Adresse für Feinschmecker in Berlin. Auch unsere Gastrokritikerin Elisabeth Binder schaute sich dort um  – Fazit: „Gute Weine, gutes Essen, schönes Ambiente“.

Jetzt hängt ein Schild an der Tür: „Kein Betrieb“. Victor Werner, Chef des Restaurants, sagt: „Das Kapitel ‚Büdnerhaus‘ ist geschlossen.“ Aber die Geschichte geht weiter.

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Kritik, Hinweise: spandau@tagesspiegel.de

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Rainer W. Durings Tipp für Sie

Reicht der Kollege Rainer W. During gerade rein, passt auch wunderbar am langen Wochenende: Martin Kückes organisiert den Spandauer Höhepunkt des Evangelischen Kirchentages – ein dreitägiges Orgelforum in der Lutherkirche im Neustadt-Kiez. Mit einem katholischen Kollegen und dem Hersteller Hugo Mayer hat er ein Instrument mit neuem Klang entwickelt, der – aufgepasst – „ebenso trösten wie motivieren kann“. – „Wir machen Sozialarbeit mit der Orgel“, sagt Kückes, der Physik und Kirchenmusik studiert hat (auf dem Foto steht er neben Luther-Kirchenmusikerin Erika Engelhardt vor eben jener Mayer-Orgel).  Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das eigens zu diesem Anlass entstandene Pop-Musical „Hagar, die Fremde“. Das vom Kirchenmusiker Andreas Willscher vertonte Werk der RTL-Serienautorin Elisabetta Abbondanza hat die Story von Abraham und seinen Söhnen in die Neuzeit übertragen. Es wird vom 25. bis 27. Mai jeweils um 11 Uhr gezeigt. Am Donnerstag gibt es ein Konzert der führenden französischen Organistin Marie-Bernadette Dufourcet-Hakim (20 Uhr). Am Freitag präsentiert Volker Jaekel eine Orgelshow (14.30 Uhr) und um 20 Uhr spielt der Kirchenmusiker und Pianist Martin Schütz, der schon Stars wie Jennifer Rush und Gloria Gaynor begleitet hat, Werke „von Schütz bis Queen“ (jeweils 20 Uhr). Am Sonnabend stehen ein Vortrag zu neuen Konzepten des Orgelbaus 16 Uhr) und eine Podiumsdiskussion (17.30 Uhr) auf dem Programm. Mehr zum Kirchentag in Spandau finden Sie hier auf tagesspiegel.de

Spandauer Gezwitscher