Alterativen zur Doppelampel am Brunsbütteler Damm : Die Seegefelder Straße sperren?

Unser Beitrag über die kuriose Doppelampel am Brunsbütteler Damm Ecke Klosterstraße hat zu regen Diskussionen geführt. Unter anderem erreichte uns dieser Beitrag eines Spandauer Busfahrers und Hobbypolitikers.

René Diesterhöft
Beim Linksabbiegen blockiert das Heck der Busse oft noch eine der Geradeausspuren.
Beim Linksabbiegen blockiert das Heck der Busse oft noch eine der Geradeausspuren.Foto: During

Die Ampel an der beschriebenen Stelle ist auch uns Fahrern der BVG nicht die Liebste. Diese war auch schon mal deutlich besser und sinnvoller geschaltet. Aber auch nicht unbedingt befriedigend. Erst recht wenn Autofahrer auf die Busspur (Haltestelle) fahren und die dort eingelassene „Kontaktschleife“ aktivieren und die Busampel auf „Grün" schaltet, der Autofahrer aber nicht fährt weil er ja Rot hat. Das kostet dann zusätzlich Zeit.

Großflächige Lösung sinnvoll

Aber kommen wir zu der Idee, die meines Erachtens auch kostengünstig wäre und allen Verkehrsteilnehmern ihren Raum geben würde: Ich halte an dieser Stelle eine großflächigere Lösung für sinnvoller. Also weiter gedacht als nur die Ampel und diese Kreuzung. Es kommt ja ein Stück weiter Richtung Rathaus wieder zu nächsten verbesserungswürdigen Kreuzung, an der es auch schon einige verletzte Personen gegeben hat. Auch die Verkehrsunfallkommission war mal im Ausschuss anwesend und befand die Seegefelder Straße (vor dem Bahnhof) als verbesserungswürdig Meines Erachtens sollte man deshalb die ganzen Verkehre in dem Bereich zwischen Altstädter Ring/Seegefelder Straße bis Brunsbütteler Damm/Klosterstraße neu organisieren.

Ich bin der Meinung das zum Beispiel der Bus M32 vom Brunsbütteler Damm über die Straße Am Bahnhof Spandau zur Seegefelder Straße verkehren sollte (siehe Bild), um dann weiter zum Bahnhof Spandau zu fahren und dort zu halten, um sich mit den anderen Bussen zu treffen. Das würde einen deutlich besserer Umstieg der Staakener in den Regionalbahnhof bringen.
So müsste man nicht mehr diese Sonderampel betreiben und bekäme eine sinnvollere und durchgängige Ampelschaltung hin, womit dann deutlich mehr Autos in beiden Richtungen durch den Brunsbütteler Damm kommen. Auch würde die gesamte Kreuzung durch die Möglichkeiten anderer Ampelschaltungen profitieren.

Die vorgeschlagene Streckenführung für den M32.
Die vorgeschlagene Streckenführung für den M32.Foto: Diesterhöft


Um einen höheren Verkehrsfluss zu gewährleisten, sollte man das Parken auf den Brunsbütteler Damm zwischen Klosterstraße und Am Bahnhof Spandau verbieten. Gleichzeitig sollte eine zweite Abbiegespur (im Bild mit einem X markiert) von der Klosterstraße in den Brunsbütteler Damm eingerichtet werden. Diese könnte man kombinieren als Geradeaus- und Abbiegespur. Es ist ja nicht selten zu sehen, dass Autofahrer schon heute die eigentliche Geradeausspur zum Abbiegen in den Brunsbütteler Damm benutzen.

Das Kreuz markiert die zweite Abbiegespur.
Das Kreuz markiert die zweite Abbiegespur.Foto: Diesterhöft

Parallel dazu bedarf es weiterer Verbesserungen für ÖPNV-Benutzer, Fußgänger und bei Bedarf auch Autofahrer. Ich ließ mich hier von dem Schinkel-Wettbewerb 2014 inspirieren. Speziell der Beitrag von Jacqueline Botur und Victoria Hoedt von der BTU Cottbus-Senftenberg. Hier der Link (Seite 16): http://www.aiv-berlin.de/uploads/aiv_sw_2014_broschuere_.pdf. Das wäre die Sperrung der Seegefelder Straße vor dem Bahnhof für den Pkw- und Lkw-Verkehr. Der Bereich ist immer wieder ein Unfallschwerpunkt, da Bürger von Regional- und S-Bahn den Bus in Richtung Staaken sehen und über die Fahrbahn laufen.

Der Gefahrenbereich vor dem Bahnhof.
Der Gefahrenbereich vor dem Bahnhof.Foto: Diesterhöft

Dies wurde auch schon von der Verkehrsunfallkommission im Bau- und Verkehrsausschuss der BVV Spandau ermahnend vorgetragen und mit Vorschlägen (Mauer in die Mitte der Seegefelder Straße) garniert, die fraktionsübergreifend abgelehnt wurden. Nichts war wirklich einladend oder attraktiv und schon gar nicht kundenfreundlich aus Sicht des ÖPNV-Benutzers und des Fußverkehrs.

Die Schließung sollte im Bereich von der Ausfahrt des viel zu kleinen Parkplatzes vor dem Bahnhof erfolgen. Nur Busse und Radfahrer dürften diesen Bereich befahren, der Individualverkehr würde über die Straße am Bahnhof Spandau zum Brunsbütteler Damm geleitet werden.

Der Kasten markiert den für den Individualverkehr zu sperrenden Abschnitt.
Der Kasten markiert den für den Individualverkehr zu sperrenden Abschnitt.Foto: Diesterhöft

Das hätte gleich eine Reihe von Vorteilen:
- Der Bahnhof sowie die Arcaden würden optisch und gefühlt endlich näher zur Altstadt Spandau rücken. Dies ist schon lange ein Anliegen der BVV und des Altstadtmanagements.
- Der Umstieg von Bahn auf Bus wäre nun entschärft und die Unfallgefahr reduziert.
- Der Münsingerpark würde näher zum Bahnhof rücken und so eine einladende Situation entstehen.
- Die Seegefelder Straße wäre an dieser Stelle für Pkw nur eine Zubringerstraße zum Bahnhof und am Ende der jetzigen Ausfahrt vom Parkplatz des Bahnhofs eine Sackgasse.
- In der Seegefelder Straße, die dann zwischen Parkplatzausfahrt und Am Bahnhof Spandau zu viele Spuren hat, könnten zusätzliche Parkplätze für Bahnkunden entstehen.
- Auf der Bahnhofseite könnte der Bürgersteig vergrößert werden.

René Diesterhöft ist seit 16 Jahren Busfahrer in Spandau und in seiner Freizeit Bürgerdeputierter im Bau- und Verkehrsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung. Bis Ende Mai war er Mitglied der Grünen, die er aus Protest gegen die umstrittene Neuwahl des Vorstands verließ. Er engagiert sich jetzt in der neu gegründeten Wählerinitiative soziales Spandau (WisS).

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