Berlin-Spandau : Der Kinochef träumt von einer Bar auf dem Hahneberg

Ideen muss man haben - und die hat Roman Colm. Hier spricht er über sein Open-Air-Kino, krawallige Blockbuster und eine Skibar auf dem Hahneberg

Ein Klassiker: das Open-Air-Kino in der Stadtbibliothek.
Ein Klassiker: das Open-Air-Kino in der Stadtbibliothek.Foto: promo/Kino

Kinos gab's früher an jeder Ecke, auch in Spandau. Das Cineplex (eröffnet 1996) hinten am U-Bahnhof Altstadt Spandau ist eine feste Nummer, dort stand auch früher schon ein Kino.

Ob am Stadtrand oder im Zentrum (das "Odeon" musste dem Hertie-Kaufhaus weichen), ob in Siemensstadt (Autokino) oder am Flugplatz Gatow (Militärkino der Briten) - überall flimmerten einst Filme auf den Leinwänden. Heute sind fast alle geschlossen, abgerissen oder in Privatbesitz - wie das versteckte "Cinema Paradiso" von Wolfgang Weber in einem Kladower Privathaus, das wir neulich einmal besuchen durften.

Kinostart im Open-Air-Kino am Freitag

Und dann gibt es da das Open-Air-Kino am Rathaus Spandau. Dessen Saison startet am Freitag, 30. Juni, im Innenhof der Stadtblibliothek -wenn das Wetter mitspielt, aber dazu weiter unten mehr.

Roman Colm, 55, der Mann hinter dem Kino.
Roman Colm, 55, der Mann hinter dem Kino.Foto: privat

"Wir locken Kinoliebhaber aus der Innenstadt an"

"Wir sind seit über zehn Jahren in der Altstadt. Anfangs konnte ich mir das gar nicht vorstellen, der Innenhof war ja eher ein Parkplatz", erzählt Roman Colm, 55. Er ist der Chef und Gründer des Open-Air-Kinos in Spandau.

"Längst locken wir Kinoliebhaber aus der Innenstadt an, viele kenne ich persönlich, die würden sonst gar nicht nach Spandau kommen. Und natürlich fahren auch Neugierige aus dem Umland zu uns – Nauen, Potsdam, Falkensee."

"Keine krawalligen Blockbuster"

"Wir zeigen bei uns keine krawalligen Blockbuster mit Nachos, klebriger Soße und Bier aus dem Plastikbecher. Unser Publikum besteht eher aus dem Bildungsbürgertum, das sich über ein Glas Wein freut.“ Das Publikum schätzt die Kultur im Zentrum, aber:

„Schade, dass die Altstadt abends so leer ist, da muss man mehr faszinierende Ideen entwickeln."

Colm selbst wohnt am westlichen Stadtrand, nahe dem Hahneberg. Der ist 87 Meter hoch, nicht wirklich berühmt, aber von dort oben hat man einen fantastischen Ausblick.

Seine Idee: "ein Gipfelrestaurant auf dem Hahneberg"

"Aber eins fehlt dort oben: Gastro! Wenn ich mal rumspinnen darf: Da gehört ein Gipfel-Restaurant rauf, mit Biergarten und Ausblick", sagt Colm." Und im Winter zieht ein Schlepplift die Skifahrer hoch zur Skibar ..."

Die Kulturleute um Roman Colm (der übrigens auch das Kino nebenan im Kulturhaus betreibt) wollen so starten: Zum Auftakt am 30. Juni, 21.45 Uhr, wird der Film „Monsieur Pierre geht online“ gezeigt. Bei Regen kann der Start verschoben werden. „Wir entscheiden 2 bis 3 Stunden vor Filmstart“, teilen die Kulturleute mit. Infos ab 18 Uhr unter 030-3336081 oder 0177-3694863.“Die weiteren Filme: „Bob, der Streuner“ (1. Juli), „Blumen von gestern“ (4. Juli), „Birnenkuchen mit Lavendel“ (5. Juli) – das gesamte Kinoprogramm finden Sie unter diesem Link.

Beginn ist stets 21.45 Uhr. Eintritt: 7,50 Euro. Es gibt Eis, frische Getränke – und wenn es ganz besonders frisch wird auch heiße Suppe und Decken. Infos unter openairkino-spandau.de.

Lesen Sie mehr im Spandau-Newsletter

Das kleine Portrait des Kinochefs erschien zuerst im Spandau-Newsletter des Tagesspiegel, der immer dienstags erscheint. Newsletter-Leseprobe unter diesem Link - und kostenlose Bestellung unter www.tagesspiegel.de/leute

Bei Facebook finden Sie uns unter www.facebook.com/tagesspiegelspandau. Lesetipp: Eine sehr detaillierte Wikipedia-Seite mit viel Spandauer Kino-Historie.

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