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Berlin-Spandau : Warum gleich 40 Bäume in einer Straße fallen müssen

Eine hübsche Allee, seit Jahrzehnten. Und dann die Nachricht: 40 Birken müssen weg - allerdings sehen viele auch nicht gut aus.

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Rund 40 Birken werden gefällt.
Rund 40 Birken werden gefällt.Foto: During

Überall in der Stadt kreischen die Motorsägen, werden Bäume gefällt. Oft ist der Unmut dieser Tage groß, beschweren sich Anwohner über den vermeintlichen Kahlschlag. Müssen wirklich immer alle Bäume gefällt werden?

Auch das Bezirksamt Spandau hat nun eine Mail aus dem Rathaus verschickt. Titel: "Baumfällungen im Seekorso Spandau-Kladow." Das Spezielle ist die hohe Zahl der zu fällenden Bäume: "rund 40 im Straßenland".

Seit einigen Tagen wird nun gesägt. Die Birken sind nach Angaben des Straßen- und Grünflächenamtes morsch und bilden somit eine Gefahr für Passanten und andere Verkehrsteilnehmer. Der Alleecharakter der Wohnstraße mit etlichen hundert Bäumen am Straßenrand und auf dem Mittelstreifen bleibt aber erhalten.

Fäulnis und Pilzbefall haben den Stamm ausgehöhlt.
Fäulnis und Pilzbefall haben den Stamm ausgehöhlt.Foto: During

Bei den Bäumen handelt es sich überwiegend um ältere Birken. „Natürlich fällt die Entscheidung schwer, so viele Bäume an einem Ort zu fällen", sagte Baustadtrat Frank Bewig (CDU). Die Fällungen seien leider notwendig, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Aufgrund ihres Alters sowie durch Morschungen, Pilzbefall sowie Trockenschäden waren die Birken nicht mehr standsicher. Vor Ort kann man sich davon überzeugen. Der Stamm der Birke, die gerade gefällt wurde, ist durch Pilzbefall und Fäulnis hohl, die Wurzeln haben sich auf einer Seite bereits gehoben, der Baum drohte umzustürzen.

Nach den "Verwaltungsvorschriften über die Kontrolle der Verkehrssicherheit von Bäumen auf öffentlichen Flächen" werden die Bäume mindestens einmal pro Jahr kontrolliert, im Bedarfsfall auch häufiger, erläuterte Bewig. Dabei erfolgt die Kontrolle in drei Stufen: 1. Visuelle Kontrolle (Sichtkontrolle) als fachlich qualifizierte Überprüfung des Baumes auf Anzeichen, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können. 2. Visuell-manuelle Kontrolle zusätzlich unter Einsatz von Werkzeugen je nach Befund z.B. in der Baumkrone, am Stamm, Stammfuß, Wurzelbereich. 3. Weitergehende Untersuchung durch speziell geschulte Fachkräfte mit entsprechenden technischen Hilfsmitteln. Die Ergebnisse der Kontrollen führen zu der fachlichen Entscheidung, ob ein Baum verkehrssicher ist oder nicht, die notwendige Maßnahme wie Baumrückschnitt oder Fällung wird darauf hin veranlasst

.Neupflanzungen sollen sicherstellen, dass der Alleecharakter der Straße erhalten bleibt, teilte Baustadtrat Bewig mit. Zum Teil sind an „geeigneten Standorten“ bereits neue Bäume gepflanzt worden. Die Pflanzungen sollen „auch in den kommenden Jahren“ fortgesetzt werden, um den Baumbestand gleichzeitig auch zu verjüngen.

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1 von 79Foto: Imago
02.03.2017 16:25Zeppelinstraße, 30er Jahre.

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