Bertolt-Brecht-Oberschule : Behördenstreit verhindert Aula-Nutzung

Vor mehr als einem halben Jahr wurde die neue Aula der Bertolt-Brecht-Oberschule feierlich eröffnet. Seitdem bleibt sie geschlossen, weil zwei Behörden über Notfallpläne streiten.

Rainer W. During
Die schöne neue Aula kann bisher nicht genutzt werden.
Die schöne neue Aula kann bisher nicht genutzt werden.Foto: During

Seit sieben Monaten kann die neue Aula der Spandauer Bertolt-Brecht-Oberschule nicht genutzt werden. Der Grund ist haarsträubend: Die bezirkliche Bauaufsicht und die Berliner Feuerwehr können sich nicht darüber einigen, welche Form von Feuerwehrplan für den Neubau benötigt wird.
Als die größte Spandauer Schule am 12. März ihre Aula nach 15jähriger Planung in Anwesenheit von Kommunalpolitikern aller Parteien feierlich in Betrieb nahm, war die Welt nur scheinbar in Ordnung. Denn der Festakt konnte nur mit einer Sondergenehmigung stattfinden. Danach wurde der 1,7 Millionen Euro teure Neubau wieder verschlossen und blieb es bis heute, wie eine Dringlichkeitsanfrage der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung ergab.

Platz für 400 Besucher

Eigentlich sollte der 300 Quadratmeter große Veranstaltungsraum mit Bühne, Foyer und Plätzen für bis zu 400 Besucher dafür sorgen, dass Abschlussfeiern nicht mehr ohne Beteiligung der Eltern stattfinden müssen und Theateraufführungen nicht länger in der Mensa sondern in einem angemessenen Rahmen stattfinden können. Damit nicht genug, die Aula sollte auch Gruppen und Initiativen aus dem Ortsteil Wilhelmstadt zur Verfügung stehen.

Das Bauschild steht noch immer vor dem Schulgebäude.
Das Bauschild steht noch immer vor dem Schulgebäude.Foto: During

Darauf warten alle Beteiligten seitdem vergeblich. „Die Aula der BBO darf derzeit nicht genutzt werden, weil die Berliner Feuerwehr den rechtzeitig erstellten und seit längerer Zeit vorliegenden Feuerwehrübersichtsplan noch nicht freigegeben hat, sagte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank auf Nachfrage der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwochabend.

Der Grund sind unterschiedliche Auslegungen der entsprechenden Bestimmungen zwischen der Spandauer Bauaufsicht und der Berliner Feuerwehr. Nach dem alten Baurecht würde für den Neubau ein sogenannter Feuerwehr-Übersichtsplan ausreichen, der im Eingangsbereich des Gebäudes ausgehängt wird. Nach neuem Baurecht ist dagegen ein sogenannter Feuerwehrplan erforderlich, der von jedem der 45 Einsatzleitwagen der Berliner Feuerwehr mitgeführt wird. Strittig ist nun, ob für die Erweiterung des Schul-Altbaus der vom Bezirk eingereichte, ergänzte Übersichtsplan ausreicht. Den hat die Feuerwehr laut Kleebank abgelehnt und besteht auf einen komplett neuen Feuerwehrplan für die gesamte Schule.

Lösung noch nicht absehbar

Eine Stellungnahme der Feuerwehr war am Donnerstag nicht zu erhalten. In einem gemeinsamen Termin mit dem Hochbauamt sollen die beteiligten Behörden jetzt eine Lösung finden. Wann der stattfinden wird, ist noch offen. Eine Lösung des Problems ist für Bürgermeister Kleebank deshalb noch nicht absehbar.

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