Brache in Berlin-Spandau : Bald 740 Wohnungen im Krankenhaus Staaken

Nach zwei Jahrzehnten soll in die Ruinen der einstigen Nauener Kreisklinik neues Leben einziehen. Am Dienstag geht's darum im Stadtplanungsausschuss.

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So soll sich das ehemalige Fliegerhorst als Metropolitan Park präsentieren.
So soll sich das ehemalige Fliegerhorst als Metropolitan Park präsentieren.Foto: promo

Die Prinz von Preußen Grundbesitz AG hat das rund zwölf Hektar große Areal an Nennhauser Damm und Schulstraße, das zum ehemaligen Flugplatz Staaken gehörte, vom Berliner Immobilien Management erworben. Hier befinden sich die in den Jahren 1935 bis 1938 errichteten Gebäude des bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges genutzten Fliegerhorstes.

Früher Flugplatz Staaken, seit 1958 Krankenhaus

Nachdem Weststaaken durch einen Gebietstausch der Alliierten 1945 der sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen und 1951 von der DDR annektiert wurde, zog hier 1958 das Kreiskrankenhaus des Kreises Nauen ein. Nach dem Mauerfall, der Rückgemeindung Weststaakens nach Spandau und der Fertigstellung einer neuen Klinik in Nauen wurde es geschlossen. Seitdem rotten die Gebäude, an deren Nordwestende sich noch der Tower der Flugleitung befindet, vor sich hin.

Derzeit befinden sich die Gebäude in ruinösem Zustand.
Derzeit befinden sich die Gebäude in ruinösem Zustand.Foto: During

„Der Bezirk Spandau strebt gemeinsam mit dem Investor an, das Gelände zu einem attraktiven Wohnstandort mit wohnverträglichen Mischgebietsnutzungen und Grünflächen zu entwickeln“, sagte Baustadtrat Frank Bewig (CDU) dem Tagesspiegel. Es sei daher die Festsetzung eines allgemeinen Wohngebietes, eines Mischgebietes und einer Grünfläche mit der Zweckbestimmung „öffentliche naturnahe Parkanlage" zur Sicherung eines übergeordneten Grünzuges (Bullengrabengrünzug) vorgesehen. Zu diesem Zweck wird der Bebauungsplan 5-91 aufgestellt.

740 Wohneinheiten für tausende Menschen entstehen

„Hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung ist aufgrund des Denkmalschutzes von einer Bestandserhaltung des überwiegend zweigeschossigen Gebäudebestandes (zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss) auszugehen“, so Bewig. „Darüber hinaus sind punktuelle bzw. flächenmäßige Nachverdichtungen im Kontext eines Gesamtkonzeptes zu beurteilen und im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gemeinsam mit den zuständigen Behörden, insbesondere zum Denkmalschutz und zum Natur- und Artenschutz, zu entwickeln.

So sah es 1928 auf dem Flugplatz Staaken aus

Insgesamt ist laut Bewig nach derzeitigem Planungsstand von rund 740 Wohneinheiten auszugehen. 25 Prozent davon sollen der Mietpreis- und Belegungsbindung für sozial schwächere Bevölkerungsschichten unterliegen und Personen mit einem Wohnberechtigungsschein vorbehalten sein. Für sie wird es nach Angaben aus Investorenkreisen eine Partnerschaft mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo geben.

Neuer Name: "Metropolitan Park"

Im ersten Bauabschnitt der als Metropolitan Park bezeichneten Wohnanlage werden indessen in einem der denkmalsgeschützten Gebäudekomplexe auf drei Etagen insgesamt 48 Komfort-Wohnungen (Park Place Lounges) mit einer Fläche zwischen 41 und 97 Quadratmetern entstehen. Folgen sollen 50 „Skyport Suites“ mit 38 bis 112 Quadratmetern. Gegenüber der Immobilien-Zeitung nannte Vorstandsmitglied Theodor Tantzen einen Verkaufspreis ab 4100 Euro pro Quadratmeter.

Die öffentliche Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beginnt am Dienstag, dem 7. März, um 17 Uhr im Rathaus an der Carl-Schurz-Straße.

Von Staaken nach New York: Berlins vergessener Flugplatz
Der ehemalige Kontrollturm auf der Südseite des Platzes, die angrenzende Halle wurde abgerissen (zur Orientierung: Am Ende der Straße befindet sich das heutige McDonald's an der Heerstraße).Weitere Bilder anzeigen
1 von 26Foto: Rainer W. During
28.11.2016 14:36Der ehemalige Kontrollturm auf der Südseite des Platzes, die angrenzende Halle wurde abgerissen (zur Orientierung: Am Ende der...

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