Brunsbütteler Damm: Wo sind die Arbeiter? : Die verwaiste Baustelle in Spandau

Autofahrer und Anlieger sind gleichermaßen erbost. Auf dem Brunsbütteler Damm herrscht Dauerstau, doch gearbeitet wird in dem Engpass kaum. Dennoch soll der Engpass schneller beseitigt werden als geplant.

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Während sich auf der verbliebenen Fahrbahn die Fahrzeuge stauen bleiben der Tankstelle die Kunden aus.
Während sich auf der verbliebenen Fahrbahn die Fahrzeuge stauen bleiben der Tankstelle die Kunden aus.Foto: During

Tagtäglich stehen die Autofahrer auf dem Brunsbütteler Damm im Dauerstau. Auch kaum ein Bus der Linie M32 ist noch pünktlich. Und vielen der anliegenden Firmen bleiben die Kunden aus, weil kaum jemand die Lücken im Bauzaun erkennt, die zu den Einfahrten führen. Was die Betroffenen besonders erzürnt: Die Arbeiten scheinen nur langsam voranzugehen. Wiederholte Zählungen in den vergangenen Tagen auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt zwischen Grünhofer Weg und Nauener Straße bestätigten den Eindruck. Zwischen null und vier Arbeiter sind auf der Großbaustelle im Einsatz, der eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Berlin und dem westlichen Umland lahmlegt.

Die Situation ist dramatisch

Bis auf ein paar Passanten, die das Imbissangebot nutzen, herrscht auf der Star-Tankstelle, wo die Autos sonst Schlage stehen, gähnende Leere. Die Situation ist dramatisch, sagt die Filialleiterin. Seit Beginn der Bauarbeiten können die Autos nur noch in einer Fahrtrichtung auf das Gelände abbiegen. Doch selbst diese Fahrzeuglenker scheuen oft den gewohnten Tankstopp, weil sie sich danach wieder umständlich in den Stau einfädeln müssen. Die Umsatzeinbußen sind enorm.

Arbeiten in drei Wochen beendet?

Baustadtrat Carsten Röding (CDU) ist dennoch zufrieden. Der Bau des Radweges und der Parkbuchten sowie die Erneuerung der Fahrbahnborde gehen schneller voran als geplant, so der Kommunalpolitiker. Sollte die Sperrung ursprünglich bis August dauern, wird der Umbau jetzt wohl schon in drei Wochen abgeschlossen sein. Wenn nicht, wie schon einmal, ein Bagger eine Gasleitung demoliert. Trotzdem fragen sich viele Staugeplagte, ob das Chaos mit größerem Personaleinsatz nicht noch wesentlich schneller hätte beendet werden können.

Die nächste Baustelle ist schon geplant

Wer denkt, dass dann wieder freie Fahrt herrscht, freut sich zu früh. Denn ist die jetzige Baustelle ab geschlossen, beginnt der Neubau der Geh- und Radwege im östlich davon gelegenen Teilabschnitt vor den neuen Autohäusern.

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