Der Rückzug der Geldinstitute aus den Ortsteilen ist keine Option! : Mobiler Bankservice für den Kiez

Der Spandauer CDU-Bundestagsabgeordneter Kai Wegner fordert Banken zu neuen Formen des Kundenservice auf.

Kai Wegner
Kai Wegner wurde von seiner Partei mit großer Mehrheit erneut aufgestellt.
Kai Wegner wurde von seiner Partei mit großer Mehrheit erneut aufgestellt.Foto: Yves Sucksdorff

Der Kiez ist das Zuhause, der Ort, den man für das tägliche Leben nicht zwingend verlassen muss. In einem Kiez sollte man daher all jenes vorfinden, was man im alltäglichen Leben braucht: Dazu gehören neben Arztpraxen, Apotheken und der Lebensmittelnahversorgung auch die Bankdienstleistungen. Eines meiner Kernanliegen ist es, diese Stabilitätsanker der Kieze zu bewahren.

Schleichender Rückzug von Post und Banken

Nun erleben wir seit vielen Jahren nicht nur einen Ärztemangel, die Schließung von Postfilialen wie zurzeit in der Cautiusstraße, sondern auch den schleichenden Rückzug verschiedener Bankinstitute aus den Kiezen. Leidtragende sind vor allem ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Viele wollen auch weiterhin ein persönliches Gegenüber für die eigenen Bankgeschäfte haben und möchten oder können diese nicht über das Internet abwickeln.

Negative Auswirkungen auch auf den Einzelhandel

Hier haben die Unternehmen eine enorme Verantwortung nicht nur für ihre Kunden, sondern für die Kieze insgesamt. Die Schließung von Filialen wird oftmals als Signal des sozialen Abstiegs gedeutet. Leerstand ist die Folge, der oftmals auch negative Auswirkungen auf umliegende Geschäfte haben kann. Fehlende Laufkundschaft in den Bankfilialen kann unter Umständen auch zu Umsatzeinbußen bei den umliegenden Geschäften führen. Daher laufen Kiezinitiativen, das Bezirksamt und auch Lokalpolitiker immer wieder Sturm gegen geplante Filialschließungen.

Über alternative Formen der Nahversorgung nachdenken

Die Schließung einer Filiale darf immer nur das letzte Mittel sein. Was ist aber, wenn die Schließung einer Filiale aus wirtschaftlichen Gründen tatsächlich unumgänglich ist? Dann sollten die betroffenen Unternehmen alternative Formen der Nahversorgung der betroffenen Kieze anbieten.

Dabei könnten Banken ihren Dienstleistungsgedanken durchaus auch mal wieder neu erfinden und ruhig auch vom Staat lernen. Das Bezirksamt Spandau setzt beispielsweise seit Jahren erfolgreich einen Büchereibus ein, der durch die Spandauer Kieze tourt. Auch Hausbesuche des Bürgeramtes sind möglich. Warum könnte also nicht auch eine Bank ein solches mobiles Angebot schaffen? Die mobilitätseingeschränkten Spandauerinnen und Spandauer, denen es nicht möglich ist, die nächst mögliche Filiale mit dem Bus oder der U-Bahn aufzusuchen, würden es ihnen danken.

Die Kieze brauchen Stabilität und die Banken tragen hierfür eine enorme Verantwortung. Mein Vorschlag liegt seit dieser Woche diversen Bankinstituten zur Diskussion vor. Ich bin sehr gespannt, was das Ergebnis sein wird. Unabhängig vom Ausgang dieser Diskussion werde ich die Bankvorstände auch zukünftig an ihre Verantwortung für die Kieze erinnern.

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