Ein Treff für Frauen aus 20 Nationen in Spandau : Hinbun feiert Geburtstag

Mit einer Jubiläumsveranstaltung und einer Ausstellung im Rathaus feiert die interkulturelle Bildungs- und Beratungsstelle Hinbun ihren 35. Geburtstag.

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Eines der Portraits aus der Ausstellung.
Eines der Portraits aus der Ausstellung.Foto: Hinbun

Hinbun entstand 1981 in der Spandauer Neustadt im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes zur Analyse der Lebenswelten kurdischer Frauen mit dem Ziel, für sie spezifische Bildungsangebote zu entwickeln. Danach übernahm der Evangelische Kirchenkreis die Trägerschaft, seitdem wird die Einrichtung, die sich heute am Brunsbütteler Damm 17 befindet, mit Unterstützung des Bezirksamts von der Senatsverwaltung für Arbeit, Berufliche Bildung und Frauen finanziert. Der Name ist das kurdische Wort für „Lernen“ oder „Neues erfahren“.

Erster interkultureller Treff in Berlin

Da ein Großteil der kurdischen Frauen Analphabetinnen waren gehörte es zu den ersten Aufgabe von Hinbun, muttersprachliche Alphabetisierungskurse und Deutschunterricht anzubieten. Später wurde Hinbun zur ersten Einrichtung in Berlin die begann, ihre Arbeit interkulturell auszurichten und sich den unterschiedlichsten ethnischen Gruppen zu öffnen. Seitdem treffen sich hier Migrantinnen aus über 20 Nationen und deutsche Frauen zu Kursen und Seminaren. Fortgesetzt wird auch das Beratungsangebot, wobei die Sprechstunden zunehmend von stark traumatisierten Flüchtlingsfrauen in Anspruch genommen werden.

Festveranstaltung im Bürgersaal

Das Jubiläum wird am Donnerstag, dem 19. Mai, ab 18 Uhr mit einer Festveranstaltung im Bürgersaal des Spandauer Rathauses an der Carl-Schurz-Straße gefeiert. Es gibt kurdische Musik und Podiumsdiskussionen mit Immigrantinnen zum Thema „Aus der Flucht-Erfahrung lernen“. Noch bis zum 23. Mai wird in der Säulenhalle des Verwaltungsgebäudes außerdem die Ausstellung „Geschichte(n) der Immigration in Spandau – Frauen kommen zu Wort“ gezeigt. In bebilderten Interviews erzählen Hinbun-Besucherinnen, warum sie nach Berlin gekommen sind, welche Träume und Wünsche sie im Gepäck hatten und wie sich ihr Leben jetzt hier gestaltet.

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