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Flüchtlinge in Berlin : Spandau verweigert weitere Turnhallen

Eigentlich sollten die Bezirke je vier Sporthallen als Notunterkünfte benennen. Doch daraus wurde nichts. Spandau empfand vier Hallen als "inakzeptabel".

Rainer W. During
Helfer von Feuerwehr und THW bauen die Betten auf.
Helfer von Feuerwehr und THW bauen die Betten auf.Foto: Schatz

Mit Schreiben vom 8. Dezember hat der Berliner Beauftragte für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge, Ex-Polizeipräsident Dieter Glietsch, bemängelt, dass die Bezirke der Aufforderung, jeweils vier Sporthallen zu benennen, nur beschränkt gefolgt sind. Lediglich 15 Hallen seien benannt und weitestgehend bereits auch belegt worden. Man sei auf die Nutzung weiterer Turnhallen angewiesen, heißt es in dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt.

Als „potentiell geeignet“ seien in Spandau folgende Sporthallen identifiziert worden: Heinrich-Böll-Schule (in Hakenfelde) und Bertolt-Brecht-Schule (in der Wilhelmstadt; jeweils eine von zwei Hallen), Mary-Poppins-Grundschule (in der Landstadt Gatow in Kladow), Bruno-Gehrke-Sporthalle (in Hakenfelde; eine von drei Hallen) sowie die Sporthalle Falkenseer Damm 20 (Ortsteil Spandau). „Unter Berücksichtigung der bisher bereits erfolgten Sicherstellung von Sporthallen in Ihrem Bezirk ist beabsichtigt, zwei dieser Hallen für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen“, so Glietsch, der eine kurzfristige Begehung mit Bezirksvertretern einfordert.

Kleebank: Unakzeptable Forderung

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) teilte Glietsch am Donnerstag mit, dass er das Ansinnen für „inakzeptabel“ hält und Spandau keine weiteren Hallen zur Verfügung stellen werde. Nach den vorliegenden Informationen würden derzeit im Bezirk Immobilien und Traglufthallen mit 3000 bis 4000 kurzfristig verfügbaren Plätzen geplant, was dem Volumen von 15 bis 20 Sporthallen entspreche.

Damit würde sich die Platzzahl mehr als verdoppeln, hätte Spandau als einwohnermäßig kleinster Bezirk die höchste Zahl von Plätzen für Asylbewerber. Er könne „derzeit nicht erkennen, dass in allen andere Stadtbezirken ähnliche Anstrengungen unternommen werden, um in vergleichbarem Umfang Plätze zu generieren“, so Kleebank. Wäre dies der Fall, so bestünde erst Recht keine Notwendigkeit für die Belegung von Sporthallen.

Lesen Sie mehr im Tagesspiegel: Auch Reinickendorf soll eine Turnhalle stellen - dort fällt nun der Sport aus für die Kinder.

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