Gastbeitrag der Vorsitzenden des Wirtschaftshof Spandau : Touristen, kommt nach Spandau!

Gabriele Fliegel ist die Chefin des Wirtschaftshofs Spandau. Die Zahl der Übernachtungen ist auf 580.000 gestiegen. Hier lädt sie zum persönlichen Ausflug.

Gabriele Fliegel
Die Zitadelle ist das touristische Highlight von Spandau.
Die Zitadelle ist das touristische Highlight von Spandau.Foto: During

Gabriele Fliegel war Lehrerin an der Wilhelm-Leuschner-Schule und leitet seit 2003 den Wirtschaftshof Spandau, einen Gewerbeverband mit mehr als 320 Mitgliedern. Hier bittet sie Touristen und Neu-Spandauer zu einer persönlichen Bezirksführung.

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Spandau erfreut sich bei Berlin-Besuchern zunehmender Beliebtheit, nicht zuletzt dank seiner guten Verkehrsanbindung. Die Übernachtungszahlen steigen, die Gäste bleiben circa zweieinhalb Tage in der Stadt. Die 31 Hotels und Pensionen des Bezirks mit ihren knapp 3000 Betten hatten im vergangenen Jahr eine Auslastung von 51,3 Prozent (berlinweit waren es 60,5 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen ist seit 2010 um 140.000 auf 580.000 gestiegen. Ein Fünftel der rund 250 000 Besucher kam aus dem Ausland.

Die Altstadt ist das Herz von Spandau

Lassen Sie sich auf eine kleine Reise durch unseren Bezirk mitnehmen. Wir starten in der Altstadt, im Herzen Spandaus. Dort findet auf dem Marktplatz wochentags außer mittwochs der 1. Havelländische Land- und Bauernmarkt und mittwochs sowie samstags vor dem Rathaus ein Wochenmarkt statt. Ringsherum können Sie in vielen Geschäften wunderbar einkaufen gehen und sich vorher noch in der Konditorei Fester am Markt stärken. Rund um den Marktplatz gibt es zudem zahlreiche Stadtfeste, so am 23. April den Brandenburg-Tag.
In dieser größten Fußgängerzone der Hauptstadt finden Sie im ältesten Bürgerhaus Berlins, dem „Gotischen Haus“, die Tourist-Information Berlin-Spandau, eine Galerie und ein Museum. Es lohnt auch die St.Nikolai Kirche, Mittelpunkt der Reformationsfeierlichkeiten 2017, zu besuchen, durch die Fenster des Historischen Knochenkellers zu schauen und zwischendurch in eines der vielen internationalen Restaurants einzukehren.

Mehr historische Fotos: Erkennen Sie Spandau wieder?
Postkarte aus dem Jahr 1930 (oder früher): Insel Imchen am Hafen Kladow mit noch sehr kleinen Bäumen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 92Foto: Imago
07.09.2017 07:15Postkarte aus dem Jahr 1930 (oder früher): Insel Imchen am Hafen Kladow mit noch sehr kleinen Bäumen.


Per Fahrrad oder mit dem Schiff

Wenn Sie sich nun zu Fuß, mit dem Fahrrad (Verleih in der Tourist-Info, Tel.: 030/3339388) oder mit dem Schiff Richtung Süden auf den Weg machen, geht es am neu gestalteten Lindenufer entlang, dem Havelradweg. Dort finden Sie die Dampferanlegestelle Lindenufer. Alternativ fahren Sie mit dem Auto oder dem 134er Bus (Haltestelle Rathaus in Richtung Gatow/ Kladow. Entlang der vielen Boots- und Segelvereine an der Scharfen Lanke kommen Sie zur Marina Lanke, der größten Werft Berlins. Hier können Sie die „Hugo Reinicke“ für Events mieten, Segeln und sich in einem gastlichen Bistro mit tollem Blick auf die Havel erholen.
Garten-Tour durch Spandau

Gärten und Bauernhöfe

Richtung Süden können Sie auch zu einer Gartentour starten. Links liegen das SOS Kinderdorf-Berufsbildungszentrum mit dem Projekt „Internationale Gärten“, der Jaczo-Turm mit dem Spazierweg zur Jaczoschlucht, die Gärtnerei Zabel und rechts Bauer Feldbinder. In Gatow vorbei an dem Reiterhof Baumgarten, dem Gutshof Gatow mit der Bockwindmühle und dem Garten der 4 Weltreligionen, dem Vierfelderhof für Familien und der Kleinen Badewiese. Anhalten kann man an der Haltestelle Helleberge um zu den Havelmathen 57 zu gelangen. Dort liegen das Umwelt-Bildungszentrum Berlin und die Bauerngärten Havelmathen – idyllisch zwischen Stadt und Land. Am 1. Mai 2016 ist dort Saisonbeginn.
Weiter geht es vorbei am Gutshof Neukladow, der bald in neuem Glanz erscheinen wird. Der Blick von der Anhöhe über das Wasser ist einmalig! Der Hafen an der Imchenallee ist mit seinen Restaurants und der BVG-Fähre nach Wannsee ein absolutes Highlight.

Von dort erreichen Sie auch den gerade wieder eröffneten und neu gestalteten Landhausgarten Dr. Max Fränkel. Das Sommercafé wird von der Diplom-Landschaftsplanerin Annette Müller und der Gartenarchitektin Petra Derksen betrieben. Dorthin gelangen Sie natürlich auch mit dem Fahrrad, z.B. über den Mauerradweg. Und wer seinen Garten ähnlich schön bepflanzen will bekommt herrliche Stauden in der Gartenbaumschule Schneider in Kladow.

Highlights von Spandau

Und hier noch ein paar ganz besondere Highlights des Bezirks: Das Luftwaffenmuseum (Am Flugplatz Gatow 33) zeigt eine historische Ausstellung mit vielen Exponaten auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Gatow. Der Berliner Golfclub Gatow mit seinem herrlichen Gelände liegt ganz in der Nähe am Sparnecker Weg. Im ehemaligen Grenzstreifen an der Heerstraße in Staaken befindet sich das Fort Hahneberg wo viele interessante Führungen stattfinden. Genau entgegengesetzt in Richtung Berlin finden wir die Burgwallschanze, die heute von der Familie Gehrmann als kulturelle Einrichtung betrieben wird.
Für Architektur-Liebhaber gibt es noch etwas Besonderes am westlichen Stadtrand Spandaus: die von Paul Schmitthenners entworfene Gartenstadt Staaken. Sie wurde zu einer der bedeutendsten Wohnsiedlungen Berlins und 1986 unter Denkmalschutz gestellt. Erwähnen will ich auch das Evangelische Johannesstift, eine kleine Stadt in der Stadt und Mittelpunkt für kirchliche und soziale Aktivitäten, umgeben vom Spandauer Stadtforst. Die Neustadt mit dem Bismarckplatz und seinen Restaurants und der einmaligen Lutherkirche, die zum Teil bewohnt ist. Das Centrovital in der ehemaligen Schultheiss Brauerei als Hotel und Wellness-Oase. Die Insel Eiswerder mit ihren kreativen Möglichkeiten und den Plätzen am Wasser. Dahinter liegen die CCC-Studios von Artur Brauner, wo viele berühmte Filme gedreht wurden.

Gabriele Fliegel leitet den Spandauer Wirtschaftshof.
Gabriele Fliegel leitet den Spandauer Wirtschaftshof.Foto: During


Kolk und Zitadelle

Der Kolk ist der älteste Teil Spandaus. Flankiert durch die Schleuse und das ehemalige Waschhaus, heute das Brauhaus Spandau mit dem selbstgebrauten Bier, ist ein sehenswerter Ort, besonders auch durch die Konzerte in der Marienkirche, die in Privatbesitz ist. Ein Muss bei jedem Berlinbesuch ist ein Abstecher auf die Zitadelle. Sie ist eine der am besten erhaltenen und bedeutendsten Renaissancefestungen Europas. Wir sprechen deshalb auch von der „Zitadellenstadt Berlin-Spandau“. Die Festung ist das internationale Aushängeschild für unseren Bezirk als imposantes Bauwerk, mit Museen, Ausstellungen, Künstlern, Puppentheater, Jugendkunstschule, Konzerten, Veranstaltungen, Schenke, Freiluftcafé und der Freilichtbühne. Das Citadel Music Festival sorgt jedes Jahr mit seinen internationalen Künstlern für weltweites Interesse. Ab Mai kommt nun noch ein weiteres Highlight hinzu. Die Ausstellung: Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler.
Sind Sie am Industriedesign interessiert, dann finden Sie im Ortsteil Haselhorst Besonderes: die ehemalige Pulverfabrik und die Havelwerke. Dort haben sich in unmittelbarer Nähe der historischen Siemensgebäude und der BMW-Motoradwerke, der bekannte Maler Cäser W. Radetzky (Galerie am Spandauer See), Klettersportler (Boulderhalle), ein Oldtimer- Liebhaber, Hausboot-Anbieter und besondere Industrien wie z.B. die Firma SK-Glas angesiedelt.

Und wohin am Abend?

Fischrestaurant Raymons am Spandauer See, Kochkunst im Centro Vital, Skytower – Restaurant im Hotel Winters, Alt Spandau, Ruspina II im Raabhof und Satt&Selig, Lutecia und Charlotte in der Altstadt, Barfly und Plan B in Pichelsdorf - oder ins Kino, in der Havelstraße, im Kulturhaus und ab dem 1. Juli auch wieder Open Air im Hof der Alten Post!
Viele weitere aktuelle Informationen finden Sie unter: www.visitspandau.de.

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