Gastbeitrag von Polizeidirektor Stefan Weis : Das sind Spandaus Unfallschwerpunkte

Zwischen Falkenseer Platz und Brunsbütteler Damm kracht es häufig - und an der Nonnendammallee Ecke Paulsternstraße.

Stefan Weis
Stefan Weis (60) ist seit Juli 2015 Leiter der für Spandau zuständigen Polizeidirektion 2.
Stefan Weis (60) ist seit Juli 2015 Leiter der für Spandau zuständigen Polizeidirektion 2.Foto: During

Sind Sie auch schon einmal an einem Verkehrsunfall in Spandau vorbeigefahren und Ihnen ist im Nachhinein bewusst geworden, wie oft es in diesem Straßenzug schon „gekracht“ hat, während Sie ebenfalls im Straßenverkehr unterwegs waren? Dann haben Sie vermutlich unfallträchtige Strecken passiert wie die Kreuzungen Brunsbütteler Damm/Klosterstraße/Ruhlebener Straße (187 Verkehrsunfälle mit 45 Verletzten) und Altstädter Ring/Klosterstraße/Seegefelder Straße/Stabholzgarten (185 Verkehrsunfälle mit 27 Verletzten), den Altstädter Ring zwischen Stabholzgarten und Moritzstraße (49 Verkehrsunfälle, Streckenabschnitt mit besonders vielen Geschwindigkeitsverstößen) oder die Kreuzung Nonnendammallee/Otternbuchtstraße/Paulsternstraße (130 Verkehrsunfälle mit 31 Verletzten, Häufung von Abbiegeverstößen).

Spandaus gefährlichste Kreuzung: Klosterstraße/Ruhlebener Straße/Brunsbütteler Damm.
Spandaus gefährlichste Kreuzung: Klosterstraße/Ruhlebener Straße/Brunsbütteler Damm.Foto: During

Allein im Zeitraum vom 1.Januar.2015 bis zum 30.November.2016 kam es an diesen vier Schwerpunkten zu 551 Verkehrsunfällen mit leicht- oder schwerverletzten Personen. Eine erschreckende Zahl, wenn man bedenkt, dass eine Vielzahl dieser Verkehrsunfälle vermeidbar gewesen wäre, wenn Verkehrsteilnehmer mit der erforderlichen Sorgfalt am Straßenverkehr teilnehmen würden. Denn als Hauptunfallursachen waren folgende Fehlverhalten feststellbar: Fehler beim Abbiegen, Rotlichtmissachtung, Fahrstreifenwechsel sowie nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit.

Verkehrsüberwachung und Sonderkontrollen

Die Polizeidirektion 2 setzt genau auf diese Problemfelder ihren Fokus, um für Sie die Teilnahme am Straßenverkehr sicherer zu gestalten. Aus diesem Grund wird nicht nur im Rahmen des täglichen Funkwageneinsatzdienstes Verkehrsüberwachung betrieben, sondern es werden auch gezielt Verkehrssonderkontrollen, unter anderem an den genannten Unfallhäufungspunkten, durchgeführt. Die Polizeiabschnitte 21 und 23 wirken dabei maßgeblich mit und verfolgen die Ziele der Stärkung der Sicherheit im Straßenverkehr, die Minimierung der Unfallfolgen, die Vermittlung und Stärkung normengerechter Verhaltensweisen und die Senkung der Unfallzahlen. Hierbei geht es nicht immer nur um repressive Maßnahmen, sondern auch darum, Sie im Rahmen der Präventionsarbeit auf die möglichen Gefahren auf ihrer „Hausstrecke“ hinzuweisen.

Jeder Verkehrsteilnehmer kann dazu beitragen, Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren. Man muss sich nur bewusst machen, welche Folgen bestimmtes Fehlverhalten haben könnte. Das Gefühl, einen Menschen, wenn auch nicht absichtlich, verletzt zu haben, ist sicherlich ein Moment, auf den jeder von uns verzichten möchte. Daher fahren Sie besonnen und vorausschauend. Das Gaspedal bei „Gelb“ noch einmal durchzudrücken, um unbedingt die Ampel zu erwischen, führt letztlich auch nicht schneller zum Ziel, aber vielleicht für Sie oder einen Anderen direkt ins Krankenhaus. Erinnern Sie sich an die Worte ihres Fahrlehrers „Erst blicken, dann blinken, Blick in den Spiegel, Schulterblick“. Diese Worte - sorgfältig umgesetzt - können Leben retten. Ihre und die Familien der anderen Verkehrsteilnehmer werden es Ihnen danken. Fahren Sie vorsichtig und denken Sie daran, Ihre Polizei ist „Da für Dich!“

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