Hans-Carossa-Gymnasium : Bürgermeister macht Kehrtwende

Erst wehrte sich Helmut Kleebank (SPD) vehement gegen eine weitere siebente Klasse in Kladow. Jetzt begrüßt er deren Einrichtung.

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Das Hans-Carossa-Gymnasium in der Landstadt Gatow.
Das Hans-Carossa-Gymnasium in der Landstadt Gatow.Foto: During

Als am Mittwochabend die Mehrheit von CDU, FDP und AfD in der Bezirksverordnetenversammlung wegen der großen Nachfrage im Spandauer Süden eine weitere siebente Klasse für das Hans-Carossa-Gymnasium forderte, hatte Helmut Kleebank (SPD) noch Katastrophenstimmung verbreitet. Damit würde Widersprüchen gegen abgelehnte Schulwünsche Tür und Tor geöffnet und anderen Gymnasien die potentielle Schülerschaft entzogen, wetterte der Bürgermeister und warb zugleich für die vom rot-rot-grünen Senat favorisierte Gemeinschaftsschule. Unter Hinweis darauf, dass die Beschlüsse ohnehin nur empfehlenden Charakter hätten, signalisierte er Ablehnung.

Grünes Licht für sechste 7. Klasse

Fünf Tage später die (Kehrt)Wende. "Mehr Kinder bekommen ihre Wunschschule“, teile Kleebank am Montag mit. Das Gymnasium eröffne eine zusätzliche siebente Klasse. Das sei das Ergebnis einer Beratung mit der Spandauer Schulaufsicht und der Leitung der Schule. Der Schulleiter des Carossa-Gymnasiums habe sich trotz räumlicher Enge „dankenswerter Weise“ zu dieser Maßnahme bereit erklärt. Am Mittwoch hatte Kleebank entsprechende, von der CDU angeführte Aussagen der Schulleitung noch angezweifelt.

Abgelehnte Kinder bekommen jetzt doch einen Platz

Rechtliche Bedenken, dass zum Beispiel das Auswahlverfahren der Schule nicht rechtssicher sei, konnten inzwischen ausgeräumt werden, erklärte Kleebank. Auch wegen möglicher Anfechtungen bei den Auswahlverfahren der Zweitwünsche seien „wegen der geringen Anzahl möglicher Fälle keine Schwierigkeiten zu erwarten“. Damit haben auch alle 28 Schülerinnen und Schüler der benachbarten Mary-Poppins-Grundschule, die ursprünglich abgelehnt wurden und sich zum Teil bereits für andere Schulplatzangebote mit langer Anfahrtszeit entschieden hatten, erneut die Wahl. Sie erhalten in einigen Tagen die offizielle Anfrage, ob sie doch auf das Carossa-Gymnasium gehen wollen. Diejenigen, die gegen die Ablehnung Widerspruch eingelegt hatten, erhalten nun automatisch einen Platz.

Dass an anderen Schulen nun wieder Plätze frei werden, ist laut aktueller Sichtweise von Helmut Kleebank plötzlich doch nicht mehr schlimm, weil auch dort wieder zunächst abgelehnte Kids berücksichtigt werden können. „Damit kann nun eine deutlich größere Zahl Schülerinnen und Schüler in ganz Spandau ihre (Zweit- oder Dritt-)Wunschschule erhalten als bisher“, so die neue Betrachtungsweise des Bürgermeisters. „Wenn nicht alle Gymnasialplätze sofort vergeben werden, so steht durch diese Entscheidung eine größere Zahl Reserveplätze zur Verfügung." Auch das sei von Vorteil. "Denn diese werden zum Beispiel für Zuzüge im nächsten Schuljahr gebraucht.“

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