Kriminalität in Berlin : So oft wird in Spandau eingebrochen und gestohlen

Mehr als 700 gestohlene Fahrräder, 300 Wohnungseinbrüche, 900 Fälle von Taschendiebstahl - doch statistisch steht Spandau relativ gut da, berichtet die Polizei.

von
Lischka, Schulz und Weis (v.l.n.r.).
Lischka, Schulz und Weis (v.l.n.r.).Foto: During

Wie sicher ist der Bezirk Spandau? Die öffentliche Sicherheit war das Thema einer Diskussion, zu der der Spandauer Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (SPD) am Dienstagabend ins Kulturhaus in der Altstadt gebeten hatte. Während der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhardt Lischka, auf die bundesweite Situation einging, erläuterte der Leiter der für Spandau sowie Charlottenburg-Wilmersdorf zuständigen Polizeidirektion 2, Stefan Weis, die Lage speziell im Bezirk.

760 Fahrräder und 220 Kfz gestohlen

„Spandau ist immer hinten dran“, sagte Polizeidirektor Weis im Hinblick auf jene Straftaten, bei denen kräftige Steigerungsraten zu verzeichnen sind. Lag die sich explosionsartig entwickelnde Zahl der inzwischen zunehmend bandenmäßig betriebenen Taschendiebstähle in den ersten neun Monaten dieses Jahres berlinweit bei 33.000, entfielen 5500 davon auf den Direktionsbereich - wo der Busbahnhof am Funkturm einer der Schwerpunkte ist.

Taschendiebe vor allem rund um die Arcaden und den Bahnhof

In Spandau gab es 900 Taten - wobei vor allem die Gegend rund um die Arcaden, den Bahnhof und die Altstadt betroffen ist, wie die Berliner Polizei monatlich auflistet.

Ähnlich sieht es bei den 28.000Fahrraddiebstählen aus, von denen ein Fünftel an Bahnhöfen begangen wird. Von 3400 Diebstählen in der Direktion 2 ereigneten sich 760 in Spandau.

Fast 500 Einbrüche in Wohnungen und Häuser

Bei den Kraftfahrzeugen werden neben hochwertigen Pkw zunehmend auch Kleintransporter wie der Sprinter geklaut. Von den rund 6000 Kraftfahrzeugen, die in der Hauptstadt entwendet wurden, waren 220 in Spandau abgestellt.

Und von den ebenfalls rund 6000 Wohnungseinbrüchen ereigneten sich 650 in Charlottenburg-Wilmersdorf und 300 in Spandau, wobei die Hälfte der Taten im Versuch stecken blieb. Lediglich bei den Einbrüchen in Einfamilienhäuser mit berlinweit 2400 angezeigten Taten liegt Spandau mit 173 Fällen vor dem Nachbarbezirk (97).

Im Verdachtsfall 110 wählen

„Scheuen Sie sich nicht, bei verdächtigen Wahrnehmungen die 110 zu wählen“, sagte Weis vor dem Hintergrund, dass viele Bürger davor zurückschrecken, bei vage erscheinenden Verdachtsmomenten die Polizei zu alarmieren. „Melden Sie alles, was Ihnen meldewürdig erscheint.“ Er sprach sich ferner für eine Verstärkung der Netzwerk- und Präventionsarbeit sowie einen Ausbau der Kiezpolizei aus. „Nur wenn man seinen Kiez kennt nimmt man Veränderungen war.“

Burkhardt Lischka ging in seinen Ausführungen mehr auf die überregionale Situation ein. Er würdigte die gute Arbeit der deutschen Behörden im Anti-Terror-Kampf. Obwohl es täglich vier bis fünf konkrete Hinweise auf vermeintliche terroristische Bedrohungen gebe seien im vergangenen Jahr in Deutschland nur fünf öffentlichen Terrorwarnungen notwendig gewesen. Während das nationale Terror-Abwehrzentrum im Berlin beispielhaft sei, mangele es noch immer an einer entsprechenden europäischen Einrichtung und an einer europäischen Datenbank, in der alle potentiellen Gefährder verzeichnet sind. „Terroristen haben noch nie Grenzen gekannt“, mahnte der Abgeordnete.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben