Projekt in Spandau unterstützt ägyptischen Schneider : Eine Nähmaschine für Tamer

Für die Existenzgründung eines ägyptischen Schneiders in Spandau hat das Projekt „Marktplatz Neustadt" eine Crowdfunding-Kampagne initiiert.

Rainer W. During
Tamer Mohamed vor seiner Werkstatt in der Spandauer Neustadt.
Tamer Mohamed vor seiner Werkstatt in der Spandauer Neustadt.Foto: Wirtschaftshof

Tamer Mohamed ist ein gelernter Maß-Schneider. Vergeblich versuchte der Ägypter, in seinem Beruf eine Anstellung zu finden. Beim Quartiermanagement im Spandauer Neustadt-Kiez erfuhr er von einer 80-jährigen Schneiderin, die einen Nachfolger für ihre Werkstatt in der Lutherstraße suchte. Mit finanzieller Unterstützung von Familie und Freunden konnte er die Abstandssumme bezahlen und das Geschäft samt dessen Stammkunden übernehmen.

Wirtschaft im Kiez stärken

Doch weitere Investitionen sind erforderlich. Die vorhandenen Nähmaschinen sind marode, der gesamte Laden in einem erbärmlichen Zustand. Immerhin erklärte sich die Hausverwaltung bereit, für neue Stromleitungen und Warmwasser zu sorgen. Doch den Banken reichten die vorhandenen Sicherheiten nicht aus für einen Kredit. In seiner Not landete Tamer Mohamed bei Petra Hille von der Spandauer Wirtschaftsförderung, die ihn zum "Marktplatz Neustadt" brachte. Das Projekt des Wirtschaftshofes, einer Vereinigung Spandauer Geschäftsleute, soll die ökonomische Entwicklung des Problemkiezes stärken und weiterentwickeln. So organisiert man Gewerbeevents und berät Geschäftsinhaber bei der Gestaltung von Läden und Schaufenstern.
Schnell sei klar geworden, dass Tamer Mohamed mehr finanzielle Hilfe brauche, um seine Kunden mit seiner ehrlichen und ehrbaren Arbeit weiterhin optimal zu bedienen, sagt Projektleiterin Mariola Boensch. So entstand die Idee, für den Ägypter auf der Internetplattform Startnext eine Crowdfunding-Kampagne einzurichten. Tatkräftige Unterstützung fand man dabei in Gestalt der IHK-Dozentin Ines Zimzinski, die Mitbegründerin des German Crowdfunding Networks ist.

Spenden ab fünf Euro möglich

Zunächst können sich nur Fans eintragen, die das Projekt befürworten. Spätestens ab dem 1. November wird dann auch die Spendenfunktion freigeschaltet, wo sich Unterstützer mit einem Betrag ab fünf Euro beteiligen können. Wer 20 Euro spendet, erhält von Tamer Mohamed eine selbstgenähte Postkarte, bei 50 Euro gibt es eine aus Stoffresten hergestellte Tasche und für 100 Euro einen selbstgenähten Schal. Auf diese Weise sollen mindestens 1500 Euro zusammen kommen. Diese Summe wird benötigt, damit Tamer Mohamed eine neue Nähmaschinen kaufen und dem Laden einen neuen Anstrich verpassen kann. Auch ein paar neue Lampen werden gebraucht und wenn das Geld reicht soll die Schneiderwerkstatt eine Ladentheke erhalten. Kommt der Zielbetrag nicht zusammen, erhalten alle Spender ihr Geld zurück. Mehr Infos zum Crowdfunding-Projekt findet sich unter marktplatz-neustadt.com/projekte/crowdfunding. Spenden kann man auf startnext.com/schneiderei-spandauer-neustadt.

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