Schließungsbeschluss irrtümlich gefällt? : „Flughafenkita“ in Gefahr

Die Gatower „Flughafenkita“ soll trotz Bedarfs geschlossen werden. Im Verwaltungsrat hatte Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) dafür gestimmt, jetzt will er den Beschluss revidieren.

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Im Spandauer Rathaus wird jetzt über die drohende Schließung diskutiert.
Im Spandauer Rathaus wird jetzt über die drohende Schließung diskutiert.Foto: André Görke

Eltern in Gatow sind in Aufruhr. Die beliebte „Flughafenkita“ auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Gatow am Kladower Damm soll zum Jahresende geschlossen werden. Darüber wurden die Betroffenen am Montag bei einem Elterninfoabend des städtischen Kita-Eigenbetriebes Nordwest informiert. Grund ist die Tatsache, dass der Standort wegen der hohen Miete und der geringen Auslastung im vergangenen Jahr ein hohes Defizit gemacht hat. Während der räumliche Ausbau auf bis zu 250 Plätze möglich wäre, sind derzeit nur 66 der 150 Plätze belegt. Gleichzeitig, so hieß es, wird die benachbarte Kita Gatower Straße bis zum Jahresende um rund 75 Plätze erweitert.

Schließung einstimmig beschlossen

Am 25. Februar hat der Verwaltungsrat des Kita-Eigenbetriebes daraufhin einstimmig die Schließung der „Flughafenkita“ beschlossen. Dem Gremium gehören auch Bürgermeister Kleebank sowie Jugend- und Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) an. Während Hanke nicht bei der Sitzung anwesend war, stimmte auch Kleebank für die Schließung. Die Geschäftsführung des Eigenbetriebes hat die Räumlichkeiten daraufhin zum Jahresende gekündigt und bereits eine Bestätigung des Vermieters erhalten. Die Spandauer CDU kündigte für die Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch eine entsprechende Anfrage sowie einen Dringlichkeitsantrag zur Erhaltung der Kita an.

Bürgermeister kannte Bedarf nicht

Bürgermeister Kleebank sagte am Dienstagmorgen dem Tagesspiegel, dass er bei der Sitzung des Verwaltungsrates von falschen Informationen ausgegangen ist. So liegt die Kita in der Bedarfskategorie 3+, was bedeutet, dass dort ein großer Ausbaubedarf vorhanden ist. So leben in der Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung am Waldschluchtpfad 54 Kinder, die die Voraussetzungen für einen Kita-Besuch erfüllen und für die bereits Kita-Gutscheine vorliegen oder gerade beantragt sind. Ferner hätten Teilnehmer bei dem Infoabend berichtet, das von bis zu 60 Eltern überall in Gatow und Kladow Kitaplätze gesucht werden.

Sondersitzung beantragt

Vor diesem Hintergrund will Helmut Kleebank noch in der heutigen Bezirksamtssitzung einen Beschluss zur Rücknahme der Schließung herbeiführen. Bereits am Montagabend hat er in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates, dem Reinickendorfer Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU), um die kurzfristige Einberufung einer entsprechenden Sondersitzung noch vor Ostern gebeten. In den kommenden Tagen sollen die Bemühungen um eine Rücknahme der Kündigung und der Aufnahme neuer Kinder intensiviert werden, kündigte Kleebank an.

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