Wohnungsbau in Berlin-Spandau : Zwei große Bauprojekte in Spandau

Gleich zwei Mal wird in Spandau gebaut: Einmal entstehen 4000 Wohnungen am TXL – einmal im Havel-Quartier

Rainer W. During
So stellen sich die Planer künftig den Winter am Gartenfelder Kanalufer vor.
So stellen sich die Planer künftig den Winter am Gartenfelder Kanalufer vor.Foto: UTB/COBE

Tief im Westen rücken die Bagger an – nicht sofort, aber doch in absehbarer Zeit. Zwei bauliche Großprojekte im Bezirk Spandau stehen nach endlos langer Debatte vor dem nächsten, vielleicht entscheidenden Schritt. Einmal geht es um eines der größten Wohnungsneubauprojekte des Senats, in dem anderen wird eine der bekanntesten Ruinen in bester Lage abgerissen.

Tausende neue Wohnungen am TXL

In Spandau entsteht ein neues Stadtquartier. Dort, wo sich einst das Siemens-Kabelwerk und das Bosch-Hausgerätewerk befanden, sollen 3000 bis 4000 neue Wohnungen, mehrere Kitas, eine Grundschule, Nahversorgungseinrichtungen und ein kleiner Hafen entstehen. Ehemalige Fabrikhallen sollen zu Kulturstätten umgebaut, das frühere Heizkraftwerk zur Kindertagesstätte werden. Am Donnerstagabend wurden in der historischen Belgienhalle an der Gartenfelder Straße die Ergebnisse des Werkstattverfahrens für das geplante Stadtquartier "Das neue Gartenfeld" vorgestellt.

Die ehemalige S-Bahntrasse von Siemens könnte wieder geöffnet werden

Beim Wettbewerb für den Masterplan, an dem sich fünf Architektenbüros beteiligten, ging COBE Berlin als Sieger hervor. Auf Basis von deren Entwurf wird die Umgestaltung des 360 000 Quadratmeter großen Areals jetzt detailliert entwickelt. Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup sprach von einer Stadt es 21. Jahrhunderts, die hier entstehen soll.
"Unser Plan ist, Baurecht zu schaffen, sobald der Flughafen Tegel geschlossen ist", so Thomas Bestgen, Geschäftsführer der UTB Projektmanagement GmbH. Das Gelände liegt direkt an der Einflugschneise. Zur Erschließung könnte auch die brachliegende S-Bahntrasse der Siemensbahn genutzt werden, „auch mit Verkehrsmitteln die wir bisher nicht auf dem Schirm haben“, sagte Baustadtrat Carsten Röding (CDU). Aber auch eine klassische Straßenbahn will er nicht ausschließen. Die S-Bahn fuhr auf der Trasse bis 1980. Seitdem wuchs sie zu, aber ist formal als Bahnstrecke erhalten geblieben.

Auch das alte Post-Gebäude soll Wohnungen weichen


Seit mehr als 20 Jahren verrottet ein Post-Betonklotz in bester Spandauer Lage, zwischen Havel, Rathaus und ICE-Bahnhof. Jetzt ist das Ende nah. Am Freitag tagt eine Jury aus Vertretern von Investoren, Bezirk, Senat und Interessensgruppen, um den Sieger des Architektenwettbewerbs zu küren. Sechs Büros sind zu unterschiedlichen Lösungsansätzen gelangt, sagte Baustadtrat Carsten Röding (CDU). Das sei ebenso „überraschend wie extrem erfreulich“. Wert wird auf Wohnungen gelegt, gleichzeitig soll aber auch ein öffentlicher Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen, auf dem „auch nach 20 Uhr noch ein bisschen Leben herrscht“. Der Siegerentwurf wird am 16. November um 18 Uhr im Rathaus vorgestellt. Die Veranstaltung ist zugleich der Auftakt der auf vier Wochen verlängerten Bürgerbeteiligung. Ob mit dem Abriss der Postruine noch in diesem oder erst Anfang des kommenden Jahres begonnen wird, hängt von der Kapazität der zu beauftragenden Firmen ab, so Röding. Auf jeden Fall haben die Investoren zugesagt, das ehemalige Amtsgebäude bis zum Frühjahr abzutragen.

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