Änderungen bei der RE 1 ab Sonnabend : Keine Regionalbahn mehr zwischen Wannsee und Potsdam

Die S-Bahn fährt wieder, dafür fällt nun der Regionalexpress RE 1 aus. Tausende müssen ab Sonnabend in Berlin-Wannsee umsteigen. Änderungen gibt es auch bei der S-Bahn.

Henri Kramer
Früher hielten hier die Intercitys, die ICEs, seit 1998 hält hier kein Fernzug mehr - und im Herbst 2014 auch keine Regionalbahn mehr. Es wird immer stiller in Wannsee, der Station mit den alten Schildern und dem Gras auf dem Bahnsteig.
Früher hielten hier die Intercitys, die ICEs, seit 1998 hält hier kein Fernzug mehr - und im Herbst 2014 auch keine Regionalbahn...Foto: André Görke

Nach der wochenlangen Sperrung der S-Bahn-Strecke zwischen Griebnitzsee und Berlin-Wannsee müssen sich Pendler ab Samstag auf neue Behinderungen einstellen. Denn wegen Gleisarbeiten werden bis zum 28. September zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee tagsüber in beide Richtungen keine Regionalzüge des RE 1 mehr verkehren. Das teilte die Deutsche Bahn in Potsdam mit. Den Zug zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder) nutzen nach Bahnangaben täglich insgesamt 30.000 Fahrgäste in beide Richtungen. Weiter betroffen ist die RB 21 von Wustermark über Potsdam nach Berlin-Mitte.

Als Ersatz steht – nach dem Abschluss der Arbeiten auf der S-Bahn-Strecke nach Berlin – die S7 bereit, die tagsüber alle zehn Minuten und nach 21.30 Uhr zumindest noch dreimal pro Stunde fährt. Nach Angaben der Bahn müssten Potsdamer auf dem Weg nach Berlin mit mindestens sieben bis zehn Minuten mehr Fahrtzeit rechnen. Und wer aus der S-Bahn noch einmal in den RE 1 nach Berlin umsteigen muss, muss weitere Verzögerungen in Kauf nehmen – dies könne bis zu einer halben Stunde zusätzliche Fahrzeit bedeuten, hieß es weiter.

Der Hauptbahnhof Berlin - eine kleine Zeitreise
Der Hauptbahnhof - eine Zeitreise.Weitere Bilder anzeigen
1 von 102Foto: Alexander Heinl/dpa
27.05.2016 07:23Der Hauptbahnhof - eine Zeitreise.

Zudem muss man in der S-Bahn während der Stoßzeiten zwischen 7 und 10 Uhr sowie 16 und 19 Uhr damit rechnen, dass wegen der zusätzlichen Fahrgäste aus dem RE 1 keine freien Sitzplätze mehr zur Verfügung stehen. „Da werden Fahrgäste stehen müssen“, sagte Renado Kropp vom Berliner Bahn-Marketing.

An den Unis sind gerade Semesterferien

Allerdings sei die Lage insofern besser als in anderen Monaten, weil sich die Studenten an den Potsdamer und Berliner Universitäten gerade in den Semesterferien befänden und die viel genutzte S-Bahn-Strecke zwischen Hauptbahnhof und dem Uni-Campus Griebnitzsee nicht nutzen müssten. Auf Nachfrage bestätigte Kropp, dass sich die Platzprobleme noch verschärfen könnten – der RE 1 ist dafür bekannt, dass gerade dieser Zug häufig von Touristen mit mehreren Koffern oder Fahrrädern benutzt wird. Allerdings seien solche Auswirkungen nicht zu vermeiden – angesichts der nötigen Arbeiten an der Infrastruktur der Bahn.
Konkret investiert die Bahn zwischen Hauptbahnhof und Griebnitzsee rund 1,4 Millionen Euro. Unter anderem werden auf drei Kilometern Strecke 20 Jahre alte Schienen und 60 Jahre alte Bahnschwellen ausgetauscht. Kropp kündigte an, dass laute Baumaschinen wegen der Nähe zu Wohnhäusern werktags nur zwischen 6 und 22 Uhr eingesetzt würden.

Kritik kam vom Deutschen Bahnkunden-Verband e.V., der insbesondere die Informationspolitik der Bahn bemängelte. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Fahrgäste erst so spät informiert werden, hieß es in einer Mitteilung des Vereins. Man befürchte zumindest für den kommenden Montag sowohl auf dem Potsdamer Hauptbahnhof als auch in Wannsee „das große Chaos auf den Bahnsteigen, wenn die unvorbereiteten Fahrgäste stranden und die völlig unterdimensionierten Treppen benutzen“, hieß es weiter. Die Bahn verteidigte ihre Informationspolitik. Die Arbeiten seien stufenweise schon im Vorfeld angekündigt worden, sagte Kropp. Reisende könnten sich im Internet, unter Tel.: (0331) 235 6881 oder an Aushängen in den Stationen informieren.

Die Bahn kündigte zudem an, dass am Montag die RB20-Züge zwischen Golm und Hauptbahnhof ausfallen und am Freitag alle RB23-Züge von Michendorf nach Potsdam.

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...



Liebe Leserinnen, liebe Leser,

willkommen im Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf. Unsere lokale Plattform ist offen für Debatten, die die Bürger in Steglitz und Zehlendorf bewegen. Auch direkt aus dem Kiez heraus, aktuell, bürgernah und kritisch. Gerne laden wir auch Sie ein, das Portal gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln und zu befüllen; auch die gesellschaftlichen Gruppen und Multiplikatoren sind aufgerufen, eigene Diskussionsbeiträge zu verfassen. Wenn Sie Lust haben, eigene Texte zu liefern, oder Anregungen zu kommunalpolitischen Themen haben, schreiben Sie uns gerne an: steglitz.zehlendorf@tagesspiegel.de

Ihr Team von Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben