Anhörung der Interessenvereinigung Bürgerbeteiligung Dahlem : Kein Rugby-Stadion in Dahlem

Lange ging die Debatte hin und her um die Frage, wo ein Rugby-Stadion im Bezirk gebaut wird. Nun steht eines fest: An der Wilma-Rudolph-Oberschule in Dahlem jedenfalls nicht

Hans-Roland Fäßler
"Anhörung im Kammerton", wie unser Autor (zweiter von rechts) schreibt: von links: Adrian Grasse (CDU), Maren Schellenberg (Bündnis 90/Grüne), Hans-Roland Fäßler (IVBB Dahlem), Norbert Buchta (SPD)
"Anhörung im Kammerton", wie unser Autor (zweiter von rechts) schreibt: von links: Adrian Grasse (CDU), Maren Schellenberg...Foto: Patric Neeser

Auf dem Gelände der Wilma-Rudolph-Oberschule (WRO) am Waldfriedhof Dahlem wird kein Rugby-Stadion gebaut. Dies erklärten übereinstimmend Vertreter von CDU, SPD und Grünen bei einem Hearing, zu dem die Interessenvereinigung Bürgerbeteiligung Dahlem (IVBB) am Dienstagabend in die WRO eingeladen hatte. Fast eineinhalb Jahre hatten Anwohner aus der Bruno-Taut-Siedlung und der Wohnanlage Am Hegewinkel gegen das Projekt gekämpft, das dem Berliner Rugby Club (BRC) zur Durchführung seines Bundesliga-Spielbetriebs eine Tribüne mit einem Fassungsvermögen von 500 Zuschauern, ein bewirtschaftetes Vereinsheim und nicht zuletzt eine Flutlicht- und Lautsprecheranlage geboten hätte - und den Anwohnern den Verkehrs- und Lärminfarkt im Kiez. Auch der Manager des Vereins, Stefan Hansen, erklärte nun, dass der Club, der einen erheblichen Kostenanteil an dem Projekt zu tragen gehabt hätte, dort nicht mehr investieren werde.

Der Bezirk lässt prüfen, ob an der Sachtlebenstraße nun tatsächlich ein Rugbystadion entstehen kann
Der Bezirk lässt prüfen, ob an der Sachtlebenstraße nun tatsächlich ein Rugbystadion entstehen kannFoto: TSP

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende der CDU, Adrian Grasse, - der für den Wahlkreis 6 zum Abgeordnetenhaus kandidiert - berichtete, dass der Bezirksparteitag am Wochenende einstimmig beschlossen habe, das zunächst von Teilen seiner Partei massiv unterstützte Projekt nicht mehr mitzutragen: "Den Standort..." hält die Bezirks-CDU "... aus verkehrlichen und aus Gründen des Lärmschutzes nicht für geeignet." In ähnlicher Form äußerte sich auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der BVV, Maren Schellenberg. Die SPD, so ihr Fraktionsvorsitzender Norbert Buchta, habe sich von Anfang an gegen das Projekt an der WRO ausgesprochen. Alle drei Parteien wollen jedoch den hoch angesehenen BRC im Bezirk halten. Ob die Sportanlage an der Sachtlebenstraße dafür in Frage kommt, soll ein Gutachten klären, dass der Bezirk in Auftrag gegeben hat und am Freitag vorgestellt wird. Sollte auch dieser Standort nicht für den Stadionbau geeignet sein - unter Teilen des Geländes werden gefährliche Altlasten vermutet -, wolle man im Bezirk weitere Alternativen prüfen und anbieten.

Wo fliegt der Rugbyball? In einem Stadion an der Wilma-Rudolph-Oberschule jedenfalls nicht, das steht nun fest
Wo fliegt der Rugbyball? In einem Stadion an der Wilma-Rudolph-Oberschule jedenfalls nicht, das steht nun festFoto: Imago

Während frühere Informationsveranstaltungen Formen annahmen, die selbst beim Rugby zum Spielabbruch geführt hätten, verlief das Hearing im Musiksaal am Dienstagabend im Kammerton. Kein Wunder: nach dem Aus für den Stadionbau auf dem Gelände der WRO haben sich auch überhitzte Gemüter wieder auf Zimmertemperatur abgekühlt. Nun ist auch die bereits geplante Gründung der Wählergemeinschaft "Bürger-Union" vom Tisch, deren Initiatoren mehr Transparenz in der Bezirkspolitik durchsetzen wollten. Die ist nun zumindest bei diesem Projekt erreicht. Die IVBB aber wird sich noch nicht auflösen. Sie wird sehr aufmerksam verfolgen, ob nach der Wahl gehalten wird, was am Dienstag versprochen worden ist.                  

Der Autor ist Vorstandsmitglied der Interessenvereinigung Bürgerbeteiligung Dahlem. Alle Beteiligten und auch alle Parteien im Bezirksamt sind eingeladen, den Tagesspiegel-Steglitz-Zehlendorf  als Debattenportal zu nutzen und eigene Beiträge zu verfassen.

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