Berlin-Zehlendorf : Achtung, Hornissen!

Unsere Leserin und andere Bürger sind an der Krummen Lanke von Hornissen angegriffen worden. Eine Frau landete auf der Intensivstation. Hier schildert die Leserin, was passierte, was sie unternahm - und wie die Behörden reagierten.

Beate Stermann
Hornisse in Zehlendorf
Hornisse in ZehlendorfFoto: picture-alliance

Als ich am Dienstagfrüh um die Krumme Lanke gejoggt bin, hörte ich plötzlich ein lautes Summen an meinem Kopf. Ich dachte, es wäre ein großer Falter, den ich mit der Hand wegscheuchte. Einige Meter später hatte ich das Tier im Haar, schüttelte es ab und bemerkte erst dann, dass es eine Hornisse war, die mich regelrecht attackierte.

Ich wurde zum Glück nicht gestochen und beendete meine Runde wie immer an der kleinen Badestelle gegenüber des Badestrandes. Aber dort lag eine Frau in Sportsachen im Wasser. Ich bin sofort zu ihr gegangen, sie konnte mir gerade noch sagen, dass sie von einer Hornisse in den Kopf gestochen wurde - und allergisch ist. Dann verlor sie immer wieder das Bewusstsein. Die Atmung setzte teilweise aus. Zusammen mir einer weiteren Frau zog ich sie aus dem Wasser. Den ersten Notruf hatte eine weitere Person abgesetzt, die die Schreie gehört hatte.

Da der Puls der Gestochenen immer schlechter wurde, rief ich erneut an. Der Rettungswagen kam - ohne Notarzt- ungefähr nach fünf Minuten. Zusammen trugen wir die Frau auf die Liege und dann in den Wagen. Sie fuhren dann Richtung Fischerhüttenstraße, um dort den Notarzt zu treffen.

Immer wieder wurde sie abgewiesen

Ich bin - leider - dann doch noch schwimmen gegangen und habe miterlebt, wie drei weitere Frauen massiv von den Hornissen angefallen und in den Kopf gestochen worden sind. Ein Walker musste ebenfalls vom Rettungswagen abgeholt werden, da er zweimal gestochen wurde und allergisch war. Ich habe danach über eine Stunde herumtelefoniert, um jemanden zu finden, der dafür zuständig ist, den Bereich abzusperren. Immer wieder wurde ich abgewiesen.
1. Untere Naturschutzbehörde - nicht zuständig
2. Bürgertelefon- kein Durchkommen
3. Forstamt- nicht zuständig
4. Nabu - auf den AB gesprochen
5. Ordnungsamt nicht zuständig. Hat mich an den Polizeinotruf verwiesen
6. Polizeinotruf - nicht zuständig
7. Polizeidirektion in der Alemannenstraße

Dort wurde mir zugesichert, dass sich jemand darum kümmert, denn ich hatte keine Zeit, mich weiter zu kümmern und war ehrlich gesagt auch ziemlich sauer. Gegen 12 Uhr meldete sich nochmal die Feuerwehrleitstelle und fragte, wo ich denn jetzt sei und wo die Stelle genau ist. Ich erklärte alles nochmal. Der Nabu hat dann noch zurückgerufen und gesagt, dass ich mich nochmal melden soll, wenn nichts passiert ist.

Gibt es gerade viele Hornissen, müssten die Behörden warnen?

Vorhin, einen Tag später am Mittwoch, war ich an der Krumme, aber es war nichts abgesperrt! Bei Nachfrage bei der Polizei konnte mit keiner eine Auskunft geben, da ich keine Vorgangssnummer hatte. Es kann natürlich sein, dass das Nest umgesiedelt wurde. Gerade habe ich im Krankenhaus Waldfrieden angerufen. Glücklicherweise ist die Frau heute nach einer Nacht von der Intensivstation entlassen worden. Alle weiteren Hornissenopfer sind ebenfalls gesund entlassen worden!

Der Ort: Gegenüber vom großen Badestrand, auf der Seite des Wasserwerkes ungefähr zwischen der ersten und zweiten Badestelle. Aber kann es sein, dass diese Probleme auch woanders auftreten, weil es gerade sehr viele Hornissen gibt? Wenn es so wäre, sollten die Behörden die Bevölkerung dringend warnen.

Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Zehlendorf, der Text erscheint auf Tagesspiegel-Zehlendorf, dem digitalen Stadtteilportal der Zeitung. Folgen Sie der Zehlendorf Redaktion auch auf Twitter.





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