Buch über Berlin-Zehlendorf : Weiße Witwe, grüner Bezirk

Auch alte Grunewalder Spukgeschichten haben ihren Platz im Buch über Zehlendorf, das der Autor Christian Simon jetzt bei einer Lesung vorstellt.

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Idylle am See. Das Jagdschloss Grunewald ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Idylle am See. Das Jagdschloss Grunewald ist ein beliebtes Ausflugsziel.Foto: Thilo Rückeis

Dass es in Tegel spukt, wissen wir vom Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe persönlich, aber Zehlendorf ist in dieser Hinsicht auch nicht ohne. Grunewald, um genau zu sein, und dort speziell das Jagdschloss, wo der Legende nach die Weiße Frau, dieser jahrhundertealte Hohenzollern-Spuk, seinen Ursprung haben soll. Kurfürst Joachim II. vergnügte sich dort sehr gern mit Anna Sydow, der schönen Gießerin, die diesen Namen nicht etwa gemeinsamen Badevergnügungen verdankt, sondern weil ihr Vater dem ehrenwerten Beruf des Geschützgießers nachging.

Kurz bevor Joachim das Zeitliche segnete, verpflichtete er seinen Sohn und Nachfolger Johann Georg, seine Geliebte pfleglich zu behandeln, worum sich dieser dann allerdings wenig scherte: Anna wurde in der Zitadelle Spandau eingelocht und verblieb dort bis zu ihrem Tode, soll sich allerdings durch nachhaltiges Herumspuken gerächt haben.

Das ist so eine der alten Zehlendorfer Legenden, um die einer, der ein Buch über den Stadtteil zu schreiben unternimmt, nicht herumkommt. In diesem Falle ist es Christian Simon, Autor von „Zehlendorf. Zwischen Idylle und Metropole“, der sein Werk am 13. August bei einer Lesung vorstellt. Ein für diesen Zweck sehr passender Termin, war doch der alte Bezirk Zehlendorf, den man gern auch den grünen nannte, besonders spektakulär mit dem am 13. August 1961 beginnenden Mauerbau konfrontiert.

Christian Simon: „Zehlendorf. Zwischen Idylle und Metropole“. be.bra-Verlag, Berlin. 176 Seiten, 14,95 Euro
Christian Simon: „Zehlendorf. Zwischen Idylle und Metropole“. be.bra-Verlag, Berlin. 176 Seiten, 14,95 EuroFoto: promo

Er grenzte an die später weltberühmte Glienicker Brücke, hier lag die Exklave Steinstücken, die sich die DDR anfangs zu gerne einverleibt hätte, und hier auf der Avus standen oft fluchend die West-Berliner Autofahrer im Stau, weil es in Dreilinden mal wieder nicht weiterging.

— Lesung am 13. August, 19 Uhr, in der Gottfried-Benn-Bibliothek am Nentershäuser Platz. Tickets gibt es dort im Vorverkauf für acht, ermäßigt sechs Euro.

Andreas Conrad ist Redakteur des Tagesspiegels. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin der Zeitung.





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