Die Baumhäuser von Zehlendorf : Stamm-Sitz am See

Ein Berliner Unternehmer verwirklicht nahe der Krummen Lanke in Zehlendorf eine Wohnidee, die bisher eher Kindern vorbehalten war. Zwischen grünen Wipfeln entstehen derzeit zwei Baumhäuser aus Holz mit dem Komfort vollwertiger Wohnungen, die schon in wenigen Wochen bezugsfertig sein und dann vermietet werden sollen.

Nikolaus Triantafillou
Die Baumhäuser am Quermatenweg, hier in einer Simulation zu sehen, sind nur 300 Meter Luftlinie vom Badesee Krumme Lanke entfernt.
Die Baumhäuser am Quermatenweg, hier in einer Simulation zu sehen, sind nur 300 Meter Luftlinie vom Badesee Krumme Lanke entfernt.Foto: Stegemann Baumhäuser / Suite.030

Es ist ein altes, seit Jahrzehnten brach liegendes Familiengrundstück im Quermatenweg, auf dem Kolja Stegemann das Wohnen buchstäblich zu den Wurzeln führen will. Die beiden 28 Quadratmeter großen Bauten ruhen aus Statik-Gründen auf vier Meter hohen Stämmen und nicht direkt in den Baumkronen. Der Rohbau der aus Vollholz-Platten bestehenden Häuser ist nahezu fertig, der Innenausbau hat bereits begonnen – bis Anfang Mai sollen sie fertiggestellt sein.

Mit seinem Unternehmen Suite.030 vermittelt Stegemann eigentlich Ferienwohnungen gehobenen Niveaus vor allem in zentralen Vierteln von Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain-Kreuzberg und der City West. Die ungewöhnlichen Behausungen in Zehlendorf sind dagegen ein experimentelles Familienprojekt und sowohl für Kurz- als auch Langzeitmieter gedacht.

Hans-Joachim Stegemann, der Großvater des Unternehmers, befasste sich als Professor und Schüler von Hans Scharoun mit organischem und ökologischem Bauen. In der Familie wurde lange über die Nutzung des betreffenden Grundstücks diskutiert, ehe Enkel Kolja die Idee kam, dort als Zwischennutzung ein Baumhaus in Form eines Mobile Homes zu errichten. Der Großvater war so angetan, dass er sogar einer langfristigen Nutzung zustimmte und vorschlug, es auch Studierenden als Anschauungsobjekt zur Verfügung zu stellen.

Ein Spezialist als Architekt

Im vergangenen Sommer verstarb Hans-Joachim Stegemann; sein Enkel hat das Projekt unter dem Namen "Urban Treehouse" nun fast zur Vollendung gebracht. Als Architekten gewann er den Baumhaus-Spezialisten Andreas Wenning aus Bremen, der die Holzbauten im Quermatenweg 23 mit einer "skulpturalen Metallfassade" errichtete. Innen verfügen sie über einen Schlaf- und Wohnraum mit kleiner Küche sowie ein Duschbad, außen wartet eine überdachte Terrasse. Wenning empfand besonders die Lage des Grundstücks in einer Wohngegend, aber nur drei Gehminuten vom See Krumme Lanke entfernt, als reizvoll.

Erste Interessenten haben sich bereits bei Stegemanns Unternehmen gemeldet und die Häuser besichtigt. Günstig ist das ausgesprochen naturnahe Wohnen für Kurzzeitmieter allerdings nicht: Laut der Webseite von Urban Treehouse werden monatlich mindestens 2500 Euro fällig; Preise für längere Zeiträume werden auf Anfrage genannt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Urban Treehouse.

Der Autor schreibt für QIEZ.de, das Berliner Stadtportal und ein Tochterunternehmen des Tagesspiegels. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin aus dem Südwesten.




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