Die Zehlendorfer Wut-Bürgerin : Von einem Protest, der sich lohnte

Sie war wütend, denn das Radfahren auf ihrer Strecke war nur noch schlecht möglich und gefährlich. Unsere Autorin entschloss sich zum Protest. Für den Zehlendorf Blog hat sie aufgeschrieben, wie es zu einem guten Ende kam. Weil die Politik tatsächlich handelte.

Ulrike Luther
Unsere Autorin und Leserreporterin Ulrike Luther
Unsere Autorin und Leserreporterin Ulrike LutherFoto: privat

Am 16. April dieses Jahres fuhr ich in der Berlepschstraße auf dem Radweg in Richtung Machnower Straße. Wie so oft musste ich den Schlaglöchern, Baumwurzeln und hochstehenden Pflastersteinen ausweichen, wobei ich mir ein Pedal in den Fuß rammte. Mich packte die Wut, weil es nicht das erste Mal war. Also habe ich Fotos von den schlimmsten Stellen gemacht und an die BVV und den Bezirksbürgermeister geschrieben, die Fotos angehängt und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Einige Tage später erhielt ich Nachricht, dass die Angelegenheit in die öffentliche Sitzung des Verkehrsausschusses Steglitz-Zehlendorf gebracht würde, man lud mich ein, teilzunehmen. Außerdem hatte der Bezirksbürgermeister meine Mail an das Polizeirevier in der Alemannenstraße weitergeleitet, von dort erhielt ich die Einladung zu einem Gespräch, in dem mir mitgeteilt wurde, die Angelegenheit sei an das Tiefbauamt weitergeleitet, man könne mir aber keine große Hoffnung machen, es gebe keine Gelder.

Der Radweg am Idsteiner Weg vorher und...
Der Radweg am Idsteiner Weg vorher und...Foto: privat
...nachher
...nachherFoto: privat

In der öffentlichen Sitzung am 4. Juni 2013 wurde nach ausführlicher Diskussion beschlossen, dass zumindest die Fahrbahnmarkierung an der Ecke Loebellstraße, wo der Radweg auf die Fahrbahn führt, umgehend erneuert wird, da diese für Autofahrer kaum sichtbar war – zum einen, weil sie vollkommen verblasst war und zum anderen, weil sie auch nicht direkt auf die Berlepschstraße führte. Ferner wurde mir mitgeteilt, dass es zwar wünschenswert sei, dass der Radweg erneuert würde, man mir aber keine Hoffnung machen könne, da keine Gelder zur Verfügung stünden. Man sagte mir jedoch zu, dass ich Nachricht erhalten würde, wie es weiterginge.

Am 3. August 2013 schrieb ich erneut die BVV an, da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Nachricht erhalten hatte und auch die Fahrbahnmarkierung noch nicht erneuert war. In dieser Mail drohte ich damit, an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn nun nicht endlich in dieser Angelegenheit etwas geschehen würde.

Die Markierung an der Loebellstraße vorher und...
Die Markierung an der Loebellstraße vorher und...Foto: privat
...nachher
...nachherFoto: privat

Und nun die guten Nachrichten: Mitte August 2013 wurde nicht nur die Fahrbahnmarkierung an der Ecke Loebellstraße komplett erneuert, sondern auch an den anderen drei Einmündungen, die auf die Berlepschstraße führen. Ferner erhielt ich ein Schreiben der Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) mit Datum vom 13. August 2013, in dem sie mir ankündigte, dass voraussichtlich mit den Bauarbeiten am Radweg am 19. August 2013 begonnen werden würde.

Mittlerweile ist ein großer Teil des einen Radweges in Richtung Clauertstraße saniert, ich bin zuversichtlich, dass auch die letzten defekten Stellen auf dieser Seite und der Radweg in Richtung Machnower Straße repariert und ausgebessert werden. Mein besonderer Dank an dieser Stelle gilt dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Uwe Köhne, der sich sehr für die Sache eingesetzt hat!

 Die Autorin ist 51 Jahre, sie arbeitet und lebt in Zehlendorf. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.




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