Ein Einheitsdenkmal für Steglitz-Zehlendorf : Schwarz-grüne Bäume

CDU und Grüne wollen ein Denkmal in Erinnerung an den 25. Jahrestag des Mauerfalls, eigentlich sollte es aus drei Bäumen bestehen, Buche, Kiefer, Eiche. Aber die Bäume wachsen nicht in Einheit, das macht es schwierig. Und SPD und Piraten sind sowieso dagegen. Was würden die Puhdys sagen?

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Der Autor ist Redakteur für besondere Aufgaben im Tagesspiegel.
Der Autor ist Redakteur für besondere Aufgaben im Tagesspiegel.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Puhdys hätten einiges beitragen können. Die in der DDR gegründete Band hat schließlich dem Baum ein Denkmal gesetzt: "Alt wie ein Baum möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt.“ Baum und Denkmal waren am Mittwoch nun der Grund für eine hitzige Debatte in der Bezirksverordnetenversammlung von Steglitz-Zehlendorf.

Seit dem Frühsommer 2013 diskutieren die Verordneten von CDU, Grünen, SPD und Piraten in vielen Gremien einen Antrag der CDU, den die Grünen unterstützen. Im Bezirk soll zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit ein Wiedervereinigungsdenkmal errichtet werden – und zwar bestehend aus drei Bäumen.

Genau genommen sollte es „gepflanzt in einem gleichschenkligen Dreieck auf einer Fläche von 50 Quadratmetern im Westen eine Buche, im Osten eine Kiefer und im Norden eine Eiche“ sein. CDU und Grüne, die eine Zählgemeinschaft bilden, mussten jedoch lernen, dass die Kiefer zu eigensinnig wächst, so dass das Denkmal irgendwann keines mehr gewesen wäre. Trotzdem sollen es Bäume sein, welche auch immer, was wiederum SPD und Piraten für piefig erklären, außerdem sei Berlin als Stadt schon Symbol und Denkmal genug. Die CDU versuchte es mit Willy Brandt und argumentierte, dass die Symbolik des Satzes „es wächst zusammen, was zusammengehört“ durch das Baumensemble optimal veranschaulicht sei.

SPD und Piraten blieben fest in ihrer ablehnenden Haltung verwurzelt, Schwarz-Grün pflanzte sich durch, und die Puhdys singen: „Alle meine Träume (yeah) fang’ ich damit ein (yeah). Alle meine Träume (yeah yeah yeah). Zwischen Himmel und Erde zu sein...“

Der Autor ist Redakteur für besondere Aufgaben im Tagesspiegel und hat den Zehlendorf Blog konzipiert, auf dem dieser Text erscheint.

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