Evangelische Kirche : Wolgograder Knabenchor sucht Förderer aus Zehlendorf

Die russische Stadt unterstützt ihren Knabenchor nicht mehr. Der evangelische Kirchenkreis im Berliner Südwesten vermittelt deshalb Patenschaften.

von
Ein Gruppenfoto der Chormitglieder.
Ein Gruppenfoto der Chormitglieder.Foto: Kirchengemeinde Schlachtensee

„Ich bin jedes Mal beeindruckt, mit welcher Begeisterung die Jungen dabei sind“, erzählt Gisela Krehnke, eine der beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises Partnerschaft Wolgograd des Evangelischen Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf. Sie kennt den Wolgograder Knabenchor seit vielen Jahren, war schon oft in Wolgograd und begleitet den Chor bei seinen alle drei Jahre stattfindenden Besuchen in Berlin.

Doch jetzt ist der Knabenchor in Gefahr, die Stadt Wolgograd strich die Zuwendungen. Der Arbeitskreis schreibt auf seiner Webseite: „Nun haben die Kürzungen im Kultur- und Bildungsbereich dazu geführt, dass die staatliche Förderung eingestellt wurde und der Chor lediglich seine Übungsstätte im Staatlichen Konversatorium weiter nutzen kann.“

Die Familien von 14 der 70 Jungen können sich das nicht leisten

 Um die Personalkosten für Chorleiter, Stimmbildung und Klavierbegleitung aufzubringen, müssen die Familien der Sänger seitdem jeweils dreißig Euro im Monat beisteuern. „Dreißig Euro sind für russische Verhältnisse viel Geld“, sagt Gisela Krehnke. „Ich bin überrascht, dass von den 70 Chormitgliedern nur die Familien von 14 Jungen dazu nicht in der Lage sind.“ Für diese 14 Sänger zwischen sieben und zwölf Jahren sucht der Evangelische Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf Paten, die die monatlichen Kosten für den Chor übernehmen. „Bisher haben sich drei Paten gemeldet“, berichtet Krehnke.

Der Chor in Aktion. Das Grün täuscht, die Jungs wirken alle schon sehr erfahren.
Der Chor in Aktion. Das Grün täuscht, die Jungs wirken alle schon sehr erfahren.Foto: Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf

Ein Leipziger Chor hat eingeladen

Der Knabenchor führt alle drei Jahre eine Konzertreise nach Berlin durch. Im Sommer letzten Jahres waren die 24 Mitglieder des Konzertchores – es gibt den Vorchor, den Hauptchor und den Konzertchor – das achte Mal in Berlin. Gisela Krehnke erzählt, dass sich aufgrund des damaligen Beitrags auf Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf eine neue Perspektive ergeben hätte: Der Thomanerchor Leipzig hätte Kontakt zu den Sängern aus Wolgograd aufgenommen; ein Auftritt des Wolgograder Knabenchors in Leipzig sei im Gespräch. Die nächste Reise nach Berlin ist für 2019 geplant.

Wer Pate werden oder spenden möchte, wende sich an den Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf, Arbeitskreis Partnerschaft Wolgograd, Gisela Krehnke, gukkrehnke@versanet.de, Tel.: (030) 803 15 38




Liebe Leserinnen, liebe Leser,

willkommen im Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf. Unsere lokale Plattform ist offen für Debatten, die die Bürger in Steglitz und Zehlendorf bewegen. Auch direkt aus dem Kiez heraus, aktuell, bürgernah und kritisch. Gerne laden wir auch Sie ein, das Portal gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln und zu befüllen; auch die gesellschaftlichen Gruppen und Multiplikatoren sind aufgerufen, eigene Diskussionsbeiträge zu verfassen. Wenn Sie Lust haben, eigene Texte zu liefern, oder Anregungen zu kommunalpolitischen Themen haben, schreiben Sie uns gerne an: steglitz.zehlendorf@tagesspiegel.de

Ihr Team von Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben