Fitness-Studio „Hard Candy“ eröffnet in Zehlendorf : Schwitzen wie Madonna

Das Fitness-Studio „Hard Candy“ hat auf der Zehlendorfer Truman Plaza eröffnet. Unsere Autorin hat sich dem von Madonna entworfenen Tanztraining unterzogen und aufgeschrieben, warum sie nach langer Sportfaulheit wieder schwitzend im Studio steht.

Nina Massek
„Madonna lässt ausrichten, dass ihr euch richtig anstrengen sollt!“ Unsere Autorin schwitzt mit der Trainerin der Queen of Pop und 30 anderen Tänzerinnen und Tänzern um die Wette.
„Madonna lässt ausrichten, dass ihr euch richtig anstrengen sollt!“ Unsere Autorin schwitzt mit der Trainerin der Queen of Pop...Foto: Cathrin Bach, promo

Seit ich Kinder bekommen habe, bin ich auf der Suche nach meiner Taille. Die Bauchmuskulatur ist ebenso wenig auffindbar wie der Beckenboden, vom Trizeps ganz zu schweigen. Mit meiner körperlichen Fitness sieht es also düster aus. Eine Ausnahme gibt es: Mein rechter Bizeps ist einwandfrei. Einseitiges Maxi-Cosi-Geschleppe und Kind-Herum-Getrage formten diesen schönen Muskel. Weil mein durchtrainierter rechter Arm zum restlichen Körper passen soll, habe ich mir am vergangenen Freitag das neue Sportstudio „Hard Candy“ auf dem Gelände der Truman Plaza in Zehlendorf angeschaut.

Hard Candy ist die Fitness-Kette von Madonna, die für ihre Tempel der körperlichen Ertüchtigung das Motto „harder is better“ ausgegeben hat. Nun ja, ich persönlich wollte mir am Tag der Eröffnung die Aussicht und den Lounge-Bereich ansehen, aber dazu kam es nicht.

Dresscode für die Tänzerinnern und Tänzer: „schwarz und cool“

Sehr heiß begehrt waren die Plätze für den Tanzworkshop von Nicole Winhoffer, die seit vier  Jahren Madonnas persönliche Trainerin ist und an den Eröffnungstagen ihre Trainingsprogramme namens „addicted to sweat“ vorstellte. Und in Schweiß brach ich schon vor dem Tanzen aus! Ich war eine der ausgelosten „Tänzerinnen und Tänzer“ die am Freitagmittag im Dresscode „schwarz und cool“ ihr Glück versuchten, sich einen Platz in der abendlichen Show zu ertanzen. Mit mir und meinen Trainingsklamotten der vorletzten Saison tanzten circa 30 andere Menschen aller Alters- und Gewichtsklassen Nicole Winhoffer vor.

Ich beruhigte mich damit, dass ich vor 30 Jahren mal Ballett gemacht und als Teenager anno 1990 gerne und oft bei MTV zu  Madonnas Song „Vogue“ mitgetanzt habe. „Strike a pose, there’s nothing to it“ , dachte ich mir also auch jetzt und wagte mich in die dritte Reihe. Frau Winhoffer machte uns kurz mit einer Choreographie vertraut, die sie just vor zwei Wochen mit Madonna eingeübt hatte. „Madonna lässt ausrichten, dass ihr euch richtig anstrengen sollt“ , wurde uns gesagt. Okay, wo war noch gleich der Lounge-Bereich…?

Tanzen à la Broadway unter dem Motto „harder is better“

Und dann ging es schon los à la Broadway. Zwei Durchgänge die Choreographie üben. Dann tanzt die ganze Gruppe, dann werden wir alle mal in die erste Reihe positioniert und dann jeweils in kleinen Gruppen vortanzen. Madonnas Trainerin ist sehr nett und geduldig, wenn wir „Normalo-Tänzer“ uns zwischendurch vertanzen oder über die Wandfarbe diskutieren. Aber schließlich heißt es „Listen, please“ und die Namen derjenigen, die es eine Runde weiter geschafft haben, werden verlesen. Ich unterhalte mich gerade mit einer Mit-Tänzerin über die schöne Aussicht ins Grüne, als ich meinen Namen höre. Das kann doch nicht sein…bin ich wirklich gemeint, really, me? Ich bin so geschockt von meinen fünf Minuten Ruhm, dass ich mich natürlich komplett vertanze und raus bin. Nicole, it was a pleasure! Aber jetzt muss ich mir wirklich den Lounge-Bereich angucken…

Madonna persönlich soll irgendwann vorbeikommen

Am Tag der Eröffnung habe ich noch einige Handwerker mit schwerem Gerät und Zementsäcken gesehen. So richtig fertig war man noch nicht. Auch wurden die Geräte noch aufgestellt und letzte Fliesenarbeiten im Eingangsbereich vorgenommen. Positiv aufgefallen ist mir die helle und freundliche Atmosphäre. Vom Cardio- und Tanzbereich aus gibt es wunderbare Ausblicke auf die Terrasse und ins Grüne. Der Tanzraum ist geräumig, hell und mit einem federnden Boden ausgestattet. Rezeption und Loungebereich wirken wie in einem Hotel. Hier kann man Getränke und kleine Snacks zu sich nehmen.

Unsere Autorin bloggt auch als "Frau-Mutter". Der Zehlendorf Blog kooperiert mit www.Frau-Mutter.com
Unsere Autorin bloggt auch als "Frau-Mutter". Der Zehlendorf Blog kooperiert mit www.Frau-Mutter.comFoto: Anne Kreuz

Hard Candy hat für rund 100 Euro Mitgliedsgebühr im Monat einiges für die Zielgruppe „Mütter“ zu bieten. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern gibt es neben den üblichen Geräten eine Kinderbetreuung, deren Raum ich leider nicht sehen konnte, und rund 70 Gruppenfitnessprogramme in der Woche.  Dazu ein 25-Meter-Schwimmbecken, einen extra Damen-Wellnessbereich und drei Terrassen. Alle Fitness-Kurse sind von Madonna und Nicole Winhoffer erarbeitet worden. Alles in allem ein sehr schicker Fitness-Tempel, der in der Liga  „Holmes Place“ und „Aspria“ mitspielt. Aber das sollte man ja auch für den eher hochpreisigen Mitgliedsbeitrag erwarten können. Laut Pressemitteilung wird Madonna wohl auch irgendwann vorbeikommen und den Zehlendorfer „Schweiß-Süchtigen“ zeigen, was ein Bizeps ist.

„No sweat no candy“ – wenn ich auch meinen linken Bizeps formen und meine Taille wiederfinden will, muss ich wohl oder übel die Bonbontüte weglegen, den Lounge-Bereich verlassen und anfangen zu schwitzen.

Unsere Autorin Nina Massek ist auch „Frau-Mutter“ und bloggt regelmäßig unter www.frau-mutter.com, sie wohnt in Zehlendorf. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.




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