Funkloch in Zehlendorf : Achtung Netzstörung, Telekom bitte melden!

In Teilen von Zehlendorf und Lichterfelde-West gibt es seit längerer Zeit keinen regulären Handy-Empfang mehr. Unser Autor wollte von der Telekom eine Begründung erfahren. Für den Zehlendorf Blog hat er aufgeschrieben, was er als Antwort bekommen hat.

Horst Meyer
Unser Autor Horst Meyer und sein Handy, mit dem er nicht mehr störungsfrei telefonieren kann
Unser Autor Horst Meyer und sein Handy, mit dem er nicht mehr störungsfrei telefonieren kannFoto: privat

Das Handy aufklappen, jemanden anrufen, eine SMS schreiben – geht plötzlich nicht mehr. Beim Telefonieren knarrt es bestensfalls, eine SMS geht gar nicht raus. In Zehlendorf und Lichterfelde-West gibt es seit einigen Wochen ein Funkloch. Wann es begann, lässt sich nicht mehr genau ermitteln. Ein Funkloch in der Großstadt!

Eine SMS geht nicht raus

Die erste Auskunft der Telekom Ende Juni im T-Punkt: ein Blitz habe einen Funkmast lahmgelegt, ein zweiter Funkmast sei "vom Netz genommen" worden. Die Störung werde in Kürze beseitigt, Ende Juli sei alles wieder in Ordnung. Die Störung dauert dagegen weiter an. Das Netz-Symbol auf dem Handy, das eigentlich vier volle aufsteigende Balken zeigen soll, zeigt nur einen in der Größe eines i-Punkts.

Inzwischen entwickelte sich ein lebhafter Email-Verkehr mit dem Kundenservice von T-Mobile. Stets freundlich und sachlich, mit dem Ausdruck des Bedauerns, teilte die Telekom mit: "Wir mussten aufgrund einer Kündigung des Vermieters unsere Mobilfunkstation, die Sie bisher versorgte, abbauen. Es wurde lange Zeit erfolglos ein Ersatzstandort gesucht, aber in einer Stadt wollen die meisten Leute zwar telefonieren, aber keine Antenne in der Nähe haben."

Es handelt sich um den Funkmast in der Brettnacher Straße, ein GSM/UMTS Bestserver, der auf einem der Hochhäuser stand.

Wenig später teilte die Telekom mit, die umliegenden Antennen seien "angepasst" worden, sie könnten aber die einzelnen Bereiche nicht wie bisher versorgen. Nach einer weiteren Anfrage kam die Information, der Vorgang werde "priorisiert" bearbeitet - und schließlich die Nachricht, man habe einen neuen Standort "ca. 100 Meter in südöstlicher Richtung" gefunden und hoffe, bald wieder volle Sendeleistung anbieten zu können.

Schadensersatz zahlt die Telekom nicht

Inzwischen laufen Handy-Nutzer in den Garten oder auf die Straße. Beim Telefonieren  empfangen sie stark gestörte Gesprächsfetzen. Das Versenden von SMS hängt mitunter von ein paar Schritten nach rechts oder links ab. Nach letzten Informationen "hofft die Telekom, den neuen Standort noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen zu können". Von den Netzstörungen sind nicht nur die Anwohner im Bereich des ausgefallenen Funkmastes betroffen, sondern auch Gewerbetreibende, Handwerker und andere, die auf die Handyverbindung angewiesen sind.

Schließlich wurde der Email-Verkehr mit der Telekom auf die Frage eines Schadensausgleichs gelenkt. Die Antwort: "Schadenersatz können wir leider nicht zahlen. In unseren AGB ... ist festgelegt, dass wir nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit schadensersatzpflichtig sind." Beides treffe hier nicht zu. Die Telekom hoffe aber "bald wieder mit unserem Service und unseren Leistungen überzeugen zu können".

Wenn ein Funkmast gekündigt wird, kann man wohl davon ausgehen, dass der Vertrag eine so lange Frist vorsieht, dass in dieser Zeit ein neuer Standort gefunden werden könnte. Wer hat hier versagt? Ein Funkloch in der Großstadt ist doch mehr als blamabel.

Der Autor Horst Meyer ist 83 Jahre alt, er war Journalist, Werbetexter, Buchhändler und Verleger. Er lebt in Lichterfelde-West. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.




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